22.10.2019 - 10:25 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Fahranfänger stellen sich der Verantwortung im Straßenverkehr

Fehlende Praxis am Steuer ist häufig die Unfallursache bei jungen Autofahrern. Das Gespür für Fahrverhalten und geänderte Straßenverhältnisse schult die Gebietsverkehrswacht bei einem Sicherheitstraining für die Anfänger am Steuer.

Vom Wenden in drei Zügen auf engem Raum (Foto) bis hin zum Bremsmanöver auf nasser Fahrbahn. Mit einer Vielzahl an Verkehrssituationen wurden die Teilnehmer beim Fahrsicherheitstraining der Gebietsverkehrswacht konfrontiert.
von Christof FröhlichProfil

Im Bereich der Polizeiinspektion Oberviechtach waren junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren an insgesamt 16 Verkehrsunfällen beteiligt, bei der Hälfte der Fälle waren sie der Hauptverursacher. "Könner durch Erfahrung" lautet das Angebot der Gebietsverkehrswacht Oberviechtach und Umgebung, das die jungen Leute hinterm Steuer auf dem Weg zu mehr Fahrpraxis anleiten soll. Zehn Teilnehmer waren dazu mit ihren Autos in der Grenzlandkaserne vorgefahren. Das Entgegenkommen von Oberstleutnant Andreas Bleek, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 122, machte es möglich, den Appellplatz für das Fahrtraining zu nutzen.

Rudolf Leibl, Vorsitzender der Verkehrswacht und beruflich Fahrlehrer, gab den Teilnehmern zum Einstieg formale und technische Vorinformationen und frischte bei den Teilnehmern bereits vorhandene und vielleicht auch schon wieder vergessene Kenntnisse aus der Fahrschule auf. So sei vor Fahrtantritt die Verkehrs- und Betriebssicherheit des Autos zu überprüfen, und auch der Fahrer selbst sollte sich nur "ausgeschlafen" und körperlich fit ans Steuer setzen. Eindringlich wies Leibl darauf hin, sich während der Fahrt nicht ablenken zu lassen. Insbesondere der Griff zum Smartphone könne nicht nur empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen, sondern auch Auslöser für Unfälle sein.

Seine Anerkennung zollte Rudolf Leibl den Teilnehmern dafür, dass sie sich zu diesem Sicherheitstraining entschlossen haben. Die jungen Fahrer würden damit Eigenverantwortung beweisen und stellten außerdem die Bereitschaft unter Beweis, auch die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer stets im Auge zu haben.

Verkehrswacht-Vorsitzender Rudolf Leibl (rechts) und sein Team leiteten die zehn jungen Autofahrer beim Kurs "Könner durch Erfahrung" an. Sie haben damit den Grundstein für unfallfreies Fahren gelegt.

Danach wurden die Motoren gestartet und es ging für die Teilnehmer auf den Übungskurs. Zunächst galt es – zunächst langsam, dann in zügigem Tempo – enge Passagen mit dem Auto zu durchfahren. Auch eine Vollbremsung auf nasser Fahrbahn bei simuliertem Starkregen hatten die jungen Männer und Frauen zu bewältigen. Auf den weiteren Stationen war dann „Wenden in drei Zügen“ auf engem Raum meistern. Ein paar Probleme tauchten beim Einparken längs und seitwärts sowie beim Rückwärtsfahren per Spiegel-Blick auf. Doch beim Abschluss des Kurses waren auch hier deutliche Fortschritte zu bemerken.

Die Fahrphysik des eigenen Autos wurde bei der flotten "Fahrt im Kreisel" spürbar. Denn der Fliehkraft kann nur bis zu einer gewissen Geschwindigkeit entgegengewirkt werden. Sollte ein Fahrzeug einmal "ausbrechen", ist es für eine Gegenlenkbewegung oft schon zu spät. Zu spät dagegen ist es nie, sich solch einem Fahrsicherheitstraining zu unterziehen. Es ist für Verkehrsteilnehmer jeden Alters geeignet, die mit ihrem Auto etwas vertrauter werden und auf brenzlige Situationen besser vorbereitet sein wollen. Entsprechende Kurse vom Fahranfänger bis zum Führerschein-Senior hat die Verkehrswacht immer wieder im Angebot.

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