01.09.2020 - 11:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Im Corona-Sommer reduziert sich die Zahl der Wohnmobil-Touristen in Oberviechtach

Urlaubsgäste, die im "rollenden Zuhause" unterwegs sind, schätzen den Wohnmobil-Stellplatz beim Oberviechtacher Freibad seit Jahren. Doch in der Pandemie ist die Zahl der Nutzer im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück gegangen.

Auch wenn das Wetter gerade nicht mitspielte, verbrachten die "Womofreunde Westpfalz" schöne Tage in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.
von Elfriede WeißProfil

Die „Womofreunde Westpfalz“ bevölkerten am Wochenende mit drei Wohnmobilen die Station neben dem Freibad. Sie waren unterwegs auf der Route in die Fränkische Schweiz und kamen aus Richtung Tschechien und Zwiesel in die Eisenbarthstadt. Die drei Paare aus Kusel und dem Landkreis Saulgau, die zum Womo-Club mit insgesamt 40 Fahrzeugen gehören, wollten sich Oberviechtach näher anschauen, verschoben dies jedoch wegen des Regens auf den nächsten Tag.

"Wenn einer von uns ein Ziel festgelegt hat, schließen sich sofort andere aus dem Club an“, lautet die Philosophie der Mitglieder. Dass dabei der Spaß nicht zu kurz kommt, konnte man an den drei Paaren sehen: Geschützt unter einer Überdachung hatten sie es sich gemütlich gemacht und ließen sich auch Oberpfälzer Bier schmecken. An die Stadtverwaltung richteten sie einen großen Dank aus für die kostenlose Stellmöglichkeit.

Gefragt sind auch Wohnmobile zum Mieten.

Deutschland & Welt

In der Woche davor, parkten bei schönem und trockenem Wetter, an einem Tag gleich fünf Wohnmobile auf dem Stellplatz. Die Fahrzeuge trugen die Kennzeichen von Kelheim, Regensburg, Erding, Landsberg am Lech und Freiburg. Das lässt den Schluss zu, dass Urlaub in Deutschland in Coronazeiten beliebt ist. Und die große Nachfrage nach Wohnmobilen und Wohnwägen zeigt, dass diese Art von Urlaub neu geschätzt wird. Laut des Statistischen Bundesamtes wurden allein im Mai 2020 über 10 000 Wohnmobile neu zugelassen – fast 30 Prozent mehr als Vorjahresmonat.

„Man ist ja im eigenen Zuhause“, sagt beispielsweise Fridolin Gussmann aus Kelheim über seine „rollende Unterkunft“. Nur beim Einkaufen und zum Nachbarn hin muss in der Pandemie natürlich Abstand gehalten werden.

Der östliche Landkreis Schwandorf ist als Urlaubsregion geschätzt.

Oberviechtach

Die meisten Urlauber, die hier Station machen, schätzen die schöne Gegend, die Sehenswürdigkeiten und das gut geknüpfte Netz aus Wander- und Radwegen. Florian Gussmann, der mit seiner Frau bereits Radtouren entlang der Naab unternommen hat, wollte noch nach Schönsee radeln. Unterwegs war eine Besichtigung des größten Bierkrugs in Lukahammer geplant, und in Schönsee ein Abstecher zum Centrum Bavaria Bohemia vorgesehen. Besonders geschwärmt hat er vom Cafe Weigl am Marktplatz in Oberviechtach. Zu erwarten ist, dass mit schönen Herbsttagen sicher noch weitere Wohnmobilgäste die Eisenbarthstadt besuchen werden. Bisher ist die Statistik im Minus: Fast 100 Fahrzeuge weniger als 2019 machten von Juni bis August Station.

Hintergrund:

Virus bremst Wohnmobil-Tourismus aus

Im Januar, Februar und März 2020 nutzten gerade mal 16 Wohnmobile den Stellplatz beim Freibad, wie Hans und Christine Kaiser in ihren akribischen Aufzeichnungen zur Statistik festhielten. Darunter befand sich neben Deutschen auch ein Niederländer.

Dann kam Corona, und mit dem Virus auch die Reisebeschränkung, so dass erst wieder Ende Mai die ersten Urlauber im rollenden Domizil auftauchten. Mit 46 Wohnmobilen im Juni, 100 im Juli und 74 im August wurde die Zahl von 265 Fahrzeugen erreicht, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 359.

Überwiegend kamen die Gäste aus Bayern und Deutschland, ein Niederländer und ein Italiener waren aus dem Ausland vertreten. Insgesamt hoben die Gäste das problemlose Abstellen der Wohnmobile hervor, wenngleich bei sehr heißem Wetter eine Beschattung durch Bäume wünschenswert wäre. Einzelne Gäste bedauerten auch, dass es heuer keine Tageskarten für das Freibad gab. (wel)

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