17.05.2019 - 11:26 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Eisenbarth-Festspiel macht Barockzeit lebendig

Bei sechs Festspiel-Aufführungen können die Besucher Doktor Eisenbarth und seine Zeit erleben. In diesem Sinn bietet aber auch das Rahmenprogramm beim Markttreiben einige Überraschungen.

Am 1. Juni beginnt die Festspielsaison in der Eisenbarth-Stadt. Die Gaukler und Stelzengänger tragen bei den Aufführungen zum barocken Flair auf dem Oberviechtacher Marktplatz bei.
von Georg LangProfil

Wohl sehr nahe an der Realität ist das Doktor-Eisenbarth-Festspiel bei der neuen Schlussszene, wenn sich zwei Bürgersfrauen streiten, welchem der beiden Ehemänner zuerst eine Behandlung des berühmten Wanderarztes zuteil werden soll. Dabei sind die Müllerin und die Bräuwirtin samt Magd erst durch einen spektakulären Zwischenfall angelockt worden, bei dem Eisenbarths Gehilfe Martius einige Hiebe einstecken musste.

Die Neuerungen der Schlussszene und auch die Erweiterung der Eingangsszene hat noch der langjährige Regisseur Michael Eckl ausgearbeitet, der im März unerwartet gestorben ist. Seinem Vermächtnis fühlt sich das Ensemble verpflichtet, das sich seit Wochen intensiv auf die Premiere von „Eisenbarth erleben“ am Samstag, 1. Juni, 20 Uhr vorbereitet.

Die Einstudierung der Wanderinszenierung mit den insgesamt sechs Szenen an unterschiedlichen Schauplätzen liegt jetzt ganz in den Händen des bisherigen Regieassistenten Florian Waldherr, der selbst aber den Alchemisten Abramo spielt und damit mit Meister Casco und Meister Olearius zu den Gegnern des jungen Wanderarztes zählt. Eisenbarth befindet sich hier in der Phase der beruflichen Etablierung. Wie er sich trotz der Prügel, die ihm in den Weg geworfen werden, und des Spotts und Hohns seiner Gegner behauptet, das wird in dem spannenden zweistündigem Spiel vermittelt, in das die Zuschauer unmittelbar einbezogen sind.

Aber nicht nur die Aufführungen selbst werden zu einem Erlebnis, sondern auch das barocke Markttreiben, in das alle sechs Darbietungen eingebunden sind. Die beiden Vorsitzenden des Festspielvereins, Bianca Reil und Anna Waldherr, haben ein dynamisches Rahmenprogramm ausgearbeitet, das bei sämtlichen Aufführungen für Jung und Alt etwas bietet. Das „Kulinarikum“ lockt mit Steaks, Bratwürsten, rustikalen Broten und Eisenbarth-Brezen sowie Kaffee, Kuchen und Waffeln und Getränken aller Art. Holzwaren, Häkel-, Klöppel- und Strickprodukte, Filzkunst, Amulette und Naturkostbarkeiten sind neben weiteren stilgerechten Angeboten auf dem Barockmarkt zu erwerben.

Wer schon vor dem Festspiel Theaterluft schnuppern will, kann "Doctor Eysenbarths Figurentheatrum" oder das Improtheater von Ovigo besuchen oder an Meister Abramos Phantasticum eine Zwischenstation einlegen. Die Oberviechtacher Tanzgruppe „Grün-Weiß“ wird beweisen, dass sie mit ihren Künsten auch in der Barockzeit beheimatet ist. Ganz im Sinne dieser Epoche agiert auch eine Wahrsagerin, die für ihre Besucher in ihrem Zelt tief in eine Kristallkugel blickt.

Für die kleinen Gäste gibt es wieder eine barocke Spielstraße und ein Zelt, in dem Klaus Habl eine phantastische Märchenwelt aufleben lässt. Die Gaukler und die Kammermusik des Ortenburg-Gymnasiums unterstützen mit ihren Beiträgen ebenfalls das gewünschte Flair des 17. Jahrhunderts.

In der heißen Phase der Festspielvorbereitung: Die Verzehrbons für den barocken Markt fertigt die Vorstandschaft selbst - von rechts Vorsitzende Bianca Reil, Stellvertreterin Anna Waldherr und Kassier Nico Thein.
Sechs Aufführungen:

Premiere ist am Samstag, 1. Juni, 20 Uhr; vorher ist Schirmherrnempfang. Weitere Aufführungen: Sonntag, 2. Juni, 16 Uhr; Samstag, 8. Juni, 15 Uhr und 20 Uhr; Sonntag, 9. Juni, 15 Uhr und 20 Uhr. Karten gibt es bei der Tourist-Information im Rathaus (Telefon 09671/307-16) sowie online über die Homepage (www.oberviechtach.de).

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