07.08.2019 - 15:46 Uhr
NürnbergOberpfalz

Mutter misshandelt Säugling in der Öffentlichkeit

Eine betrunkene 34-Jährige hat in Nürnberg ihren 10-monatigen Säugling so misshandelt, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Zeugen griffen beherzt ein und verhinderten womöglich Schlimmeres.

Die Polizei in Nürnberg hat eine Mutter festgenommen, die ihren Säugling in der Öffentlichkeit misshandelt hat.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Die 34-Jährige saß am Dienstagnachmittag betrunken auf dem Gehweg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand der Kinderwagen mit dem Säugling. Immer wieder schrie sie laut Meldung der Polizei in "unflätiger Vulgärsprache" hinüber, dass er zu schreien aufhören solle. Das erregte die Aufmerksamkeit eines Zeugen. Wenig später beobachtete dieser, dass die Mutter dem Kind mehrfach mit der Hand ins Gesicht schlug. Der Zeuge schritt ein und stoppte die Schläge.

Flasche gegen Säugling

Die 34-Jährige lief mit dem Kinderwagen davon. Ein weiterer Zeuge wurde nun durch das andauernde Schreien des Kindes aufmerksam. Noch immer schrie die Mutter das Kind an. Der Mann versuchte erfolglos, beruhigend auf die Frau einzuwirken. Doch ehe er sich versah, nahm sie eine Bierflasche und schleuderte sie mit voller Wucht in den Kinderwagen. Dabei traf sie den Säugling. Die Flasche nahm sie im Anschluss wieder heraus, zertrümmerte sie an einer Hauswand und flüchtete mitsamt Kinderwagen. Der Zeuge verfolgte sie.

Passanten verhindern Flucht

Während der Flucht warf die Frau den Kinderwagen um, der sich daraufhin überschlug. Das Kind fiel heraus, konnte aber in diesem Moment vom verfolgenden Zeugen in Obhut genommen. Die Frau flüchtete weiter und kletterte einige Meter weiter auf einer Fußgängerbrücke der Südwesttangente über das Geländer. Passanten gelang es, sie zu ergreifen und festzuhalten. Sie leistete heftige Gegenwehr, weshalb von eingetroffenen Polizeibeamten Handfesseln angelegt werden mussten.

Ein verständigter Notarzt kümmerte sich um den Säugling. Der Mediziner stellte Verletzungen fest, die eine vorsorgliche Behandlung in einem Krankenhaus erforderten. Lebensgefahr bestehe aber nicht.

Randale bei der Polizei

Im Gebäude der Polizeiinspektion Nürnberg-West randalierte die 34-Jährige und urinierte in die Eingangspforte. Sie weigerte sich, selbständig zu gehen. Deshalb wurde sie mit einem Rollstuhl in eine Zelle gefahren und im Anschluss bewacht. Ein Alkoholtest ergab wenig später einen Wert von mehr als 1,3 Promille. Außerdem deutete das Verhalten der Frau laut Polizei darauf hin, dass sie auch unter dem Einfluss von Drogen stand. Eine Ermittlungsrichterin ordnete deshalb die Blutentnahme an.

Jugendamt Nürnberg übernimmt Betreuung

Während die Frau aufgrund ihres Auftretens und offensichtlich geistig verwirrten Zustandes in eine Fachklinik eingewiesen werden musste, liegt ihr Säugling noch im Krankenhaus und wird behandelt. Laut Arzt trug er keine schwereren Verletzungen davon. Das Jugendamt Nürnberg übernimmt die weitere Betreuung.

Das Fachkommissariat der Kripo Nürnberg hat die Ermittlungen unter anderem wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung übernommen.

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