Oberviechtach
17.02.2019 - 13:31 Uhr

Gebirgsjägern auf der Spur

Kämpfe des Gebirgsjäger-Regiments 99 im Westfeldzug 1940 beleuchtet

Der Oberviechtacher Albert Plötz hat die Kriegsschauplätze des Gebirgsjägerbataillons aufgesucht, wie sie im Buch seines Sohnes Marco beschrieben sind. Bild: weu
Der Oberviechtacher Albert Plötz hat die Kriegsschauplätze des Gebirgsjägerbataillons aufgesucht, wie sie im Buch seines Sohnes Marco beschrieben sind.

"Das Buch beschreibt Geschehnisse der Kämpfe aus Sicht einfacher Soldaten, die kämpften, litten, fielen, damit andere ihren Namen in Büchern verewigen konnten." Diese Information aus dem Klappentext verdeutlicht, warum Marco Plötz sein Buch "Gebirgsjäger in Frankreich" geschrieben hat, das die Kämpfe des Gebirgsjäger-Regiments 99 im Westfeldzug 1940 beinhaltet.

Geschichtsbücher sprechen nur von Verlusten und Zahlen, dass dahinter jedoch Einzelschicksale stehen, wird ausgeblendet. Albert Plötz hat das 430-seitige Buch seines Sohnes Marco aus Waldmünchen fast ausgelesen. In persönlichen Tagebuchaufzeichnungen der Soldaten werden deren Ängste und Gefühle dargestellt, die Belastungen, denen sie ausgesetzt waren, kommen zur Sprache, auf die Erziehung der Soldaten im national-sozialistischen Staat wird hingewiesen. Dazu hat der 38-jährige Diplom-Ingenieur beim Schreiben seines Buches Interviews ausgewertet, die er persönlich mit den ehemaligen Soldaten geführt hat. Er hat Tagebücher gesichtet und mit Unterstützung des Bundesarchivs in Freiburg weiteres unbekanntes Material durchgearbeitet, ebenso Unterlagen von der U.S. National Archives and Redords Administration.

Für Militärhistorie interessiert sich Plötz seit seiner Kindheit. Den Ausschlag dafür, dass der 38-Jährige, der mittlerweile in Bayerisch Gmain lebt, ein Buch über die Gebirgsjäger in Frankreich schrieb, gaben seine Vorfahren, die bei der Gebirgstruppe dienten, und seine eigene Bundeswehrzeit beim Gebirgsbeobachtungsartillerie-Bataillon 83 in Hemau. In seinem Vorwort macht der Autor klar: "Diese Zeilen sollen ein Denkmal sein für die Menschen, die extreme Strapazen ertragen haben, die Nächte hindurch marschiert sind, Kämpfe ausgetragen und ihr Leben hergegeben haben."

Das 430-seitige Werk mit vielen Bildern ist im Verlag Veit Scherzer, Bayreuth erschienen. Albert Plötz, der Vater des Autors, der in Oberviechtach durch seine filigranen Holzarbeiten Aufsehen erregt, hat einen Streifzug durch die grausame Geschichte unternommen, indem er markante Orte der Gebirgsjäger in Frankreich aufgesucht hat.

 
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