29.03.2020 - 14:46 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Arbeit im Garten als Genuss

Das Motto von einem „ganzheitlichen Gärtnern“ vertritt die Kräuterpädagogin Stefanie Götz. Was verbirgt sich hinter ihrem Schlagwort „Slow Gardening“, mit dem sie den Gartenfreunden eine Rückbesinnung vermitteln will?

In einem naturbelassenen Garten sind die Gehwege nicht frei von Bewuchs: "Es gibt kein Unkraut im Garten!"
von Georg LangProfil

"Ein Garten soll Freude bereiten und keine Arbeitslast darstellen." Wie die Gartenfreunde diese Balance erreichen können, zeigt die Kräuterpädagogin und Gartenpflegerin Stefanie Götz aus Neukirchen-Balbini für alle Gartenfreunde auf. "Slow Gardening" ist die Devise der Fachfrau, die mit dieser Philosophie "ein entschleunigtes und nachhaltiges Gärtnern" vertritt, bei dem "die Gartenarbeit zu einem Genuss werden soll". Ihre Sicht auf das "grüne Hobby" stellt sie anhand einer Gartenreise durch die Jahreszeiten" dar.

"Garten unserer Vorfahren" ideal

"Die Natur ist der schönste Baumeister": Mit diesem Motto plädierte die Fachfrau für einen unbeeinträchtigten Wuchs von heimischen Hecken und Stäuchern, die dann auch einen idealen Sichtschutz darstellen. Bei ihrer Gartenreise zeigt Stefanie Götz eine ganze Palette von Gartenvarianten auf, mal positiv, mal eher abschreckend. Bunte Vorgärten, gezirkelte Steingärten, blühende Obstbaumwiesen, gepflegte Barockgärten und eingewachsene Gartenteiche gehören zu ihrem bildlichen Repertoire.

Als ideal wird der "Garten unserer Vorfahren" mit seinen substanziellen Funktionen angesehen: Selbstversorgung mit Gemüse und Obst sowie Nutzung als Hausapotheke. Brennessel, Löwenzahn, Potulak, Melisse und Kriechender Günsel könnten beispielsweise hierfür genutzt werden, wenngleich viele dieser Kräuter irrtümlich als Unkraut eingestuft würden. Der wilde Spinat (der "gute Heinrich"), die Schafgarbe und die wilde Karotte gehören dazu.

Nahrung für die Seele

Bei ihrem Blick auf das Gartenjahr machte die Referentin deutlich, dass "kein Abfallmaterial den Garten verlässt". Jetzt im Frühjahr sind Reisig und Schnittgut die Basis im Hochbeet. Natürlich muss für die Einbringung der Humus abgetragen oder beiseite geräumt werden. "Im Herbst bleibt das abgefallene Laub im Garten!" Mit einer gezielten Pflanzenauswahl wird dieser für den Klimawandel fit gemacht. Rosen, Lavendel, Holunder, Haselnuss, Pimpernuss und Quitte führt die Gartenfachfrau unter anderem als Beispiele auf.

Zum "Slow Gardening" gehört auch das bewusste Wahrnehmen: "Der Garten ist Nahrung für die Seele in Zeiten, in denen Burnout auf dem Vormarsch ist!" Gerade in der aktuellen Coronakrise mit den auferlegten Beschränkungen wirkt der Garten als wertvoller Rückzugsraum.

Mit Freude, Demut, Staunen und Achtsamkeit solle dem Garten begegnet werden - auch im Hinblick auf die Weitergabe an die nächste Generation. Dem verantwortungsvollen Umweltbewusstsein kommt im "Slow Gardening" eine große Bedeutung zu.

Info:

"Slow Gardening"

Stefanie Götz ist Kräuterpädagogin und Gartenpflegerin. Sie kann für Vorträge, Workshops, Kochkurse, Wanderungen, Waldbaden, Kinderaktionen sowie Yoga & Kräuter gebucht werden: www.yogaundkraeuter.de

Der naturbelassene Garten kann für den Menschen auch eine Kraftquelle in Krisenzeiten sein.
Stefanie Götz besinnt sich auf die Praxis der Vorfahren, bei denen der Garten auch Hausapotheke war.
Die Installation und der Text im Garten von Stefanie Götz vermitteln augenfällig das Motto von "Slow Gardening".
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.