25.04.2019 - 14:37 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Differenzen beim Pachtvertrag

Ein Nachtrag im Pachtvertrag ist dem Bogenclub ein Dorn im Auge: Die Stadt pocht darauf, dass das Gelände auch für weitere Zwecke genutzt werden kann. Der Verein fühlt sich dadurch benachteiligt.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Bogenclubs war der Pachtvertrag für das Clubgelände mit der Stadt aktuelles Thema.
von Udo WeißProfil

„Wir sind ein aufstrebender Verein und machen gute Nachwuchsarbeit“, eröffnete Schützenmeisterin Martina Herrmann die außerordentlich einberufene Mitgliederversammlung im Vereinsheim. Es sei Interesse am Bogenschießen da, und „es geht weiter“. Deshalb verstehe sie nicht, weshalb es Schwierigkeiten mit dem Pachtvertrag gibt. Seit Herbst 2018 kämen regelmäßige Schreiben vom Bürgermeister mit Vorschlägen dazu.

„So haut es aber nicht hin“, so die Schützenmeisterin, die den Sachverhalt in einem persönlichen Gespräch mit allen Beteiligten klären will. Der Grund ihres Ärgers und der Einberufung der außerordentlichen Mitgliederversammlung ist die Aufforderung der Stadt, den Nachtrag zum Pachtvertrag zu unterschreiben. Darin ist eine jährliche Laufzeit des Pachtverhältnisses aufgeführt mit einer zweimonatigen Kündigungsfrist von beiden Seiten. Wenn keine Kündigung erfolgt, verlängert sich das Pachtverhältnis um ein Jahr.

Dem Oberpfälzer Waldverein wird darin die Mitbenutzung des Heims gestattet (betrifft vor allem die Toiletten), und der Bogenclub erlaubt der Stadt auch eine anderweitige Nutzung des Geländes. „Wir zahlen die Pacht, und andere nutzen das Gelände. Dazu müssten wir die Schießscheiben jedesmal reinbringen“, das ist für die Schützenmeisterin ein absolutes No-Go. „Wir brauchen einen neuen Pachtvertrag, der Gegenentwurf liegt bereits im Rathaus“, ist ihre Meinung.

Dabei stützt sich Martina Herrmann auf die Tatsache, dass, obwohl der Pachtvertrag seit 2017 nicht mehr besteht, die Pacht auch für 2018 abgebucht wurde. „Das heißt juristisch, dass wir einen unbefristeten Pachtvertrag haben“, ist die Vorsitzende überzeugt, durch das Abbuchen der Pacht sei eine „stillschweigende Weiterführung“ entstanden. „Wir unterschreiben den Nachtrag nicht“, so Herrmann.

„Man sollte mit der Stadt reden. Ein Zerwürfnis mit der Stadt tut dem Verein nicht gut. Wir sollten friedlich zusammenarbeiten“, brachte Hannelore Gohlke ihre Sichtweise vor. Auch Michael Preiß ist der Meinung: „Konfrontation bringt nichts.“ Dennoch stehe man vor zwei Alternativen: Nicht unterschreiben und damit den Verlust des Clubgeländes in Kauf zu nehmen oder den Nachtrag unterschreiben und dann der Willkür ausgeliefert zu sein. In jedem Fall will Martina Herrmann einen Termin beim Justitiar des Oberpfälzer Schützenbundes (OSB) wahrnehmen und die Sachlage klären lassen. Eine baldmögliche vernünftige Einigung wäre im Hinblick auf den positiven Neuanfang des Bogenclubs auf jeden Fall wünschenswert.

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