21.09.2020 - 09:51 Uhr
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Sportmedizin: Prävention und Therapie

Sportler kommen immer wieder in Situationen, in denen sie auf einen Sportmediziner angewiesen sind. Sehnen- und Gelenkprobleme, Tennisarm, Schwimmerohr oder ein Muskelfaserriss sind Signale des Körper, die sich nicht ignorieren lassen.

Eine Joggerin gibt alles. Sport ist gesund, kann aber auch zu Verletzungen führen. Dann ist die Sportmedizin gefragt.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Insbesondere Sport-Neulinge oder Wiedereinsteiger sollten sich laut Deutschem Sportärztebund unbedingt vorab von einem Arzt gründlich durchchecken lassen, um möglichen Vorerkrankungen und damit einhergehenden Risiken vorzubeugen. Je mehr der Sportler über seinen Gesundheitszustand weiß, desto zielgerichteter und vorsichtiger kann er sein Training planen.

Typische Anfängerfehler beim Joggen

Laufanfänger sind oft übermotiviert. Sie wollen zu schnell zu viel. Doch dem eigenen Körper kann niemand etwas vormachen. Ist er überfordert, rebelliert er. Joggen zählt zu den sogenannten "High Impact"-Sportarten, schreibt der Deutsche Orthopäden- und Unfallchirurgen-Verband auf seiner Homepage. Dazu zählten Sportarten, bei denen starke Kräfte auf Knochen und Muskulatur wirken. Eine häufige Folge: Probleme mit Sehnen und Gelenken. Für den Anfang empfehlen Sportmediziner deshalb, zwei- bis dreimal pro Woche langsam zu laufen und Geh- und Laufpausen einzulegen. In der Ruhe liegt die Kraft. Zudem sollte der Körper stets genügend Flüssigkeit bekommen.

Kaltstarts hingegen können schnell nach hinten losgehen. Deshalb ist es wichtig, dass der Läufer seine Muskulatur vorab gut aufwärmt und die Bänder dehnt. Das kann schmerzhafte Verletzungen verhindern. Ergänzende Kraft- und Koordinationsübungen fördern das Bewusstsein für den eigenen Körper und stärken ihn.

Das A und O für jeden Läufer sind geeignete Laufschuhe. Anfänger sollten sich in einem Fachgeschäft beraten lassen, welcher Schuh zu ihrem Körper und ihren Laufgewohnheiten passt. Wer regelmäßig läuft, sollte seine Schuhe nach maximal einem Jahr gegen ein neues Paar eintauschen.

Wenn der Ellenbogen schmerzt: Was tun bei einem Tennisarm

Schmerzen im Ellenbogen? Dann könnte es sich um einen Tennisarm handeln. Darunter leiden jedoch keineswegs nur Tennisspieler. Auch wer regelmäßig an der Tastatur oder körperlich schwer arbeitet, kann betroffen sein. Allgemein gilt: Einseitige und sich ständig wiederholende Bewegungen belasten den Körper.

Bei einem Tennisarm sind die Sehnenansätze an den Streckmuskeln des Unterarmes überreizt. Sie bekommen kleine Risse. Das kann zu einer Entzündung führen und Schmerzen verursachen, die sogar bis zur Hand ausstrahlen. Doch es gibt wirksame Behandlungsmethoden. Entzündungshemmende Medikamente und lokale Betäubungsmittel wirken schnell – allerdings besteht die Gefahr, dass der Patient den Arm zu früh wieder belastet und die Beschwerden zurückkehren.

Sportmediziner empfehlen deshalb: Zuallererst den Arm schonen. Belastende Bewegungsmuster abstellen. Abwarten. Auch Massagen oder eine Kombinationstherapie mit Stoßwellen, Ultraschall oder Reizstrom können helfen. Wenn die Schmerzen nachlassen, sollte der Patient in einer Physiotherapie die Muskulatur schonend dehnen und kräftigen.

Schwimmerohr: Eine schmerzhafte Entzündung

Wasserratten sind besonders gefährdet. Badeurlauber, Schwimmer, Taucher und Surfer bekommen häufig eine Entzündung im Gehörgang – auch bekannt als Bade-Otitis oder Otitis externa. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist das Ohr durch das Ohrschmalz gut gegen Krankheitserreger gerüstet. Es wirkt als natürliche Barriere gegen Keime. Es fängt Krankheitserreger und Schmutzpartikel ab und befördert sie nach außen. Werde diese natürliche Schutzschicht aber entfernt, etwa durch ausgiebiges Schwimmen oder übertriebenes Waschen, kann das den pH-Wert im Ohr erhöhen und das schützende saure Milieu reduzieren. Es kommt leichter zu kleinen Verletzungen zwischen Ohrmuschel und Trommelfell.

Viren, Bakterien und Pilze haben dann leichtes Spiel. Keime können die natürliche Barriere überwinden und eine Entzündung verursachen. Die Folge: Die Haut zwischen Ohrmuschel und Trommelfell wird feucht, trocken, gerötet, geschwollen oder schuppig. Die Ohren jucken und schmerzen. Ist der Gehörgang angeschwollen, kann das das Hörvermögen des Patienten einschränken. Auch Fieber oder ein Anschwellen der Lymphknoten ist möglich.

Um eine Entzündung im Ohr zu vermeiden, empfehlen Experten, Feuchtigkeit möglichst fernzuhalten. Dazu bieten sich bei Schwimmern Ohrstöpsel an. Doch nicht nur Wasserratten sind betroffen. Auch wer sich den Gehörgang mit Wattestäbchen oder anderen Gegenständen selbst reinigt, kann damit kleinste Verletzungen im Ohr und eine Entzündung verursachen. Auch das Tragen von Ohrstöpseln lässt die Haut aufweichen, sodass Keime leichter eindringen können.

Wer Ohrenschmerzen hat, sollte zu einem Arzt gehen. Dieser wird in der Regel den Gehörgang von Ablagerungen reinigen. Als nächstes wird er das betroffene Ohr des Patienten etwa mit essigsaurem Alkohol trocknen und desinfizieren. Antibiotika töten Bakterien ab oder bremsen ihr Wachstum. Andere Medikamente stillen den Schmerz oder hemmen die Entzündung. Der Patient sollte das Ohr möglichst trocken halten, bis die Entzündung abgeklungen ist.

Die leichte und akute Entzündung im Gehörgang bessert sich bei geeigneter Therapie in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen und heilt bei normalerweise nach ein bis zwei Wochen aus. Kommt es zu einer schweren Entzündung, ist eine intensive Therapie nötig.

Muskelfaserriss: Wenn der Muskel zu macht

Es beginnt mit einem plötzlichen und schmerzhaften Stich im Oberschenkel oder in der Wade. Eine hohe Belastung des betroffenen Muskels ist dann nicht mehr möglich. Ein Druck- und Dehnungsschmerz, ein Gefühl von Spannung und möglicherweise eine Delle oder Beule im Muskel gesellen sich dazu.

Wird ein Muskel abrupt und stark beansprucht, kann ihn das überfordern. Auch zu kurzes Aufwärmen, zu hohe Belastung, ungünstige Bodenverhältnisse oder unpassende Schuhe erhöhen die Gefahr eines Muskelfaserrisses.

Experten empfehlen: Wenn es tatsächlich passiert, sollten Betroffene den lädierten Muskel zügig mit Eis kühlen, um ein Anschwellen zu verhindern. Als nächstes sollten sie einen Druckverband anlegen und das verletzte Bein hoch lagern. Medikamente können den Schmerz lindern und die Entzündung hemmen. Eine physiotherapeutische Behandlung und eine Lymphdrainage können gegen eine schnelle Anschwellung helfen. Ist der Muskel stark beschädigt, ist unter Umständen eine Operation notwendig.

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