18.02.2021 - 09:32 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Asche aufs Haupt in der Pandemie

Kaplan Florian Frohnhöfer streut dem Mädchen das Aschenkreuz auf den Kopf. Im Hintergrund Thea Schwärzler, die die Feier mit dem Keyboard und gesanglich umrahmte.
von Josef NiederaltProfil

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“: Kaplan Florian Frohnhöfer sprach allgemein diese Worte in den Raum. Danach "streute" er den Gläubigen am Mittwoch in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer das Aschenkreuz auf die Stirn. Im Pandemiejahr galt eine besondere Regel: Den Gläubigen wurde das Aschenkreuz nicht mit den Finger auf die Stirn gezeichnet. Der Pfarrer ließ die Asche kontakt- und wortlos aufs Haupt fallen.

An vier Gottesdiensten der gesamten Seelsorgeeinheit hatten die Gläubigen die Gelegenheit der Aschenauflegung. Bereits am Nachmittag im Kindergottesdienst machte eine große Zahl von Kindern und Erwachsenen davon Gebrauch. Kaplan Florian Frohnhöfer brachte den Kindern den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit näher, die auf das wichtige Osterfest ausgerichtet sei. Weiter sagte er, dass Fasten nicht allein Verzicht, etwa beim Essen, bedeutet. Fasten könne auch in Form eines Opfers bei sich oder in seinem persönlichen Umfeld geschehen.

Nach dem Frohnhöfer den Anwesenden die Bedeutung der Aschenauflegung näher gebracht hatte, segnete er die mitgebrachte Asche und sprach, um den coronabedingten Regeln zu entsprechen, zu den Kirchenbesuchern ganz allgemein die obligaten Worte. Die Kirchenbesucher gingen sodann zum Priester und erhielten das Aschenkreuz, jedoch ohne gesprochenes Wort und auch kontaktlos auf das Haupt gestreut.

Die Tradition der Bestreuung mit Asche geht zurück auf die öffentliche Buße in der frühen christlichen Kirche –also bis etwa in das 10. Jahrhundert. Die Büßer legten damals ein Bußgewand an und wurden anschließend mit Asche bestreut. Später wurde das Asche-Ritual auf alle Gläubigen ausgeweitet. Ende des 11. Jahrhunderts führte Papst Urban II. den bis heute gültigen Brauch ein, dass die Gläubigen vom Priester auf der Stirn mit Asche, als Zeichen für die beginnende Buß- und Fastenzeit, bestreut werden. Mesnerin Rita Zimmet verriet über die Herkunft der Asche folgendes: “Nach langem alten Brauch heben wir immer einen bestimmten Rest von den Palmbuschen des Palmsonntags auf. Sie werden am Osterfeuer verbrannt. Die dann noch gesiebte Asche verwenden wird am Aschermittwoch".

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