07.05.2020 - 11:21 Uhr
Oberbibrach bei VorbachOberpfalz

Stille Heldin in der Coronakrise: Über Hundert Masken in Handarbeit

Auf dem Tisch in ihrem Arbeitszimmer stapeln sich die Mund-Nase-Masken. Anita Schöcklmann aus Oberbibrach vernäht im Akkord Stoffe und Gummis. Geld verlangt sie dafür aber keines.

Große Nachfrage herrscht bei Anita Schöcklmanns Masken-Manufaktur. Die Oberbibracherin hat schon über hundert Exemplare gefertigt, um Spenden zu sammeln.
von EDOProfil

Regelmäßig und zügig arbeitet sich die graue Pfaff-Nähmaschine, geführt von erfahrener und fachkundiger Hand, durch den bunten Stoff. Das Modell der Firma aus Kaiserslautern hat schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel, doch zuverlässig verrichtet es nach wie vor seinen Dienst. Jetzt noch die mittlerweile rar gewordenen Hosengummi-Bänder zurechtgeschnitten und schon wieder hat Anita Schöcklmann eine weitere „Community-Maske“ in sorgfältiger Handarbeit gefertigt.

Sie legt die bunt gepunktete Mund-Nasen-Bedeckung auf den Tisch in ihrem Arbeitszimmer. Dort liegen schon die anderen, die sie ebenfalls in den letzten Stunden gemacht hat. Alle sind mit einer Nummer versehen. Diese Farb-Kombination sei eine Wunsch-Bestellung einer Bekannten, erklärt sie und deutet auf eine Maske. „Sie hat sich unter den Farbmustern, die ich ihr übers Handy geschickt habe, dieses ausgesucht“, sagt die mehrfache Großmutter, die unter anderem auch Stofftiere für ihre Enkel näht.

Bereits Wochen vor der allgemeinen Maskenpflicht habe sie schon damit angefangen, "Community-Masken" zu nähen. „Ich habe sie auch schon eher getragen und dann haben mich Freunde und Bekannte oft gefragt, wo ich die denn her habe.“ Also beschloss sie, die Produktion auszuweiten: „Mittlerweile sind es schon gut über hundert Stück.“ Die Nachfrage sei immer größer geworden, vor allem, als das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung beim Einkaufen verpflichtend wurde.

„Verlangen will ich dafür nichts“, erzählt sie: „In so einer Notsituation bereichere ich mich nicht persönlich.“ Stattdessen schlug sie den Interessenten eine freiwillige Spende vor. „Das, was da zusammenkommt, wird wiederum gespendet. Wenn es die Umstände wieder zulassen, übergebe ich es an jemanden, der es wirklich braucht.“ Einen konkreten Empfänger hat sie bereits im Sinn, aber verraten will sie ihn noch nicht, schließlich solle man keine großen Sprüche machen, sondern lieber handeln. „Ich habe noch Material für weitere Masken daheim“, betont sie zum Schluss: „Wer noch welche braucht, kann sich gerne bei mir melden.“

Fragen und Antworten zur Mund- und Nasenmaske

Bayern
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