15.03.2019 - 11:16 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Exkursion mit Wörterbuch

Einblick in die Heimatgeschichte erhalten 29 Schüler aus Südfrankreich im Museum. Das museumspädagogische Programm mit dem Ortenburg-Gymnasium geleitet sie per Fragebogen durch die Abteilungen.

Auch eine Beilage aus einem Fix-und-Foxi-Heft des Jahres 1971 war eines der Themen eines Fragebogens zu der Abteilung „Doktor Eisenbarth (1663-1717)“.
von Autor SLUProfil

Die Museumspädagogik spielt im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum eine bedeutende Rolle. Erst im Herbst vergangenen Jahres wurde eine museumspädagogische Partnerschaft mit Schulen in und im Umfeld der Stadt Oberviechtach geschlossen. In Sinne dieser Vereinbarung organisierte Museumsmitarbeiter Ludwig Schießl für den Schüleraustausch zwischen dem Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach und dem Collège Jean Auriac aus Arveyres eine Museumsführung der „etwas anderen Art“. Dabei ging es nicht darum, jeden der 29 Schüler aus Südfrankreich mit allen sechs Abteilungen des Hauses im Detail vertraut zu machen, sondern durch aktives Handeln bei ihnen ein Gespür für Schwerpunkte zu entwickeln.

Zu diesem Zweck hatte Schießl 15 Fragebögen mit je vier Fragen in französischer Sprache erarbeitet. Je sechs bzw. fünf Schüler beschäftigten sich jeweils mit einer oder zwei Abteilungen, wobei sie in Tandems mit unterschiedlichen Fragebögen auf Erkundung gingen. Mit Hilfe eines Wörterbuchs sollten sie aus den Abteilungstexten Informationen zu den Fragen zu entnehmen und auf deutsch notieren. Vorher wurde den Gästen in Kurzform die Geschichte des Museums in einer Präsentation vermittelt.

Alsbald entwickelte sich im gesamten Haus eine rege „Forschertätigkeit“, denn die französischen Gäste und ihre drei Lehrer waren mit Engagement bei der Sache. Das Ergebnis der Auswertung sprach dann sowohl für ihr Interesse als auch für den von Ludwig Schießl zum ersten Mal in dieser Form gestarteten Versuch einer deutsch-französischen Museumsvermittlung.

„Museumspädagogik“ ist ein Schlagwort, das die Vermittlung musealer Inhalte und Exponate prägt. Bereits seit 1973 existiert das Museumspädagogische Zentrum München (MPZ) als gemeinsame Einrichtung des Freistaats Bayern und der Stadt München, dessen Zielsetzung darin besteht, „die Bildungsarbeit der Schulen und anderer Bildungseinrichtungen durch museumspädagogische Angebote in Zusammenarbeit mit den Museen, Sammlungen und Ausstellungen in Bayern [...] zu unterstützen und didaktische Programme für unterschiedliche Zielgruppen anzubieten“.

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