Die Mannschaft der Oberlinder Wehr, die sich zur neuen Atemschutzgruppe formiert hat, besteht mittlerweile aus neun Mitgliedern: Kommandant Markus Kindl, sein Stellvertreter Christian Wenk, Franziska Braun, Kristina Woldrich, Markus Suckart, Manfred Meier, Moritz Lemser, Felix Volkmer und Wolfgang Zitzmann. Ihnen wird ein intensives Training abverlangt, denn wenn es so richtig heiß wird oder verdächtig riecht, gehen sie für die Bürger durchs Feuer. Nicht umsonst wird von der Elitetruppe der Feuerwehr gesprochen, wenn es um die Atemschutzgeräteträger geht.
Atemschutzeinsätze sind sehr komplex und sowohl körperlich als auch psychisch eine der anstrengendsten und mitunter gefährlichsten Tätigkeiten im Feuerwehrdienst. Deshalb werden auch besonders hohe gesundheitliche Anforderungen an die Probanden gestellt. Sie müssen sich regelmäßig einer ärztlichen Untersuchung unterziehen und auch jährlich eine bestimmte Anzahl an Übungsstunden vorweisen, die der Kommandant dokumentieren und bestätigen muss, informiert Markus Kindl.
Verlass auf Kameraden
„Selbst kleine Fehler beim Einsatz mit den Atemschutzgeräten können in der Verkettung tödliche Folgen haben. Die Aus- und Fortbildung in diesem Bereich, das sichere Vorgehen im Innenangriff, die Handlungssicherheit bei Atemschutznotfällen müssen deshalb ständig trainiert werden.“ Atemschutzgeräteträger müssen sich zu 100 Prozent auf die Kameraden verlassen können. „Ein Vorgehen ist immer nur zu zweit vorgesehen und auch erst dann, wenn der Sicherungstrupp bereitsteht“, versichert der Kommandant.
Bei null Sicht, Hitze und Stress zu arbeiten, erfordert enorme Kraftanstrengungen, um Verletzte ins Freie zu bringen oder einen kollabierten Kameraden zu helfen. Jeder Handgriff muss sitzen. Es kann im Ernstfall schon einmal nötig sein, den Kollegen bei durchdringendem Rauch und Qualm ohne Sicht den Sauerstoffschlauch umzustecken, um ihn aus der eigenen Sauerstoffflasche mitzuversorgen oder eine Fluchthaube anzulegen. Genauso müssen Knoten sitzen, die Pressluftflasche bei engen Stellen abzulegen und im Liegen wieder aufzunehmen oder durch Engstellen zu kriechen.
Regelmäßige Übungen
Die Oberlinder Atemschutzgeräteträger nehmen ihr neues Amt sehr ernst und üben regelmäßig. In der Turnhalle wird auch die Fitness gestärkt. Ein Atemschutzgeräteträger wiegt mit seiner gesamten Ausrüstung gut und gerne um die 100 Kilogramm. Wenn dann noch Verletzten geholfen werden muss, schleppt er mindestens das doppelte Gewicht. Als Ausbilder stehen Stadtkommandant Mario Dobmayer, Albert Burger und Jonas Dobmayer mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen die Neulinge bei allen Fragen. Die Mitglieder der Atemschutzgruppe stehen rund um die Uhr bereit, um bei Bedarf Hilfe zu leisten.
Die Einführung dieser neuen Atemschutzgruppe unterstreicht das Bestreben der Feuerwehr Oberlind, ihre Fähigkeiten zu verbessern und den Schutz der Bürger zu gewährleisten. "Es ist eine Investition in die Sicherheit der gesamten Gemeinde und ein Beweis für den Einsatz der freiwilligen Feuerwehrkräfte, die immer bereit sind, in schwierigen Situationen zu helfen", betont Kindl.
Atemschutzgeräteträger
- Einsatz: wenn Atemgifte wie Rauchgase die Einsatzkräfte bedrohen
- Ausrüstung: Druckluftflasche gefüllt mit 300 bar Atemluft für etwa 20 Minuten schwere körperliche Arbeit, Sichtscheibe zum Schutz des Gesichts vor Hitze und Brandrauch, enganliegende Flammschutzhaube zum Schutz des Kopfes
- Verständigung: über integriertes Kommunikationssystem per Funk













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