Unter dem Motto "Wer nichts weiß, muss alles glauben" von Marie von Ebner-Eschenbach fand auf Einladung des Kreisjugendamtes eine Jugendbildungsfahrt für die Klassen 9 cM und 9 dM der Mittelschule Oberviechtach nach Erfurt und Weimar statt. Das Programm zielte darauf ab, die Schüler in deren unabhängiger Meinungsbildung zu stärken, dabei stets über den Tellerrand zu blicken und Themen von mehreren Blickwinkeln aus zu betrachten. Ein weiterer wichtiger Aspekt war es, Jugendliche für demokratiefeindliche Prozesse und sogenannte Fake-News zu sensibilisieren und sich kritisch mit solchen Positionen auseinanderzusetzen. Eine eigene, differenzierte Meinungsbildung auf einer demokratischen Grundlage ist nach wie vor die beste Prophylaxe gegen Hass, Ausgrenzung und jegliche Form des Extremismus. Weitere Unterstützung beim Aufenthalt in Thüringen erhielt die Gruppe von "Stars4Kids".
Die Landeshauptstadt Erfurt mit ihrer malerischen Altstadt, den verwinkelten Gassen und prächtigen Fachwerkhäusern eignete sich perfekt als vorübergehende Heimat für die Gruppe. Bei einer ausführlichen Stadtführung und einem spätabendlichen Spaziergang wurde die Stadt erkundet. Ein wichtiges Ziel war der Aufenthalt in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, welche an Unterdrückung und Widerstand während der SED-Diktatur in Thüringen in der Zeit von 1949 bis 1989 erinnert. In der Untersuchungshaftanstalt waren mehr als 5 000 Menschen inhaftiert, die sich dem kommunistischen Regime widersetzten. Mit Martin Schäfer hatten die Schüler einen Zeitzeugen an ihrer Seite, der einen besonderen Blickwinkel eröffnete.
Von Erfurt aus unternahm die Gruppe einen Ausflug in die 25 Kilometer entfernt gelegene Literaturhochburg Weimar. In der Kulturstadt begab sich die Gruppe auf die Spuren von Goethe, Schiller, Cranach, Nietzsche, Liszt und Gropius und erhielt spannende Einblicke in das damalige Leben und den Einfluss auf Politik und Geschichte, die von Weimar ausging.
Beim Ausflug zur Gedenkstätte Buchenwald wurde ein trauriges Kapitel der deutschen Geschichte aufgeschlagen. In der Gedenkstätte besichtigten die Schülerinnen und Schüler die Anlagen des ehemaligen Konzentrationslagers. Auf dem weitläufigen Gelände mit vielen erhaltenen Originalbauten wurde der Alltag der Häftlinge zwischen Zwangsarbeit und menschlichem Leid dargestellt. 1000 Jahre deutscher Geschichte erlebte die Gruppe im Unesco-Welterbe auf der Wartburg Eisenach. Hier übersetzte Martin Luther getarnt als "Junker Jörg" 1512 das Neue Testament. Auch hier wurde neben Luther die Bedeutung der Studentenversammlungen im 19. Jahrhundert für deutsche Geschichte spürbar.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.