Technische Hilfeleistungen nehmen einen immer stärkeren Platz im Einsatzspektrum der Feuerwehren ein. Unfälle im Straßenverkehr sind für alle alarmierten Feuerwehren gleich, egal ob Berufsfeuerwehr oder Dorffeuerwehr. Doch größere Wehren haben durch häufiges Ausrücken mehr Routine. Dies müssen kleinere Einheiten mit entsprechenden Übungen ausgleichen. Besondere Aufgaben kommen in solchen Fällen vor allem der Oberlinder Ortsteilwehr, unmittelbar an der Autobahn A 6 gelegen, zu. Deshalb lud Kommandant Markus Kindl seine Aktiven zehn Tage lang zu einer Fortbildung ins Gerätehaus ein.
Neben der Absicherung und dem ersten Ausleuchten der Einsatzstelle muss auch der Brandschutz sichergestellt werden. Dies erfolgt mit den Feuerlöschern und der High-Press, dem Schaumlöschgerät, die auch Fahrzeugbrände bis zu einer bestimmten Fahrzeuggröße ablöschen kann. Ebenso wichtig ist es, verunglückte Fahrzeuge zu sichern und zu stabilisieren.
Viele Materialien, angefangen von der Steckleiter bis hin zu Schlauchbrücken und Leinen, können hier Verwendung finden. Des Weiteren muss der Gruppenführer die Lage beurteilen, um entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Da in dieser Phase auch die Betreuung verunglückter Personen fällt, übten die Wehrleute auch das Anlegen von Druckverbänden und die Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Der Gruppenführer muss gleichzeitig die Gesamtlage einschätzen und braucht deshalb eine entsprechend schlagkräftige Mannschaft, die grundlegende Handlungsweisen bei Verkehrsunfällen beherrschen. Das Üben dieser Standardregeln in Theorie und Praxis sind deshalb unerlässlich, informierte Kommandant Markus Kindl. "Auch eine kleine Ortsteilfeuerwehr ist mit ihren Gerätschaften durchaus in der Lage, eine erste Zugangsöffnung in ein verunglücktes Fahrzeug über den Kofferraum oder die Fensterscheiben zu schaffen, um erste Hilfsmaßnahmen für verletzte Personen einzuleiten." Außerdem gilt es, schnell zu ermitteln, über welche Antriebsart das Fahrzeug verfügt, wie zum Beispiel Gas, Hybrid oder Elektro und ob sich etwa Gefahrgut an Bord befindet.
In der Anfangsphase ist erst einmal die ganze Kraft der Helfer das Wichtigste. Außerdem beschäftigten sich die Kursteilnehmer mit Transporttechniken von Verletzten. 25 Personen unterzogen sich dieser umfangreichen Ausbildung, die Kindl ausgearbeitet hatte.
Mit viel Lob überhäufte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer die Feuerwehrleute, die nach einem harten Arbeitstag auch noch die Kraft aufbringen und sich in diesem Ehrenamt für die Not anderer Menschen ausbilden lassen. Mit einem gemeinsamen Essen im Vereinslokal Anzer schlossen die Einsatzkräfte diese lehrreiche Fortbildung ab.












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