Zahlreiche Besucher versammelten sich auf dem im Volksmund genannten Stachus, um sich beim traditionellen Derblecken über die wichtigsten Geschehnisse des kommunalen Zusammenlebens zu informieren. Unter anderem standen örtliche Vereine, der bevorstehende Bürgermeisterwechsel sowie das Dauerthema „Dorfladen“ auf „der Bleck-List“ der Dichter.
Nachdem bereits ab Vormittag mehrere Hundert Besucher die Gelegenheit zum Mittagstisch im Schützenhaus oder bei der Zeltkirwa in der Weinbergstraße genutzt und sich mit Ente, Reh oder Schäufele gestärkt hatten, rollte gegen 14 Uhr der Kirwa-Zug durch den Ort. Mehrere Fußgruppen und detailverliebte Themenwägen sowie die zwei „Örtlichen Einsatzlleitungswägen“ der Kirwa- Jugend passierten die Gassen und Straßen, um mit dem immer wiederkehrenden Schlachtruf „Wer hout Kirwa – Uns hout Kirwa“ auf den Höhepunkt des Hochfests aufmerksam zu machen. Nach einer Ansprache von Moderator Sebastian Schönmann legten dann die Sänger los. Andreas Nickl, Elisa Biersack, Leonie Schmidt und Annika Schönmann berichteten unter Begleitung von Jan Seifert in kurzweiligen „G´Stanzln“ von so manch unerhörter Begebenheit.
Sein Fett bekam gleich zu Beginn der hiesige Motorradclub weg, dessen Nachwuchs den ursprünglichen Vereinszweck arg schleifen lässt. So wurde beim Vereinsausflug entgegen ursprünglicher Gepflogenheiten anstatt des Motorrads der Reisebus bemüht: „Die altn MCOler hätten as Motorradl gnumma, ober die Junga wärn su ned af Hamburg kumma. As Problem is ganz klar: koi Führerschein oder Motorradl is da.“
Auch die Ausrüstung der Oberbibracher Feuerwehr bezüglich der sich in jüngster Vergangenheit gehäuften Einsätze kam zur Sprache: „Sechs Leit im Feierwehrauto und nu zwanzig hinterher – dou lang ned amal die Uniform mehr.“ Mit Blick auf die Nachbarwehr hatten die Dichter auch gleich augenzwinkernd einen Verbesserungsvorschlag parat: „Wir brauchen an Bus, wenn Vorba für zwoa Leit oin houd, is des für Biwara a Muss.“ Und in Anspielung auf das neue Feuerwehrauto sowie den Feuerwehrhausneubau in Vorbach kam dann noch der Vorschlag: „Liebe Vorbicha, eitz mey ma mal fragen: Kannten wir net eier neis Vehikel haben? Bei uns im Haus hat es genügend Platz, ohne dass es gelagert werden muss als Bausatz.“
Auch die kommunale Politik beschäftigen die Sänger. Zunächst richtete man noch einen Appell an den amtierenden Bürgermeister: „Werner, vielen Dank für deine edle Spende, bei uns bleibst für weig a lebende Legende. Ins Alter bist kumma und alles find sein End. Wir dadn uns gfreia über a scheine Abschluss-Spend.“ Daran anknüpfend folgten Spekulationen über die Nachfolge des Gemeindeoberhaupts: „Man hört ja so munkeln, es gibt zwei Kandidaten – da oi kummt as Biwara, da aner as Franken.“
Auch gab es an die Gemeinderäte die erneute Forderung, endlich den Ausbau des „Kanale de Biwara“ zu forcieren: „Noch immer ist es bei uns ausgeblieben, dass wir einen neuen Biberbach kriegen. Unser ZS wartet vergeben auf neue Versandmöglichkeiten auf Wasserwegen. Weder ein Hafen, noch Renaturierung – Biwara bekommt kein Geld von da Vorbacher Regierung.“ Einen höheren Plan vermuteten die Sänger dann beim Neubau des kommunalen Mietwohngebäudes neben dem Dorfladen: „Um den Umsatz im Dorfladen zu steigern, hatten sie einen Plan: Sie siedeln die Kundschaft einfach nebendran an.“
Goutiert wurden die Show der Kirwa- Jugend mit Lachern und Applaus des Publikums, die sich währenddessen am Getränkestand der Feuerwehr oder am Eiswagen stärkten. Im Anschluss ans Derblecken wurden die Kirwa- Moidla und Boum in den drei Lokalen vorstellig. Dort gingen die Feierlichkeiten auch für viele Gäste weiter. Im Schützenhaus traf sich zum 20. Mal die regionale Musikanten-Szene, um Oberpfälzer Weisen und böhmische Blasmusik zu präsentieren. Party stand bei Hugos Pils-Pub auf dem Programm, und auch bei der Zelt-Kirwa wurde bis spät in die Nacht gefeiert.
















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