29.01.2020 - 12:29 Uhr
Oberbibrach bei VorbachOberpfalz

Generationswechsel bei Sebastian-Schützen

Zuerst Gottesdienst, dann Jahreshauptversammlung: Jedes Jahr treffen sich die St.-Sebastian-Schützen anlässlich des Namenstags ihres Patrons im Schützenhaus. Diesmal nehmen sie dabei wichtige Weichenstellungen vor.

Der neue Vorstand der Sebastianschützen um Martin Schmid (Siebter von rechts) und Alexander Thurn (Dritter von rechts)
von Florian KönigProfil

Da Gerhard Thurn und Reinhard Kreutzer nicht mehr als Vorsitzende zur Verfügung standen, wurde bei den Neuwahlen ein Generationenwechsel vollzogen: Das Amt des Vorsitzenden übernimmt Martin Schmid. Ihm zur Seite steht als Stellvertreter künftig Alexander Thurn. Finanzministerin ist weiterhin Karin Schöcklmann.

Bei den Schützenmeistern gab es keine großen Veränderungen: Erster Schützenmeister bleibt Günter König, zweiter Schützenmeister Norbert Rödl. Neu zur dritten Schützenmeisterin wurde Rebecca König gewählt, Schriftführer wurde Florian König. Die Belange der Jugend vertritt ab sofort Anika Schönmann, und als Beisitzer fungieren Elisa Biersack, Christiane Karl, Matthias Thurn, Johannes Kreutzer und Gerhard Thurn.

Rund 50 Mitglieder hatte der scheidende Vorsitzende Gerhard Thurn eingangs zur Jahreshauptversammlung begrüßt und zunächst Marianne Wiesend für die Sebastianpfeile gedankt, die sie wieder mit viel Liebe gebacken hatte. Als Neumitglieder hieß er Annalena Bauer, Anna-Lena Schmidt, Henrik Kausler, Erik Kausler und Hubert Kastner willkommen.

Viele Aktivitäten prägten das vergangene Vereinsjahr, erklärte Thurn in seinem Rückblick: wie der Ausflug nach Bozen und Meran, die Teilnahme an Fronleichnam, die traditionelle Kirwa am vierten August-Wochenende und die 900-Jahr-Feier von Oberbibrach.

Nicht nur gesellschaftlich sind die Sebastian-Schützen vorne dabei, sondern auch im Schießsport. Schützenmeister Günter König berichtete von beachtlichen Erfolgen für Alexander Schwemmer, Sebastian Bauer und Leonhard Bauer beim Vergleichsschießen der Soldatenkameradschaft auf Kreisebene. Sie belegten in ihrer Altersklasse jeweils die ersten und zweiten Plätze. Mit den Lasergewehren beteiligten sich die Schützen wieder am Backofenfest der Feuerwehr. Zur Tradition wurde bereits das Zeltlager der Jungschützen. Ob gemeinsames Grillen, Fußballspielen oder die Nachtwanderung: Für alle sei etwas dabei gewesen, berichtete König. Er lobte vor allem die große Disziplin der Jugend.

45 Paare nahmen 2019 am „Er-und-Sie-Schießen“ teil. Bei dieser Gelegenheit konnten die Mitglieder auch ihren Königsschuss abgeben. Schützenkönig wurde Andreas Ruder, Schützenliesl Anika Schönmann und Jugendkönigin Marina Schönmann.

Finanzministerin Karin Schöcklmann berichtete von derzeit 228 Mitgliedern und legte einen einwandfreien Kassenbericht mit erfreulichen Zahlen vor. Auf Antrag von Kassenprüfer Manfred Plößner und Anita Müller wurde der Vorstand entlastet.

Nach seiner Wahl übernahm der neue Vorsitzende Martin Schmid die Leitung der Jahreshauptversammlung. Er bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, die großen Fußstapfen, die Gerhard Thurn hinterlasse, ausfüllen zu können. In seinem Ausblick kündigte er eine kleine Neuerung an: Der Gaststättenbetrieb soll künftig über eine Geschäftsordnung geleitet werden mit einem Geschäftsführer aus dem Vorstand. Mit Blick auf die Vereinstracht erklärte schmid, dass diese weiter ausgebaut, gepflegt und neue Träger gefunden werden sollen.

Bürgermeister Werner Roder dankte dem bisherigen Vorstand für sein Engagement und die gute Zusammenarbeit. Der Schützenverein habe eine sportliche und kulturell herausragende Position in der Gemeinde inne und erfülle wichtige Funktionen für die Dorfgemeinschaft. Ehrenvorsitzender Anton Schecklmann freute sich über die flotte und einmütige Wahl. Die Schmids stehen bereits in dritter Generation mit an der Spitze: Hermann Schmid als Ehrenvorsitzender, Wolfgang Schmid als ehemaliger Schriftführer und nun Martin Schmid als Vorsitzender.

Im Blickpunkt:

"Garant für Lebensqualität in unserer Heimat“

Der scheidende Vorsitzende Gerhard Thurn ließ in seinem letzten Rechenschaftsbericht die vergangenen 20 Jahre Revue passieren. Im Juli 2000 wurden die Gastwirtschaft von Adriano übernommen und die ersten Pizzen im Hausfrauenofen gebacken, was heute die finanzielle Stütze des Vereins sei. Im August 2000 folgte die erste Kirchweih, bei der am Donnerstag das Fleisch bereits um 19.30 Uhr ausverkauft war. 2001 veranstalteten die Schützen den ersten Faschingsball mit der Botzersreuther Garde – auch heute noch ein Publikumsmagnet und die bestbesuchte Veranstaltung im Jahr, merkte Thurn an.

Gut in Erinnerung sei auch allen noch das Jubiläumsfest Anfang Juli 2001 mit vielen Vereinstrachtlern, Gauschießen und den „Jungen Zillertalern“ sowie - wie sollte es anders sein, wenn die Sebastianschützen feierten und Landrat Simon Wittmann Schirmherr war - mit Unwetter und Starkregen, erklärte er. 2002 bis 2004 wurde der Umbau des Saales geplant und umgesetzt. Decke, Wände, Bestuhlung, Lüftung und neue Toiletten mit Behinderten-WC wurden erneuert und eingebaut.

2010 stand die Sanierung des Dachstuhles am Saal an: "Jahrelang musste der Schnee vom Dach abgeräumt werden, wenn unten Veranstaltungen liefen. Die Sanierung kam rechtzeitig: Es folgte ein strenger Winter mit viel Schnee", blickte der scheidende Vorsitzende zurück. Zudem wurde die Heizungsanlage erneuert.

Große Schatten warf das 60-jährige Bestehen 2011 voraus: Die Fassade wurde erneuert, das Dach gereinigt und der Parkplatz neu geteert, ehe am zweiten Juni-Wochenende "mit einzigartigem Flair unter dem Fallschirm", so Thurn, gefeiert wurde. 2012 wurde der Boden in der alten Wirtsstube erneuert, ehe sie dann 2015 komplett umgebaut wurde und den Namen „Schützen-Alm“ bekam. Der neue elektronische Schießstand mit Live-Übertragung wurde 2017 eingebaut, vergangenes Jahr wurden zwei neue Dampfgarer in Betrieb genommen.

"Gemeinsam ist es gelungen, nicht nur die einzige Gastronomie in der Ortschaft zu erhalten, sondern sie auch mit Erfolg zu betreiben", betonte der scheidende Vorsitzende. "Einen großen Teil tragen dazu die Ehrenamtlichen bei, die Schankdienste übernehmen, und das Küchenteam": 15 Jahre lang Gabi Busch und ihre Helfer, und nun seit 3 Jahren Rosi Wolf. „Dieses starke Team und das gute Zusammenwirken innerhalb der Dorfgemeinschaft sind eine sehr gute Grundlage für weiterhin lebendiges Miteinander und Garant für Lebensqualität in unserer Heimat“, sagte Thurn. (flk)

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