09.07.2019 - 14:33 Uhr
Oberlind bei VohenstraußOberpfalz

Christen sollen Mission erfüllen

Die Oberlinder Pfarrangehörigen feiern ihren Patron der Filialkirche. Dazu holen die Vereine auch die Fahnen aus ihren Schränken und ziehen ihre Festtagskleidung an. Dekan Hösl erinnert an die Worte von Papst Franziskus.

In der Filialkirche St. Thomas feiern die Pfarrangehörigen mit Dekan Alexander Hösl den Namenstag des heiligen Thomas, der als Zwilling oder Zweifler bekannt ist.
von Elisabeth DobmayerProfil

In der Filialgemeinde St. Thomas stand der Gedenktag des Heiligen Thomas an und damit der Patroziniumstag des Gotteshauses. Die Fahnenabordnungen trafen sich mit den Vereinen und kirchlichen Gremien am Dorfbaum unterhalb der Kirche zum Zug über die kleine Anhöhe in das Gotteshaus.

„Den Apostel Thomas sehen wir häufig unter dem Aspekt des Zweifels“, führte Dekan Alexander Hösl aus, der den Gottesdienst im Gedenken an den großen Patron zelebrierte. Meist wird Thomas mit Jesus an die Wundmale fassend mit Bart, Schwert, Lanze oder Winkelmaß dargestellt, denn er ist der Patron der Architekten, Geometer, Maurer, Zimmerleute, der Bauarbeiter, Steinhauer und Feldmesser sowie wegen seiner Zweifel auch der Theologen. Gerne werde Thomas‘ großartiges Bekenntnis übersehen, dass er trotz seiner Zweifel abgelegt hat. Er ist dem auferstandenen Christus begegnet und mit ihm in Berührung gekommen. „Es war der große Glücksmoment seines Lebens.“

Doch seine Zweifel seien beispielhaft für viele Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Glauben an die Auferstehung haben, und zwar durch alle Zeiten hindurch, meinte Hösl. Für die nachösterlichen Gemeinden braucht es also andere Berührungspunkte, um mit dem Auferstandenen in Kontakt zu kommen. Das geschieht wohl nicht im Alleingang. „Thomas macht erst in der Jüngergemeinde diese Gotteserfahrung, als alle Jünger wieder versammelt waren.“ Die Berührung mit dem auferstandenen Christus brauche einen Ort und eine Zeit, unterstrich der Geistliche.

Wie wirke folgender Satz ganz spontan auf jeden Einzelnen, wenn es heiße: „Du bist eine Mission“. Fühle sich der Einzelne direkt angesprochen? Sicher wirke diese Aussage zuerst einmal etwas befremdlich. Die Aussage stamme nicht von ihm, sagte Dekan Hösl sondern von Papst Franziskus persönlich. In seinem Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ über die Verkündigung des Evangeliums betonte der Papst fast emphatisch, christliche Existenz sei durch und durch missionarisch, das Zeugnisgeben nicht etwas, das zum Glauben noch dazukommt, sondern sein Herzstück.

„Müsste ich als Christ nicht zuerst zurückschrecken, wenn ich von Mission höre?“, fragte Hösl. Mit Blick auf die Vergangenheit verbinde sich mit Missionierung oftmals nicht nur Gutes. Auch im Christentum gab es Gewalt und wurde Religion durch blinden Fanatismus und Machtausübung missbraucht. "Dabei meint Mission von der Wortbedeutung her nichts anderes als Sendung. Gesendet zu sein, einen Auftrag zu haben, für etwas einzustehen oder an etwas glauben."

Es gebe so unendlich viele Möglichkeiten, diese Mission hier und heute zu leben, unterstrich der Geistliche. Meist schrecke der Gedanke ab, "weil wir an etwas ganz Großes denken, das uns schnell überfordern kann". Mission zu sein, könne jederzeit auch im Kleinen passieren und an vielen unterschiedlichen Orten. Der getaufte Mensch zieht wie Thomas los, sucht den Kontakt, pflegt die Beziehung und lässt so von Mensch zu Mensch die Gottesbeziehung entstehen. Die Begegnung von Jesus und Thomas spricht Bände davon. „Entscheidend ist, dass ich mein Christsein als Sendung, als Mission verstehe und bereit bin, mich senden zu lassen“, hob Dekan Hösl hervor. Zum Abschluss nahm er alle Gottesdienstbesucher in einen meditativen Impuls mit hinein in den Gedanken: „Ich bin eine Mission.“

Entscheidend ist, dass ich mein Christsein als Sendung, als Mission verstehe und bereit bin, mich senden zu lassen.

Dekan Alexander Hösl

Dekan Alexander Hösl

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