18.10.2019 - 16:04 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Fortschritte bei Therapie

Allein durch die demographische Entwicklung nimmt der Typ-2-Diabetes zu, der in früheren Zeiten auch "Alterszucker" genannt wurde. Parallel dazu machen aber glücklicherweise die Medizin und die Diabetesbehandlung enorme Fortschritte.

Dr. Stanislav Fezev beim Vortrag über Diabetes
von Externer BeitragProfil

Das unterstrich Dr. Stanislav Fezev im gut gefüllten Vortragssaal der Asklepios Klinik Oberviechtach. Der Oberarzt für Innere Medizin referierte im Zug der bekannten "Klinik im Dialog"-Reihe über "Zuckerkrankheit im Alter - alles, was wichtig ist!" und spannte dabei den Bogen weit von den Ursachen bis hin zu den modernen, unterschiedlichen Therapiemethoden.

Eine wirkungsvolle Behandlung ist nur möglich, wenn man die individuellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen berücksichtigt. Einer ausführlichen und persönlichen Beratung als wichtigste erste Maßnahme folgt in der Regel eine langfristige Umstellung von Ernährung und Lebensstil. Denn neben erblicher Veranlagung ist Übergewicht der Hauptgrund von Typ-2-Diabetes.

Kohlenhydrate, Zucker, Fette, Ballaststoffe und Alkohol, dazu Bewegung und die Festlegung des passenden Blutzuckerspiegels (HbA1c-Zielwert nicht zu niedrig!) - der Mediziner beleuchtete verständlich, auf was es bei den nichtmedikamentösen Maßnahmen ankommt. Wenn dies nicht zum Ziel führt, sollte mit einer den Blutzucker senkenden medikamentösen Therapie begonnen werden, die einem Stufenschema folgt.

Die sogenannten OAD (Orale Antidiabetika) werden dabei nach ihren nach Wirkmechanismen unterteilt, also da, wo sie ansetzen. Erst, wenn die Tablettenkombination nicht zum Erfolg führt, sollte eine Insulintherapie angedacht werden. Dr. Fezev: "Bei den oralen Antidiabetika wurden in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, die es ermöglichen, auf die früher vielfach eingesetzten, nicht ungefährlichen Sulfonylharnstoffe (SH) nahezu völlig zu verzichten." Heute gibt es drei sehr gute Medikamentengruppen: die Biguanide (Metformin), die Gliptine (DPP4-Hemmer) und die Gliflozine (SGLT-2-Hemmer). Sie bedeuten einen enormen Fortschritt in der Therapie des Typ-2-Diabetes.

Auf keinen Fall, so Dr. Fezev, sollte man den Diabetes auf die leichte Schulter nehmen. Die Disziplin des Patienten sei unabdingbar. Denn Diabetes löse Durchblutungsstörungen am Herzen, in den Beinen und im Gehirn aus. Durch die mangelhafte Durchblutung entwickeln sich sehr schnell Wunden, die zu chronischen Verläufen neigen. Noch heute sei der Diabetes mellitus die häufigste medizinische Ursache für eine notwendige Amputation.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.