02.06.2019 - 14:08 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Der Festspielsommer beginnt in Oberviechtach

Das Eisenbarth-Ensemble hat am Wochenende den Festspielsommer in Ostbayern eröffnet. Mit der Premiere am Samstagabend und der Nachmittagsvorstellung am Sonntag werden die Besucher in eine beeindruckende barocke Welt entführt.

Am Schluss verweist Eisenbarths Geist (Reiner Reisinger links) auf seine medizinische Erfolgsgeschichte. Zuvor hat das vielköpfige Ensemble das Leben und Wirken Johann Andreas Eisenbarths (hinten, Mitte: Darsteller Andreas Fleischer) vor das Publikum gebracht.
von Georg LangProfil

Der Marktplatz mit der Taufkirche von Johann Andreas Eisenbarth ist Ausgangspunkt der Wanderinszenierung und auch Spielort für die imposante Schlussszene, bei der die erweiterte Gauklertruppe des Ortenburg-Gymnasiums alle Register eines atemberaubenden artistischen Auftritts zog. Landrat Thomas Ebeling hatte als Schirmherr einen guten Draht nach oben, denn herrliches Festspielwetter sorgte schon bei der Eröffnung für eine freudige Feierlaune, als die Premierengäste unter den Klängen des Kolping-Spielmannszugs vom Rathaus aus auf dem Marktplatz einzogen, wo sie von den bunt gekleideten Gauklern und Stelzengängern empfangen wurden.

Unmittelbar nach dem abendlichen Gebetläuten um 20 Uhr erscheinen Perceo und Josch vor der versammelten Zuschauergemeinde vor dem Kirchenaufgang. In ihrer Bierlaune stoßen die beiden Studenten mit dem Schirmherrn an und animieren das Publikum zum bekannten Schmählied „Ich bin der Doktor Eisenbarth“, was Eisenbarths Geist (Reiner Reisinger) auf den Plan ruft: „Zum Donnerwetter, wollt ihr wohl endlich still sein! Was für ein schändliches Spottlied stimmt ihr da auf mich an?“ Diese Einforderung von Authentizität leitet über zur Taufszene mit dem 1663 quellenmäßig belegten Pfarrer Johann Spenger (Lothar Kittelberger) und den drei nachgewiesenen Taufpaten Andreas von Satzenhofen (Hubert Bauer), Richter Schwertführer aus Tiefenbach (Peter Eckstein) und Ratsherr Andreas Schnabel (Udo Weiß).

Von da an nimmt das barocke Volksstück seinen Lauf. Bei der nächsten Szene auf dem Rathausplatz entfaltet sich ein unglaubliches barockes Szenario, denn hier werden von Eisenbarths Gegnern, dem Alchemisten Abramo (Florian Waldherr), dem Aderlassfanatiker Olearius (Michael Brunner) und dem Steinschneider Casco (Tobias Heindl) alle Register abstruser medizinischer Maßnahmen vorgeführt, die keinerlei Erfolg versprechen. Ihre spektakulären Unternehmungen sind mitunter im Reich der Komik angesiedelt oder auch brutal drastisch und stehen im Gegensatz zu den gut nachvollziehbaren medizinischen Eingriffen Eisenbarths (Andreas Fleischer) beim Ratsherrn Rothenbach (Stefan Eiser) oder beim Feldhauptmann unter der Regie seines Leutnants (Florian Schwindler).

In der Schlussszene entfaltet das unterhaltsame kurzweilige Volksstück seine ganze Dynamik, als Eisenbarths Gehilfe Martius (Wolfgang Wabra) den Erfolg entsprechend vermarktet. In der erweiterten Schlussszene entspinnt sich zwischen der Bräuwirtin (Regina Schwindler) und der Müllerin (Maria Lesser) ein Prestigegerangel um die Hilfe Eisenbarths.

Das Pfingstwochenende am 8. und 9. Juni steht noch einmal ganz im Zeichen des Eisenbarth-Festspiels. An beiden Tagen finden jeweils um 15 und 20 Uhr insgesamt noch vier Aufführungen statt. Karten gibt es im Rathaus (Telefon 09671/30716) oder online (www.doktor-eisenbarth.de).

Die beeindruckende Pyramide der Gauklertruppe des Ortenburg-Gymnasiums nimmt Bezug auf Eisenbarths Einsatz von Artisten und Spielleuten.
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