03.01.2019 - 15:38 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Fasching mit Diamantenfieber

Kein Fall für Kriminalisten - aber um so mehr für die Prinzengarde der Tanzgruppe "Grün-Weiß": Mit dem "Diamantenraub" eröffnet die Arbeiterwohlfahrt am Samstag in der Mehrzweckhalle" einen langen Fasching.

Phantasievolle und kreative Kostüme wie im vergangenen Jahr werden bei den Showtänzen der Garden zu sehen sein. Die Prinzengarde, das Aushängeschild der Grün-Weißen, wird mit ihrem Showtanz „Diamantenraub“ für Aufsehen sorgen.
von Georg Köppl Kontakt Profil

Bis dahin steht Präsident Michael Welnhofer und seinem Team noch einiges bevor. Welnhofer erinnert sich an den "Rathaussturm" im Jahre 1990: Gerade mal sieben Leute, das Prinzenpaar, den Hofmarschall und vier Begleiter, umfasste die AWO-Tanzgruppe bei ihrem ersten Auftritt. Am 18. Januar 1994 erfolgte dann die offizielle Gründung. Vieles hat sich seither verändert, in der Tanzgruppe "Grün-Weiß" im speziellen und allgemein, was den Fasching anbelangt. Das "Urgestein" ist geblieben - Michael "Mike" Welnhofer ist noch immmer Präsident von "Grün-Weiß".

Die Tanzgruppe allerdings zählt aktuell 129 Mitglieder zwischen vier und 34 Jahren, darunter 96 aktive Tänzerinnen. Eine Entwicklung, auf die Welnhofer stolz sein darf. Die Ü-15-Gruppe (über 15 Jahre) hat 24 Aktive in ihren Reihen, die am Samstag beim AWO-Ball in der Mehrzweckhalle in ihren grünen Kostümen (um die Kostüme kümmern sich drei Schneiderinnen) die Premiere "Diamantenraub" präsentieren. Doch keine Angst: Der wertvolle "Stein" wird zwar gestohlen, am Ende aber auch wieder gefunden. Ebenfalls 24 Tänzerinnen zählt die Junioren-Gruppe im Alter von elf bis 14 Jahren.

Ihr Motto, für das der Nachwuchs für 5 000 Euro auch neu eingekleidet wurde, lautet heuer: "Ab in den Wald". Rotkäppchen macht sich auf in den Wald und erlebt so manches Abenteuer. Die Sieben- bis Zehnjährigen (insgesamt 26 Mädchen) treten mit ihrem Marschtanz vorwiegend beim Kinderfasching auf und haben als Showtanz das Motto "Wenn ich einmal groß bin" gewählt, bei dem Köche, Bauhandwerker, Rockstars und Landwirte auf der Bühne erscheinen. Auch die über 20 "Bambinis" im Alter zwischen vier und sechs Jahren dürfen als Schornsteinfeger und Glücksbringer schon das Rampenlicht genießen.

Fünf Tanzmariechen

Mit Hannah Killermann, Fabien Ismael, Anna Last, Sophie Last und Jana Schlagenhaufer kann die AWO gleich mit fünf Tanzmariechen zwischen 9 und 18 Jahren aufwarten. Ein langer Fasching ist immer ein wenig problematisch, weiß Mike Welnhofer aus seiner langjährigen Erfahrung. Meist dauert es eine Weile, bis er sam anläuft. Deshalb setzt die Tanzgruppe im Januar eher auf die Pflichttermine: Auf den Auftritt bei den befreundeten Diesenbachern, auf die Gardetreffen heuer in Nittenau, Nabburg und Weiden sowie auf Tanzturniere wie am 12. Januar in Naila. Neben den bereits gebuchten Auftritten in Dieterskirchen, Schönsee, Eslarn und Oberviechtach und erstmals beim Sportlerball in Pertolzhofen ist laut Welnhofer bei den Abendveranstaltungen terminmäßig noch etwas Luft (Anfragen unter Telefon 01712820914). Für den Kinderfasching sieht es eher schlecht aus. "Da sind wir ab dem 27. Januar ausgebucht", so Welnhofer. Ein Höhepunkt wird sicher die Vorstellung beim Kulturball in Pilsen am 9. Februar sein, zu dem die Prinzengarde zusätzlich einen Barocktanz eingeübt hat.

Apropos üben: Nach dem Fasching ist vor dem Fasching! Nach dem Faschingsdienstag gibt es zunächst mal vier Wochen Erholungspause, dann startet bereits wieder das Training für die nächste Saison. In der Regel trainiert jede Gruppe zwei mal in der Woche für jeweils eineinhalb Stunden. Da geht es aber nicht nur ums Tanzen. Dehnungsübungen, Beinwurftechnik, Kondition, Fitness und Körperbeherrschung sind Voraussetzung. Gerade für das aufwendige Training ist das AWO-Heim Gold wert und nicht weg zu denken, weiß der AWO-Präsident. Im eigenen Haus ist eben Training auch in den Ferien und am Wochenende (wo Schulhallen entweder geschlossen oder anderweitig belegt sind) möglich.

Idealismus, Ausdauer

Gefordert sind neben den Betreuern auch die Eltern, als "Taxi" zu Training und Auftritten, aber auch für den Kulissenbau und wie am Samstag beim eigenen Ball in der Mehrzweckhalle als Service- und Küchenkräfte. Ohne Zusammenhalt und viel Idealismus würde das "Unternehmen Tanzgruppe" sowieso nicht funktionieren. Besondere Ausdauer ist natürlich bei den gehäuften Terminen zum Faschingsendspurt gefragt.

Während früher die Auftritte meist gegen 22 Uhr waren, genießen mittlerweile die Mitternacht-Shows den Vorzug, weiß Welnhofer. Abgesehen davon, dass die Bälle generell weniger werden, bemerkt er auch einen gewissen Generationswechsel. Die Gäste über 60 Jahren werden weniger, dafür feiern mehr Junge. Welnhofer: "Die Jungen feiern aber ganz anders und gehen erst später weg und dementsprechend spät erst wieder heim".

Mit der absoluten Rekordzahl von fünf Tanzmariechen gehen die „Grün-Weißen“ an den Start. Sophie Last verzauberte das Publikum beim Auftakt zur neuen Session.
(Alternativbild) Das offizielle Foto der Tanzgruppe zur Faschingssaison 2019 zeigt die Tänzerinnen in einer orientalisch anmutenden Kulisse. Über der Choreografie steht heuer das Motto "Diamantenraub".
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