02.04.2019 - 17:54 Uhr
Nitzlbuch bei AuerbachOberpfalz

Keine Lösung für Schützenheim Nitzlbuch in Sicht

Schießkino, Pflegeheim, Kindertagesstätte: Für das Schützenheim von Unter Uns Nitzlbuch gab es einige Nutzungsideen. Bisher haben sich alle zerschlagen.

Vordere Plätze beim Jahrespokalschießen belegen (von links) Michael Syttny, Schießleiter Thomas Heberl, Karoline Lutz, Josef Schindler, Joachim Kugler und Schützenmeister Josef Geyer.
von Externer BeitragProfil

Bei der Jahreshauptversammlung des Schützenvereins Unter Uns Nitzlbuch präsentierte der Vorsitzende Josef Geyer den Mitgliedern keine brauchbaren Ergebnisse für eine erhoffte zusätzliche oder andere Nutzung des Schützenheims. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Vereins hervor.

Seit der Jahreshauptversammlung 2018 wurde versucht, über die Sparkassen-Immobilien GmbH das Gebäude samt Grundstück zu veräußern. Mit dem Erlös sollte ein neues, den heutigen Ansprüchen entsprechendes Schützenheim errichtet werden. Gemeldet hätten sich ein Investor, der ein Schießkino plante, und ein Münchener Schützenverein. Deren Interesse habe aber nur dem Feuerwaffen-Schießstand gegolten, nicht dem Hauptgebäude.

Kita-Umbau zu teuer

Ebenso wenig seien eine politische Einrichtung sowie ein Pflegeheim zustande gekommen. Die Umwandlung in eine Kindertagesstätte scheiterte an den zu erwartenden Umbaukosten, die 80 Prozent über denen eines Neubaus gelegen hätten. Deshalb wäre auch die staatliche Förderung weggefallen, erläuterte Bürgermeister Joachim Neuß.

Es bleibt dem Verein nichts anderes übrig, als wie bisher weiterzumachen, um seine monatlichen Belastungen von rund 1100 Euro zu stemmen. Es können nach wie vor im Schützenheim Veranstaltungen abgehalten werden. Auch private Feiern sind möglich. Das Essen muss sich der Mieter liefern lassen, da der Schützenmeister, der zugleich für die Küche verantwortlich war, wegen einer Operation nicht einsatzfähig ist.

150 000 Euro nötig

Die Suche nach einem Pächter scheiterte ebenfalls an Hindernissen. Vorübergehend wäre der Betrieb zwar mit einer Ausnahmegenehmigung möglich, aber langfristig gesehen seien, neben planungsrechtlichen Änderungen, auch Investitionen erforderlich für eine größere Küche, Personal-WC, Fettabscheider und andere Dinge mehr. Insgesamt dürften Kosten um 150 000 Euro entstehen.

Kommunalpolitiker betonten zwar immer wieder, was der Schützenverein tue, verdiene Anerkennung, aber an Zuschüssen wären von der Stadt auch nur die obligatorischen fünf Prozent zu erwarten. Das wären gerade mal 7500 Euro. "Damit kann man seine Mitglieder nicht mehr motivieren. Zumal diese auch immer weniger werden", stellte der Vorsitzende fest und verwies auf sechs Todesfälle und sechs Austritte im vergangenen Jahr.

"Flintenweiber" fehlen

Auch die Bereitschaft zur Mithilfe schwinde. Früher habe es im Verein die "Flintenweiber" gegeben, die viel organisierten. Die Dorfbewohner hätten heute die Wahl zwischen acht Gemeinschaften: Sportverein 08, Feuerwehr, Landjugend, Frauen-Hutza-Kreis, die Kuchenbäcker der Gmoi-Kirwa, die Rosenkranz-Gemeinschaft oder die Organisatoren der Jahresendfeier. "Da bleibt für den Schützenverein nicht mehr viel übrig", klagte Geyer.

In nächster Zeit stehe die Erneuerung der Heizungsanlage an, da für die alte Gasheizung aus dem Jahr 1991 keine Ersatzteile mehr zu bekommen sind. Hier kämen Kosten von 12 000 bis 14 000 Euro auf den Verein zu. Das Geld fehle dann natürlich für die Investition in elektronische Schießstände.

Wieder Feuerwaffenschießen

Nachdem in jüngster Zeit Nachfragen nach dem Feuerwaffenschießen wieder zunahmen, soll die vorübergehend stillgelegte Anlage demnächst wieder zur Verfügung stehen. Für die Kosten wolle ein Mitglied gerade stehen, hieß es.

Festhalten will Unter Uns an seinem Vereinstag mit Königsproklamation und Ehrung der Vereinsmeister, am Mittwoch 1. Mai, um 14 Uhr. Zuvor gibt es wie immer ab 11.30 Uhr ein Büfett für Mitglieder und Angehörige. Bei genügender Mithilfe soll auch im Zeitraum Juli oder August wieder eine Schützenkirwa gefeiert werden. Ob in diesem Jahr die Stadtmeisterschaft in Nitzlbuch ausgetragen wird, muss der Ausschuss noch entscheiden.

 

 

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