17.01.2021 - 20:19 Uhr
Oberlind bei VohenstraußOberpfalz

Oberlinder Feuerwehr trainiert online

Selbst die Corona-Pandemie hält die Oberlinder Feuerwehrkräfte nicht auf, Schulungen abzuhalten. Allerdings kontaktlos und online. Die neue Art der Ausbildung und Kontaktpflege kommt an.

Gerätewart Wolfgang Zitzmann (sitzend) kennt sich schon beruflich bestens mit Videokonferenzen aus. Jetzt richtete er auch der Oberlinder Feuerwehr eine Online-Schulung ein. Die beiden Kommandanten Markus Kindl (rechts) und Albert Herrmann (links) sind wie die aktiven Feuerwehrkräfte begeistert, die sich gerne in das System einklinken und miteinander lernen oder Gefahrenlagen besprechen.
von Elisabeth DobmayerProfil

Während auf Landkreisebene noch an Konzepten gefeilt wird, üben die Feuerwehrleute aus dem Vohenstraußer Ortsteil seit Jahresbeginn bereits kontaktlos und online. Wer aktiv in einer Feuerwehr anderen Menschen helfen möchte, muss sich einer fundierten Ausbildung unterziehen. Doch in der momentanen Coronakrise sind diese Aufgaben immer schwieriger zu realisieren. "Wenn nur einige Wochen Übungen abgesagt werden müssen, kann dies schon überbrückt werden", versicherte Kommandant Markus Kindl. Doch aus den anfänglichen Wochen nun schon viele Monate geworden. Die hohen Ansteckungszahlen lassen kein gewohntes Üben zu.

Aktiver Feuerwehrdienst lebt aber von der regelmäßigen praktischen Tätigkeit, um Handlungsabläufe zu automatisieren. Normalerweise trainieren die Wehrleute jede Woche. "Derzeit dürfen aber nur Tätigkeiten, die für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft wichtig sind, gemacht werden. Die Ansteckungsgefahr ist einfach zu groß", weiß Kindl. Es werde auch nur zu Einsätzen unter Schutzvorkehrungen ausgerückt.

Eine Feuerwehr gehöre zu den kritischen Einrichtungen, die keinesfalls ausfallen dürfen. Deshalb entstand die Idee, die aktiven Mitglieder online zu schulen. Große Unterstützung erfuhren der Kommandant und dessen Stellvertreter Albert Herrmann durch Gerätewart Wolfgang Zitzmann, der im Bereich Videokonferenz beruflich über viel Erfahrung verfügt. Schnell und zielstrebig wurde die Idee umgesetzt und das Equipment beschafft.

Seit Anfang des Jahres kurbeln die Übungen im virtuellen Raum die Ausbildung wieder an. Mit Hilfe von Vorträgen, Lehrfilmen, Quiz und dem Austausch über die Videoplattform wird Wissen aufgefrischt, erweitert und vertieft. So wird der Jugendfeuerwehr Gerätekunde gelehrt oder Erste-Hilfe-Maßnahmen am Bildschirm besprochen.

Die durchwegs positive Resonanz auf diese neue Art der Übung freut die Verantwortlichen sehr. "Natürlich kann die digitale Lehrtechnik nicht die praktischen Übungen ersetzen. Praktische Tätigkeiten und die gesellige Kameradschaft sind ein sehr wichtiger Baustein der Feuerwehrausbildung", so Kindl. Doch die Online-Ausbildung sei eine pragmatische Lösung, um wenigstens einen Teil der Lehrtätigkeit wieder zu ermöglichen.

Natürlich kann die digitale Lehrtechnik nicht die praktischen Übungen ersetzen. Praktische Tätigkeiten und die gesellige Kameradschaft sind ein sehr wichtiger Baustein der Feuerwehrausbildung.

Kommandant Markus Kindl

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.