Oberlind bei Vohenstrauß
17.10.2019 - 11:24 Uhr

Ein umgestürztes Auto und zwei Schwerverletzte

Stress darf bei der Feuerwehrarbeit an einer Unfallstelle gar nicht erst aufkommen. Gruppenführer tragen hier besondere Verantwortung gegenüber ihrer Mannschaft.

Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden. Bild: dob
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden.

Bei Einsätzen stehen Feuerwehrleute unter immensem Druck, der durch den Faktor Zeit vergrößert wird. Sie sollen in einer bestimmten Zeit Hilfe bringen. Doch schon läuft es nicht wie geplant, man muss umdisponieren, neue Lösungen suchen. Dies alles erfolgt in einem knapp bemessenen Zeitfenster.

An drei Abenden frischten die Führungskräfte und erfahrene Feuerwehrler der Ortsfeuerwehr anhand von verschiedenen Einsatzszenarien, die auf Karten dargestellt wurden, die Möglichkeiten der taktischen Vorgehensweise und der Gefahrenabwehr auf. Zusammengestellt wurde die Unterrichtseinheit von Kommandant Markus Kindl, der durch Harald Dirnberger und Heinrich Rewitzer tatkräftig unterstützt wurde. Die sogenannte „GAMS“-Regel, Gefahren durch Explosion, Einsätze in Biogasanlagen, mögliche Vorgehensweisen beim Absturz eines Leichtflugzeugs oder Hubschraubers oder das Verhalten bei Einsätzen an Photovoltaikanlagen waren Bestandteil der theoretischen Schulungen. Außerdem wurde auch besonders auf Vorgehensweisen bei Flächenbränden und die Festigung im Umgang mit dem Digitalfunk eingegangen. Die Fallbeispiele wurden in Gruppen gemeinsam durchgesprochen. Auch die Praxis kam anschließend nicht zu kurz. Den Abschluss des internen Lehrgangs bildete ein gemeinsames Abschlussessen im Vereinslokal Anzer.

Das Löschen von Bränden, die Rettung von Menschen und Tieren oder Unfallopfer aus deformierten Karosserien befreien sind heute grundlegende Aufgaben von Feuerwehren – egal ob groß oder klein. Um dies alles zu bewältigen sind nicht nur Mut und Einsatzbereitschaft gefragt, sondern auch handwerkliches und vor allem auch taktisches Können. Feuerwehrarbeit ist und bleibt ein Handwerk, das man erlernen und regelmäßig auffrischen und üben muss. Ebenso muss dieses Handwerk im Team beherrscht werden. „Teamarbeit ist die oberste Prämisse für jeden Einsatzerfolg“, unterstreicht Markus Kindl. „Gut durchgeführte Ausbildungen geben den Feuerwehrleuten ein hohes Maß an Handlungssicherheit.“

Als Gruppenführer trage man besondere Verantwortung für Menschen und Entscheidungen müssen sehr kurzfristig getroffen werden. Die Anfahrt dauert rund zehn Minuten, dann müsse der Verletzte aus dem Unfallfahrzeug gerettet und anschließend ins Krankenhaus transportiert werden. Während dieser ganzen Tätigkeiten, die in diesen Zeiträumen ablaufen, werden die Einsatzkräfte man ständig beobachtet. „Als Feuerwehrmann steht man immer im Fokus der Öffentlichkeit“, weiß Kindl. Daraus ergeben sich Vor- und Nachteile. „Die Menschen vertrauen uns und wir als Feuerwehrleute müssen dieses Vertrauen auch erfüllen. Die Leute gehen davon aus, dass die Feuerwehrleute helfen können und auch im Bereich der Ersten Hilfe über erweitertes Wissen verfügen und dieses anwenden.“ Die Bevölkerung unterscheide an der Einsatzstelle nicht, ob man eine Feuerwehr sei, die weniger oder mehr Einsätze im Jahr fahre. Deshalb sei auch die Größe einer Wehr nicht entscheidend. „Sie sehen die Kameraden in Uniform und im Schutzanzug und erwarten, dass diese professionelle und schnelle Hilfe bringen können.“ Deswegen kann ein Feuerwehreinsatz die Einsatzkräfte schnell unter Stress setzen, insbesondere wenn schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen.“ Um im Feuerwehreinsatz keinen Stress aufkommen zu lassen, ist es notwendig auf antrainierte und bekannte Verhaltensmuster zurückzugreifen. Das Verwenden von immer wieder durchgespielten Standardeinsatzregeln kann dem entgegenwirken. Vor allem der Gruppenführer muss ruhig auftreten. Dies überträgt sich dann auch auf seine Mannschaft, die beruhigend und durch Routine auf Menschen in Gefahrensituationen einwirken muss. „In Stresssituationen kann ein Mensch 80 Prozent seines Wissens nicht mehr abrufen“, erklärte der Kommandant. In diesem Fall müssen Routine, Erfahrung und Handlungsfestigkeit im Umgang mit den einzelnen Gerätschaften ausgleichend wirken.

Bei der Einsatzübung zum Lehrgangsabschluss wurde ein Verkehrsunfall mit einem auf der Seite liegendem Auto simuliert. Zwei verletzte Personen waren gemeldet. Eine Person davon wurde aus dem Auto geschleudert. Dabei wurden verschiedene Varianten mit einen Zugang zur Verletzten Person im Fahrzeug geschaffen und eingeübt. Jede Variante wurde genau durchgesprochen und dann ausgeführt. Alle verfügbaren Hilfsmittel fanden dabei Verwendung.

Die richtige und präzise Vorgehensweise ist bei einem Verkehrsunfall von großer Bedeutung. Schließlich geht es um Menschenleben. Bild: dob
Die richtige und präzise Vorgehensweise ist bei einem Verkehrsunfall von großer Bedeutung. Schließlich geht es um Menschenleben.
Auch Hilfsmittel können schnelle Hilfe bringen. Bild: dob
Auch Hilfsmittel können schnelle Hilfe bringen.
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden. Bild: dob
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden.
In Erste Hilfe müssen die Floriansjünger ebenfalls geschult werden. Bild: dob
In Erste Hilfe müssen die Floriansjünger ebenfalls geschult werden.
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden. Bild: dob
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden.
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden. Bild: dob
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden.
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden. Bild: dob
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden.
Zugang kann sich die Feuerwehr auch über eine Seitenscheibe verschaffen. Allerdings müssen die Verletzten geschützt werden. Bild: dob
Zugang kann sich die Feuerwehr auch über eine Seitenscheibe verschaffen. Allerdings müssen die Verletzten geschützt werden.
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden. Bild: dob
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden.
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden. Bild: dob
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden.
Jeder Handgriff muss bei der Rettung von Menschen sitzen. Bild: dob
Jeder Handgriff muss bei der Rettung von Menschen sitzen.
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden. Bild: dob
Einsatzstress darf bei Feuerwehrleuten gar nicht erst aufkommen, denn im Stress können 80 Prozent des Wissens gar nicht mehr abgerufen werden.
Gewusst wie. Eine noch so kleine Feuerwehr muss die richtigen Handgriffe kennen, um im Ernstfall gezielt helfen zu können. Bild: dob
Gewusst wie. Eine noch so kleine Feuerwehr muss die richtigen Handgriffe kennen, um im Ernstfall gezielt helfen zu können.
 
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