11.06.2019 - 11:00 Uhr
Oberlind bei VohenstraußOberpfalz

Brand in Notre Dame rüttelt auch in Region auf

Für Kommandant Markus Kindl war der Brand in der Pariser Kathedrale Grund genug, die beiden Kirchen im Ortsteil in eine Brandübung einzubeziehen. Schreckliches Szenario.

Die Feuerwehrleute in Oberlind haben sich mit der Brandbekämpfung an ihren beiden Kirchen beschäftigt. Hier sind sie an der Filialkirche St. Thomas am Werk.
von Elisabeth DobmayerProfil

Was in Paris mit der historischen Kathedrale Notre-Dame beim Großbrand im April passiert ist, kann jederzeit anderswo an großen Gebäuden und Baudenkmälern passieren. Deshalb hat Kommandant Markus Kindl von der Ortsteilwehr umgehend reagiert und an den beiden Ortskirchen, der St.-Thomas-Kirche und der Kalvarienbergkirche mit seinen Aktiven eine Übung angesetzt. „Wenn schwierig zugängliche oder große Objekte im Einzugsbereich einer Feuerwehr liegen, sollten diese unbedingt für Übungen herangezogen werden“, begründet er. Gerade bei Kirchen könne im Falle eines Brands wegen ihrer Höhe die Technik der Einsatzkräfte mitunter an ihre Grenzen stoßen.

„Kirchen stehen meist mitten in den Ortschaften und sind rundherum dicht bebaut“, hob Kindl die Besonderheiten heraus. Einsatztaktisch könnten solche Einsätze die Feuerwehrleute vor sehr schwierige Aufgaben stellen. Bauweise, Art, Alter und Brennbarkeit der Materialien, noch dazu in großer Höhe, sowie schlechte Zugangsmöglichkeiten machen einen Löschangriff nicht gerade zum Kinderspiel. Brände die in großen Höhen ausbrechen, werden auch nicht immer unmittelbar entdeckt. Sind dann in dem betroffenen Gebäuden oder Kirchen wertvolle Gemälde oder sonstige Kulturgüter vorhanden, muss neben der Menschenrettung und Brandbekämpfung auch die Bergung von Kulturgut in die einsatztaktischen Maßnahmen einbezogen werden. „Diese Gegenstände müssen dann notdürftig verpackt und umgehend aus dem Bereich des Löschwassers entfernt werden“, machte der Kommandant die Schwierigkeit deutlich. Bei allem Einsatz zur Bergung von Kulturgut gilt jedoch uneingeschränkt der Grundsatz: „Das Leben und die Gesundheit der Einsatzkräfte hat Vorrang. Unverhältnismäßige Risiken darf man nicht eingehen.“

Diese Überlegungen veranlassten die Freiwillige Feuerwehr Oberlind an ihren zwei Gotteshäusern jeweils eine Übung durchzuführen, um Möglichkeiten eines gezielten Löschangriffs zu erproben und die verschiedenen Wasserentnahmestellen und Aufstellmöglichkeiten für nachrückende Fahrzeuge im Umfeld der beiden Kirchengebäude zu erkunden. Neben der Brandbekämpfung wurde auch die Rettung und Erste-Hilfe-Versorgung eines verletzten Feuerwehrmannes geübt, der von herabfallenden Dachteilen getroffen wurde. „Auch wenn mittlerweile Brände schon lange von den technischen Hilfeleistungseinsätzen überholt worden sind, muss auch hier die richtige Vorgehensweise immer wieder vertieft und aufgefrischt werden“, ist der Experte überzeugt. „Es ist von enormer Bedeutung, dass sich die örtliche Feuerwehr in ihrem Gebiet mit all ihren Besonderheiten bestens vertraut macht, um bei Gefahren schnell und effizient helfen zu können.“

Es ist von enormer Bedeutung, dass sich die örtliche Feuerwehr in ihrem Gebiet mit all ihren Besonderheiten bestens vertraut macht, um bei Gefahren schnell und effizient helfen zu können.“

Oberlinds Kommandant Markus Kindl

Die Feuerwehleute in Oberlind haben sich mit der Brandbekämpfung an ihren beiden Kirchen beschäftigt. Auch Verletzte wurden versorgt.
Ein Verletzter wird aus dem Gefahrenbereich gebracht.
An der Kalvarienberkirche probten die Oberlinder Feuerwehrkräfte den Ernstfall.
Die Feuerwehrleute in Oberlind haben sich mit der Brandbekämpfung an ihren beiden Kirchen beschäftigt. Hier sind sie an der Filialkirche St. Thomas am Werk.
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