Im Januar 2019 stimmte der Stadtrat dem Sanierungskonzept für das 1963 errichtete Jahnstadion zu. Die Kosten wurden auf rund zwei Millionen geschätzt. Dazu wurden einige Fördermittel beantragt. Architekt Christian Schönberger wartete beim Tagesordnungspunkt drei der jüngsten Stadtratssitzung zunächst mit einer guten Meldung auf: "Die Förderbescheide für die Herstellung der Barrierefreiheit sind eingegangen." Die schlechte Meldung: Firmen für den Sportstättenbau (Spielfeld, Tartanbahn) können frühestens ab Juni 2020 starten. Der Vorschlag des Planers: Die Reihenfolge der beschlossenen Maßnahmen umdrehen. Das bedeute, dass man die Nebengebäude vorzieht und heuer noch bei dem anfängt, "was außen rum ist". Die Sanierung der eigentlichen Sportstätte könnte dann ab 15. August starten. Die Auswirkung: Das eigentliche Jahnstadion wird erst 2020 und nicht heuer weggerissen.
PWG/SPD/JW-Fraktionssprecher Josef Lohrer kritisierte: "Wir fangen mit dem an, wo wir keine Förderung kriegen". Seine Befürchtung: "Auch beim Bundesprogramm gehen wir wahrscheinlich leer aus." Mit dem Vorschlag würde sich die Stadt auf eine Million Euro Eigenleistung festnageln, ohne dass später noch Einsparungen möglich seien. Lohrer stellte klar: "Das kann ich nicht mittragen."´
"Wir entscheiden heute darüber nicht. Das Jahnstadion ist beschlossene Sache", entgegnete Bürgermeister Heinz Weigl an. Er habe kein Verständnis dafür, die Sanierung noch einmal zwei Jahre zu schieben. Denn die Schulsportanlage werde dringend von der Doktor-Eisenbarth-Schule und dem Ortenburg-Gymnasium, aber auch von Vereinen benötigt. Josef Lohrer brachte zur Sprache, dass doch eigentlich das Bundesprogramm (Kipp-S-Förderung) ausschlaggebend gewesen sei, den schulischen Bereich zu sanieren, "und jetzt fangen wir mit dem Drumherum an". Weigl sah dies anders. Nicht durch das Förderprogramm sei man auf die Sanierung gekommen, sondern durch den Zustand des Stadions, welches in naher Zukunft zu einem Sicherheitsrisiko werde. "Wollen wir das Pferd jetzt wieder abzäumen und die Tribüne streichen?", fragte der Bürgermeister in die Runde.
"Das Jahnstadion war ein Schmuckstück für Oberviechtach und das wolle wir wieder haben", sagte Alexander Ried (CSU/CWG/Aktive) und betonte: "Wir brauchen eine Sportstätte und eine Tribüne." Er sei dafür, die Maßnahme jetzt durchzuziehen: "Wenn es sinnvoll ist die Maßnahmen zu tauschen, dann ist das okay." Der Architekt schlug vor, jetzt auszuschreiben, damit man im Herbst wisse, was es kostet. "Und den Stadionbau erst nachziehen, wenn wir ein wirtschaftliches Angebot erhalten." Der Bürgermeister wollte abschließend wissen, ob der Stadtrat diesen Weg mitgehen könne und der aktuelle Sachstand akzeptiert wird. Mit einer knappen Mehrheit lautete die Antwort "ja". Allerdings müsse man damit rechnen, dass die Arbeiten am "Drumherum" (wie Tribüne, Rampe, Lager an der ehemaligen Turnhalle, barrierefreie Toiletten) erst im Spätherbst starten können.
Zur Erinnerung: Bei der Januarsitzung waren sich Bürgermeister und Fraktionen einig, dass keine Beschränkung auf den Schulsport erfolgen und das Stadion für Vereine attraktiver gemacht werden soll. Im Sanierungskonzept finden sich zahlreiche Dinge, die nach 55 Jahren marode geworden sind: Kippende Stützmauern, schadhafte Treppen und Geländer, die marode Tribüne, fehlende Barrierefreiheit, Schäden an der Aschenbahn, eindringendes Hangwasser, unzureichende Drainagen, unhygienische Toilettenanlagen, kontaminiertes Erdreich und mehr. Während das Beachvolleyballfeld und der Kletterbereich wegfallen, wird es weiterhin einen Rasenplatz und einen Allwetterplatz, vier 400-Meter-Bahnen, vier 110-Meter-Laufbahnen, eine Kugelstoß- und eine Weitsprunganlage geben.














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