23.03.2020 - 17:41 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Für die Bienen und fürs Auge

Im Herbst in einer Gemeinschaftsleistung angelegt, erfreut die Blumenwiese vor der evangelischen Auferstehungskirche mit insektenfreundlichen Blüten.

Gabi Gilch, die Initiatorin dieser vorbildlichen Aktion, und Pfarrerin Ruth Schlinke freuen sich über die aufgehende Blütenpracht auf der „Bienenwiese“ vor der Auferstehungskirche. „Biene Maja“ ist begeistert von der Blumenwiese.
von Udo WeißProfil
Mit einem Profigerät wurden über 12000 Blumenzwiebeln in die Erde gebracht.

Wer freut sich nicht im Frühjahr über die ersten Krokusse, Schneeglöckchen, Blausternchen und Narzissen, die auf den noch braunen Wiesenflächen erblühen? Während sie für Menschen vor allem eine Augenweide sind, bieten diese Blumen für Bienen und andere Insekten eine wichtige erste Nahrungsquelle nach dem Winter. Naturschutz war die Hauptmotivation für die Pflanzaktion im Gelände vor der evangelischen Auferstehungskirche.

Mehr als 12 000 Blumenzwiebeln wurden im Herbst unter die Erde gebracht. Zusätzlich zu der Blumenzwiebelpflanzaktion wurde auf die Wiesenflächen eine Wildblumenmischung ausgesät, beides zusammen bildet die Grundlage für eine insektenfreundliche mehrjährige Stauden-und Blumenzwiebelwiese, die nun zu blühen beginnt.

"Dies ergibt ein Zusammenspiel der ersten zarten Frühjahrsblüten wie Schneeglöckchen, Krokusse, Blausternchen und Allium bis in den April mit botanischen Tulpen, bis schließlich die Dichternarzissen ihre Blütenköpfe öffnen, Prärielilien und Steppenkerzen setzen das Blütenspektakel fort", erklärt Gabi Gilch, die Initiatorin der Aktion. Im Anschluss zeigt sich dann durch die mehrjährige Blumensaat eine breite Farbpalette von unter anderem Schafgarbe und Glockenblume, die am Ende der Saison dem Wiesensalbei und der Fetthenne Platz machen.

Insgesamt sind rund 30 Pflanzenarten, vor allem Stauden, in der Mischung enthalten. Da eine mehrjährige Blumensaat in der Regel erst im zweiten Standjahr ihre volle Blütenpracht entfalten kann, wurde für das erste Jahr noch eine einjährige Blumenmischung unter anderem mit Goldmohn, Mohnblumen, Kornblumen, Flachs und Ringelblumen auf den Flächen ausgesät. Vor allem Frühblüher dienen zu Vegetationsbeginn den Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle, völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher angewiesen. Nektar und Pollen sorgen dafür, dass sich die Völker vergrößern und auch nahrungsarme Zeiten überstehen können.

"Blumenwiesen statt Rasen, ein wenig Unordnung im Garten, heimische Pflanzen, Hecken und Gebüsch. Wenn alle der Natur nur etwas Raum geben, dann ist schon viel erreicht", meint Gabi Gilch.
Wildblumenprojekt:

Visitenkarte der Kirche

Das Wildblumenprojekt ist eine Gemeinschaftsaktion der evangelischen Kirchengemeinde und des Obst- und Gartenbauvereins Oberviechtach. Die bestehende Wiesenfläche wurde im Herbst 2019 mehrfach durchgefräst und wie bei einer Rasenansaat vorbereitet. Mit einer speziellen Pflanzmaschine wurden die Zwiebeln in den vorbereiteten Boden gesetzt, im Anschluss wurde die Blumenwiesenmischung ausgesät. Sowohl die Verwilderungsblumenzwiebeln als auch die Wildblumensaaten sind durch Sponsoren finanziert. Eingebunden waren Gabi Gilch, Melanie Hösl, Werner Schuler, Ellen Deusser-Schuler, Gartenbauvereinsvorsitzender Karl Ruhland und Kreisgartenfachberaterin Heidi Schmid, die einen Teil der Saaten beigesteuert hatte. Mit technischem Knowhow unterstützte der Gartenbauverein. Die Verantwortlichen hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht. Ebenso ist eine Zusammenarbeit mit einem Imker angedacht.

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