Oberviechtach
06.05.2026 - 16:29 Uhr
OnetzPlus

Drei ausgebüxte Rinder noch vermisst: Suche bei Oberviechtach läuft weiter

60 Tiere sind zurück. Aber drei von der Weide ausgebüxte Jungrinder irren noch immer im Raum Oberviechtach umher. Schilder an der B 22 weisen auf eine mögliche Verkehrsgefährdung hin. Polizei und Jäger suchen am Mittwoch weiter.

Am Strick abgeführt: Von den auf einer Weide bei Niedermurach ausgebüxten Jungrindern sind bis Mittwochvormittag 60 Tiere zurück im Stall. Drei Rinder bleiben verschwunden, irren weiterhin im Umkreis von rund zehn Kilometern durch die Flur. Die Suche läuft mittels Drohnen intensiv weiter.

Es sind zwei Nächte und zwei Tage, die der Landwirtsfamilie Prey vom Biohof "Haberlbauer" noch lange in Erinnerung bleiben werden. Die in der Nacht auf Dienstag von einer Wiese am Ortsrand geflüchteten 63 Jungrinder halten die Familie und ihre zahlreichen Helfer, darunter auch einen Tierarzt, die Polizei, Feuerwehr und Jäger noch immer in Atem. Einige Rinder kamen der Bundesstraße 22 bei Oberviechtach ziemlich nahe.

Vorsicht auf der B 22

50 Kilometer Höchstgeschwindigkeit, ein Überholverbot sowie "Achtung Tiere": Seit Dienstagabend weisen auf der B 22 zwischen Oberviechtach und Teunz Schilder auf eine mögliche Gefährdung durch Rinder hin. "Die Schilder wurden gegen 18 Uhr aufgestellt, nachdem mehrere Tiere nicht weit von der Bundesstraße entfernt bei Brücklinghof entdeckt wurden", informiert die Polizeiinspektion Oberviechtach auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Außerdem seien entlaufene Jungrinder auf Höhe des Volksfestplatzes beim Gewerbegebiet Oberviechtach gesichtet worden. Diesbezüglich gab es dann auch eine akute Gefahrenmeldung für die Bundesstraße.

Die Tiere waren in der Nacht auf Dienstag von der Weide ausgerissen und anschließend in Kleingruppen bis nach Dieterskirchen, sowie in Richtung Osten bis nach Antelsdorf und Dietersdorf bei Oberviechtach unterwegs. Martin Prey senior, bekannt als Biobauer, Bürgermeister und Kreisrat, wurde auf die flüchtenden Tiere aufmerksam, als er gegen 1 Uhr nachts das Klappern der Klauen auf dem Asphalt der am Anwesen vorbeiführenden Staatsstraße 2159 vernahm. Er weckte seinen Sohn Martin, der den Hof 2022 übernommen hat. Als beide an der eingezäunten Weide ankamen, war klar: Ihre Jungtiere, die seit drei Wochen draußen leben, haben sich davongemacht.

"Es war dunkel. Wir konnten mitten in der Nacht nichts unternehmen", verdeutlicht der Junior gegenüber Oberpfalz-Medien die Situation. Um 5 Uhr machten sie sich dann zusammen mit vielen Helfern auf, die Tiere zu suchen und einzufangen. Vier Kühe waren bald gefunden, während die Jungrinder im Alter von sechs bis 28 Monaten sich in alle Richtungen zerstreut hatten. Einige tauchten vor der Weide eines benachbarten Landwirts auf, konnten heimgetrieben und eingesperrt werden. Sieben Rinder wurden frühmorgens von einer Zeitungsausträgerin entdeckt, andere bei einem versumpften Weiher in Richtung Teunz. Ein Rind war in ein Fahrsilo gerannt und konnte erst nach der Betäubung durch den Tierarzt abtransportiert werden.

Bis Dienstagmittag waren 45 Rinder eingefangen und zurückgebracht. Auf die mit einem Elektrozaun umzäunte Wiese wurden sie nicht gleich wieder gelassen. Sie sollen laut Landwirtschaftsmeister Martin Prey junior erst zur Ruhe kommen. Außerdem müsse das Tor repariert werden, welches die vermutlich aufgeschreckten Rinder komplett niedertrampelten. Welche Tiere noch fehlen, konnte Prey anhand der Ohrmarken schnell festzustellen.

Suche geht weiter

Die Suche ging weiter, mehrere Polizeistreifen unterstützten auch im Hinblick auf die mögliche Gefährdung von Verkehrsteilnehmern. Am Dienstagabend waren noch 13 Tiere abgängig. Ab 19 Uhr unterstützte dann die Grenzpolizei Waidhaus mit einer Drohne. Außerdem waren Jäger aus der Umgebung, darunter Josef-Rainer Dirnberger und Mark Liebermann, mit ihren Drohnen erfolgreich. Damit suchen sie normalerweise die Wiesen vor der Mahd nach Rehkitzen ab. "Das führte während der Nacht zu weiteren Aufgriffen im Bereich Dietersdorf", lässt die PI Oberviechtach wissen.

Eine Überraschung war es, als am Mittwochmorgen ein Jungrind am Stall auf den Landwirt wartete. Es war selber zurückgekehrt. Zwei weitere Tiere konnte Martin Prey in Schwaighof abholen. Ein dortiger Landwirt hatte diese spätabends bei sich am Hof entdeckt und eingesperrt. Nun waren es noch drei Tiere, die umherirrten. Bei bewölkten Himmel startete am Mittwochnachmittag erneut eine intensive Suche. "Wir haben keinen Anhaltspunkt, wissen nicht, in welche Richtung sie gelaufen sind", so Martin Prey senior. Er hofft auf die Nachtstunden, "am Tag halten sie sich im Wald versteckt, werden erst in der Dunkelheit umtriebig".

Keine Gefahr für Wanderer

Laut Polizeioberkommissarin Carmen Schwabe steht die PI Oberviechtach in ständigen Kontakt mit dem Landwirt. Außerdem stellt die Polizistin fest: "Es gab keine Behinderung auf den Straßen und auch keine Mittelungen von Verkehrsteilnehmern." Sind die jungen Rinder eine Gefahr für Spaziergänger und Wanderer? "Nein, die sind scheu und hauen ab", betont der Haberlbauer und ergänzt: "Keine Panik kriegen und einen Bogen um die Tiere machen und sie in Ruhe lassen." Seine Bitte: "Wer Jungrinder entdeckt bitte die Polizei unter 09671/92010 anrufen."

OnetzPlus
Oberviechtach05.05.2026
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.