26.03.2020 - 14:53 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Festspielwochen fallen Corona zum Opfer

Das Coronavirus bremst das Kulturleben in Oberviechtach aus: Das für Ende Mai/Anfang Juni vorgesehene Barock-Spektakel „Eisenbarths Zeit erleben“ findet nicht statt. Im Spätherbst gibt es aber einen reduzierten Ersatz.

In Zeiten der Corona-Pandemie gewinnt das Werbebild im Fundusgebäude am Marktplatz eine ursprünglich nicht beabsichtigte neue Bedeutung. Die aufgeführten Spieltermine sind seit Donnerstag nicht mehr aktuell.
von Georg LangProfil

Mit einem opulenten Programm, das vom 16. Mai bis zum 6. Juni angesetzt war, hatte der Doktor-Eisenbarth-Festspielverein zu seinem 20-jährigen Bestehen ursprünglich zu einem Oberviechtacher Barock-Special eingeladen. Seit Donnerstag ist „Eisenbarths Zeit erleben“ in der geplanten Form abgesagt. Die vier Freilichtaufführungen des „Eingebildeten Kranken“, das barocke Markttreiben und das Kindermusical „Die Hexe und das buntgestreifte Krokodil“ wurden gestrichen. Die Entscheidung fiel einvernehmlich zwischen Bürgermeister Heinz Weigl und der Vorsitzenden des Festspielvereins, Bianca Reil.

„Wenn keine Proben sind, kann man nicht spielen!“ Bürgermeister Weigl bezog sich damit auch auf die zwei Probenwochenenden, die bereits dem Coronavirus zum Opfer gefallen sind. Jetzt hätte für die Inszenierung von Molieres Klassiker „Der eingebildete Kranke“ ein wichtiges Probenwochenende in der Jugendherberge Trausnitz angestanden. Dieser Termin und die weiteren Proben der nächsten Wochen mussten ebenfalls abgesagt werden. Premiere wäre am 23. Mai auf dem Marktplatz gewesen.

„Ein völliges Aus gibt es aber nicht!“, konstatiert der Hauptdarsteller der Barock-Komödie, Florian Waldherr. Im späten Herbst sind zwei Innenaufführungen vorgesehen. In welcher Halle das stattfindet, muss noch abgeklärt werden. Mit der Inszenierung des „Eingebildeten Kranken“ gibt bekanntlich Julia Gruber ihr Regiedebüt. Sie hat sich in den zurückliegenden Monaten mit großem Engagement dieser Aufgabe gewidmet und auch das 14-köpfige Ensemble hat sich mit Begeisterung in das komödiantische Spiel vertieft. Das Besondere der Inszenierung von Julia Gruber ist die Verbindung aus Barock und Moderne.

Wie das umgesetzt wird, auch in der Musik und den Kostümen, werden die Zuschauer erst bei den beiden neu geplanten Aufführungen im Herbst erfahren. Diese zwei Jubiläumsvorstellungen wurden auch in Erinnerung an die Gründung des Doktor-Eisenbarth-Festspielvereins vor 20 Jahren angesetzt. Bei der Umstrukturierung des Festspielprogramms wurde übrigens auch schon der Nachfolger im Bürgermeisteramt, Rudolf Teplitzky, einbezogen.

Offen ist noch, wie mit den zahlreich geplanten Rahmenveranstaltungen der ursprünglichen Festspielzeit von Ende Mai bis Anfang Juni verfahren wird. Da waren unter anderem ein Auftritt der Oberviechtacher Traditionsband "OTB" auf dem Marktplatz, ein festliches Barockkonzert in der Stadtpfarrkirche, eine Kirchenführung von Reiner Reisinger und eine Eisenbarth-Lesung in der Stadtbücherei vorgesehen.

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