24.06.2019 - 09:28 Uhr
Obernankau bei VohenstraußOberpfalz

Wunderschönes Kreuzfest

In diesem Jahr sind es noch mehr Besucher als sonst, die sich auf den Weg nach Obernankau aufmachten, um auf dem Dorfplatz mitzufeiern.

Einen prächtigen Gottesdienst feierten die Gläubigen mit Kaplan Ulrich Eigendorf auf dem Dorfplatz in Obernankau zu Ehren des Kreuzes.
von Elisabeth DobmayerProfil

Einen herrlichen Sommerabend erlebten in diesem Jahr die vielen Besucher des traditionellen Kreuzfests im Vohenstraußer Ortsteil mit den Dorfbewohnern. Sonnenschein, blauer undHimmel mit wenigen Wolken zauberten ein wunderschönes Idyll auf den Dorfplatz mit dem Kreuz und Glockenturm aus dem die gelb-weiße Kirchenfahne im sanften Abendwind schwenkte. Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Teilnehmer heran, um an diesem großen Festtag des Dorfes dabei sein zu können. Zur Kreuzverehrung stimmte Kaplan Ulrich Eigendorf „O du hochheilig Kreuze“ an. Gerlinde Kindl aus Oberlind brachte sich als Lektorin ein und der Geistliche legte den Teilnehmern das Johannes-Evangelium ans Herz. In seiner Predigt sinnierte der Kaplan über „Was solln denn da d’Leid song?“ nach.

Diesen Satz habe Kaplan Eigendorf während seiner dreijährigen Zeit hier ein paar Mal explizit gehört und viele Male schwang er so bei Gesprächen im Hintergrund mit. Bei Predigten mussten einige Dinge unbedingt enthalten sein, andere wiederum durften überhaupt nicht erwähnt werden. Manches konnte er sehr gut nachvollziehen. Anderes wiederum nicht, gerade, wenn es Dinge waren, die für ihn keine Außergewöhnlichkeit darstellen. Bisher sei immer von Menschen gesprochen worden, aber was würde Gott sagen? „Natürlich will Gott für uns, dass wir das alles beachten und bedenken, aber letztendlich steht doch immer seine Güte, seine Geduld mit uns an letzter Stelle. Deshalb hinterfragte Kaplan Eigendorf: „Beschäftigt mich das, was Gott hier von mir denkt oder bin ich mehr damit beschäftigt, an meiner Außenwirkung zu arbeiten, damit die Leut‘ ein gutes Bild von mir haben?“ Er ermutigte die Gottesdienstbesucher, auf die Stimme Gottes zu hören, oft sei das auch die „innere Stimme“.

Natürlich wolle niemand von uns dumm dastehen oder, dass ihm übel nachgeredet wird. „Wenn ich so viel darauf gebe, was andere von mir denken, verliere ich da nicht mich selbst? Wenn ich überhaupt nicht auf meine innere Stimme höre? Dann lebe ich nicht so, wie ich will sondern wie andere wollen. Wenn ich nur darauf schaue, ich muss es den Nachbarn recht machen, dass diese ein gutes Bild von mir haben, dann verkümmert mein inneres Ich und ich werde zu einem gestutzten Menschen.“ Und das nur um die Leut‘ zufrieden zu stellen? Neben dem Hören auf Gott und seiner eigenen Stimme sei noch ein drittes für den Geistlichen wichtig. „Wenn ich schon auf das Urteil von Menschen höre, dann ist mir das Urteil derer wichtig, die mir nahestehen. Meiner Familie und meiner Freunde. Auf deren Urteil gebe ich wirklich etwas und lasse mich auch von ihnen korrigieren. Bei ihnen weiß ich, dass ich einen guten Rat bekomme, dass mein Anliegen dort gut aufgehoben ist. Und wenn sie mir etwas raten, dann weil sie es gut mit mir meinen und nicht, weil sie mich in irgendwelche Strickmuster und Handlungsvorgaben pressen wollen.“

Nach dem Schluss- und Wettersegen verriet der Geistliche, dass er seit er vor Ort sei, Lust auf ein Gockerl habe, die unterhalb im Grillwagen von Juliette Knoblach auf Abnehmer warteten. Der Duft stieg den Besuchern längst schon während des Gottesdienstes in die Nase. Immerhin heißt es „Die besten Gockerl gibt’s bei Juliette“. Die Dorfgemeinschaft war den ganzen Tag schon auf den Beinen und richtete für diesen Abend her. Mesner Helmut Braun und seine Ehefrau Margareta hatten keine Mühen gescheut und brachten wieder alles für die Messfeier aus der Filialgemeinde Oberlind mit. Ebenso die liturgischen Gewänder und Geräte. Flugs waren die Biertischganituren aufgebaut und bis man sich versah saßen alle in freundlicher Atmosphäre beieinander und ließen sich die kulinarischen Köstlichkeiten schmecken.

Einen prächtigen Gottesdienst feierten die Gläubigen mit Kaplan Ulrich Eigendorf auf dem Dorfplatz in Obernankau zu Ehren des Kreuzes.
Einen prächtigen Gottesdienst feierten die Gläubigen mit Kaplan Ulrich Eigendorf auf dem Dorfplatz in Obernankau zu Ehren des Kreuzes.

Beschäftigt mich das, was Gott hier von mir denkt oder bin ich mehr damit beschäftigt, an meiner Außenwirkung zu arbeiten, damit die Leut‘ ein gutes Bild von mir haben?

Kaplan Ulrich Eigendorf

Kaplan Ulrich Eigendorf

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