17.06.2020 - 13:43 Uhr
Oberbibrach bei VorbachOberpfalz

Schneidweiher: Gestrandete Fische nach Dammbruch

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Eine gewaltige Wassermasse bricht Sonntagnacht über Oberbibrach herein. Der Schneidweiher hält den Regenfällen nicht länger stand, der Damm gibt nach. Tage später ist von dem Weiher nicht mehr viel übrig. Zurückbleiben gestrandete Fische.

Viele Fische werden in der Nacht zum Montag aus dem Schneidweiher nahe Oberbibrach gespült. Sie alle verenden wie dieser eineinhalb Meter lange Waller auf dem Waldboden.
von Autor EDOProfil

„Da blutet mir das Herz“, sagt die vierköpfige Familie, als sie unweit des Schneidweihers bei Oberbibrach den eineinhalb Meter langen Waller zwischen Fichten und Sandsteinbrocken im Wald liegen sieht. „Wie alt der wohl ist?“, fragen die kleinen Mädchen.

Sie stehen vor der etwa zehn Meter breiten, zehn Meter langen und fünf Meter tiefen Schneise, welche die Wassermassen in der Nacht zum Montag in den Schneidweiher gerissen haben. Es herrscht ein hier ungewohnt reges Treiben in dem idyllischen Wald- und Sumpfgebiet. Immer wieder kommen Leute vorbei, um sich das Loch im Damm anzusehen. „Das gibt es doch nicht!“ oder „Da sieht man mal, welche Kraft Wasser hat“ - derartige Aussagen zwischen Erstaunen und Bestürzung sind immer wieder zu hören. An einem Baumstamm liegt im Abflussbereich - dreißig Meter vom Damm entfernt - ein großer Sandsteinquader, der aussieht, wie die verbliebenen Steine, die in den Damm eingebaut sind.

Einen Steinwurf weiter liegt ein verendeter Marmorkarpfen, über einen Meter lang und etwa 20 Jahre alt. Fliegen überführen das stattliche Tier bereits in den ökologischen Kreislauf. Weiter unten bestaunen Spaziergänger zwei kapitale Zander. „Was die wohl wert sind?“, fragt der eine. „Zander sind mit die teuersten Speisefische“, weiß der andere. Lachmöwenschwärme kreisen über das Waldgebiet, das vom Wasser wortwörtlich platt gemacht wurde. Auch über den Wiesen vorm Rosaweiher kreischen die schwarzweißen Vögel, die wohl vom Eschenbacher Weihergebiet kommen und sich über einen reich gedeckten Tisch freuen: Vor allem Rotaugen liegen überall verstreut zwischen den Grashalmen.

Ein Oberbibracher keschert kleine lebende Weißfische, deren Rückenflossen bereits aus dem Wasser ragen, aus den überschwemmten Traktorenspuren im Wald, er wird sie später in den Biberbach setzen: „Ich kann das nicht sehen, wenn die Fische hier verenden“, sagt er.

Biberlöcher habe sie hier vergangene Woche gesehen, sagt eine Fahrradfahrerin, die öfter am Schneidweiher vorbeikommt. Sie spricht aus, was viele hier vermuten: „Vielleicht haben die dazu geführt, dass der Damm gebrochen ist.“ Dafür erntet sie ein Nicken von ihrem Partner. Ein anderer, der am Montagfrüh selbst mit der Feuerwehr hier im Einsatz war, meint: „Man sieht, dass der Hochwasserschutz nicht erst im Dorf beginnt, sondern bereits hier."

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Hier war Sonntagabend noch der Damm des Schneidweihers, ehe die Wassermassen eine circa 500 Kubikmeter große Schneise in das Erdreich gerissen haben.
Sandsteinquader aus dem Damm hat das Wasser mehrere Meter weg geschwemmt.
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