04.12.2018 - 15:02 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Fokus bleibt auf Dialektpflege

Der Bewahrung der Mundart, speziell im Raum Oberviechtach, haben sich die Mitstreiter im Heimatkundlichen Arbeitskreis verschrieben. Projekte und Initiativen rund um Dialektpflege spielen auch im Jahresrückblick eine Hauptrolle.

von Autor SLUProfil

Mit einer Reihe von Veranstaltungen wurde der Heimatkundliche Arbeitskreis HKA) auch im abgelaufenen Vereinsjahr seinem Ruf als "Hochburg der Dialektpflege" gerecht. Zum Auftakt der Jahreshauptversammlung erinnerte Vorsitzender Ludwig Schießl im Totengedenken an das im vergangenen September verstorbene Mitglied Katharina Schießl. Er würdigte ihre Verdienste als Kassenprüferin und kompetente Mitarbeiterin bei der Erarbeitung des „Oberviechtacher Wörterbuchs“.

In seinem Bericht listete Schießl 21 Punkte auf, die das Tätigkeitsfeld des Vereins seit der Mitgliederversammlung im vergangenen November bildeten. Darunter waren acht Vorträge zum Thema „Dialekt“, die der Vorsitzende, zum Teil zusammen mit Ehefrau Maria, in Schwandorf, Wiesau, Oberviechtach, Straubing, Landshut, Neualbenreuth und Wunsiedel hielt. Für den Nordgautag in Wiesau verfasste Schießl einen Beitrag für die Festschrift. Er hob die enge und intensive Zusammenarbeit mit dem Museumsverein: Durch die personelle, inhaltliche und organisatorische Überschneidung ergäben sich Synergieeffekte für das gemeinsame Ziel, die Heimatpflege im weitesten Sinne voranzubringen und mit Leben zu erfüllen.

Museumsleiter Wilfried Neuber konnte einmal mehr nicht umhin, sich zu dem im Entstehen begriffenen Stadtarchiv und die damit vertane Chance eines Zwischenbaus zum Museum zu äußern. Als positiven Aspekt konnte er aber trotz aller Widerstände vermelden, dass die Mannschaft der Museumsmitarbeiter weitgehend zusammengeblieben und weiterhin unvermindert aktiv sei. Museumsleiter Karl-Heinz Foißner habe zwar aus Protest sein Amt niedergelegt, er sei aber in neuer Funktion als Archivar dem Haus nach wie vor verbunden. Die Museumsbilanz für 2018 ist laut Neuber "sehr erfreulich". Kreisheimatpfleger bemängelte, dass er durch die Stadt bei Entscheidungen, die sein Aufgabengebiet betreffen, nicht eingebunden werde.

In seinem Ausblick auf das Jahr 2019 nannte Ludwig Schießl für den Januar einen Vortrag beim Bauernverband in Neumarkt und ein Studentenprojekt an der OTH Amberg-Weiden. Mit einem „musikalisch-literarischen Streifzug durch den Oberviechtacher Dialekt“ und einem „Nordbairischen Mundarttag“ werde er neue Formate entwickeln. Das schon seit längerem geplante Projekt über den amerikanischen Karikaturisten Thomas Nast werde ebenso in Angriff genommen wie die Umsetzung des „Oberviechtacher Wörterbuchs“ nach 129 Dialektabenden von 1996 bis 2016.

Publizistisch ist der Vorsitzende zum einen an einer Handreichung für das Kultusministerium beteiligt, und zum anderen arbeitet er an einem Buch über das schulische Projekt seiner Ehefrau bei der Initiative "Mundart wertvoll" des Wertebündnisses Bayern. Auch 2019 wird Schießls Dialektkolumne „So sogn mir“ in der Zeitung "Der neue Tag" weiterführen. Mittelfristig sollen die Hausnamen der Stadtgemeinde in die Medienstation der Museumsabteilung „Handwerk und Hausnamen“ integriert werden.

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