20.01.2020 - 11:36 Uhr
Oberbibrach bei VorbachOberpfalz

Zecken, Würmer und Viren zum Frühstück

Zu Besuch bei Zecken, Rötelmaus, Band- und Spulwürmern, Schimmelpilzsporen und Papillomviren begeben sich die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Als kompetente „Reiseleiterin“ sorgt Irmgard Brunner für Aha-Effekte.

Irmgard Brunner (rechts) informiert über Infektionskrankheiten, Petra Schäffler lädt zum Landfrauentag am 17. März in die Stadthalle Neustadt/WN ein.
von Walther HermannProfil

Bei der Frühstücksveranstaltung zum Thema „Infektionskrankheiten“ der BBV-Landfrauen des westlichen Landkreises Neustadt/WN stand die Studiendirektorin der Fachrichtung Biologie/Chemie in einem restlos gefüllten Saal im Schützenheim. Ihr Vortrag, garniert mit vielen Präsentationen, sollte Anregungen geben und Motivation sein, um „Sorge zu tragen, damit Infektionskrankheiten nicht auftreten, die für jeden gefährlich sein können“.

Brunner stellte zunächst die bisher nahezu ausschließlich nur in Bayern und Baden-Württemberg verbreiteten Arten von Zecken vor, die Blut zu ihrer Weiterentwicklung brauchen und wegen des milden Klimas nun auch während der Winterzeit aktiv werden. „Nicht jede Zecke hat gefährliche Bakterien in ihrem Speichel“, merkte die Referentin an. Bei Wanderröte um die Bissstelle müsse zur Vermeidung von Fieber, Lähmungen, Gelenkproblemen und Entzündungen des Gehirns aber sofort einen Arzt aufgesucht werden. Da bei FSME-Gehirnhautentzündung kein Antibiotikum helfe, forderte sie eine „vorbeugende Impfung im ausgehenden Winter“.

Kann das aus den Tropen bekannte Fleckfieber auch in unseren Breiten ausbrechen? Die Referentin stellte als Antwort darauf die durch Zugvögel eingeschleppte größere Hyalomma-Zecke vor, die es besonders auf Pferde abgesehen habe und Fleckfieber auslösen könne. An Pferdehalter appellierte sie, ihre Tiere im Auge zu behalten.

Nach Warnungen vor den im Staub enthaltenen Kotviren der Rötelmaus, die sogar ein Nierenversagen auslösen können, leitete die Biologin über zu Bandwurm-Erkrankungen, die oft erst Jahre nach der Infektion bemerkt werden, und rief zur Vorsicht bei engem Kontakt mit nicht entwurmten Haustieren auf. Als sie davor warnte, rohe Beerenfrüchte wie Erdbeeren oder Schwarzbeeren zu essen, entstand im Kreis der Zuhörerinnen ein deutliches Murmeln. Als „harmlos“ stufte Brunner eine Infektion durch Spulwürmer ein, von denen etwa die Hälfte der Menschen einmal im Leben befallen sei, die unbehandelt jedoch bei Kindern zu Entwicklungsstörungen führe.

Als "wenig ernst genommen" bezeichnete sie Infektionskrankheiten wie Gürtelrose, Pneumokokken (Lungenentzündung) und Toxoplasmose. Da die Toxoplasmose-Eier durch den Kontakt mit Katzen oder über rohes Fleisch aufgenommen werden und die Infektion zu Fehlgeburten führen könne, riet sie insbesondere jungen Frauen zur vorbeugenden Impfung. Mit Aussagen zu Entstehung, Symptomen und Vorbeugung von Schimmelpilz beendete die Rednerin ihre „Rundreise“.

Petra Schäffler, die stellvertretende Kreisbäuerin, sprach von einem „offensichtlich interessanten Thema“. „Hände waschen und nochmal Hände waschen“, lautete ihr Appell. An den Tischen fielen aber auch Anmerkungen wie: „Dou kinna ma uns ja glei in Gloskastn setzn.“

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