Nach vielen Debatten in den Vormonaten hatten sich Stadträte und Amtsleiter eine Festsitzung dieser Art verdient. Bürgermeister Heinz Weigl dankte für die Arbeit während des ganzen Jahres. Den Rückblick hatte er schon bei der Bürgerversammlung im November gegeben und so standen am Dienstag in der „Taverne“ in Lind mehr die Gespräche am Tisch im Vordergrund. Das Zeitkonto inspirierte auch Sylvia Felgenträger (Flöte) und Veronika Miller-Wabra (Harfe), die mit getragenen Melodien auf das nahe Weihnachtsfest einstimmten.
Neben den zwei Ehrenbürgern, Altbürgermeister Wilfried Neuber und Ludwig Berger, waren Dekan Alfons Kaufmann und der stellvertretende Landrat Arnold Kimmerl gekommen. Auch Inhaber der Silbernen Bürgermedaille und des Ehrentellers fanden sich ein, um drei „Neue“ in ihren Reihen aufzunehmen: Max Zinnbauer, Lothar Kittelberger und Bernd Wetzel. „Mit ihrer Arbeit gewährleisten sie nicht nur das Funktionieren des Gemeinwohls, sondern bilden darüber hinaus eine wichtige Säule in der Gesellschaft“, lobte der Bürgermeister. Er richtete den Dank des Stadtrates an alle, die sich selbstlos für ihre Mitmenschen einsetzen: „Die Stadt braucht das Ehrenamt.“ In der Juli-Sitzung wurde einstimmig beschlossen, stellvertretend drei Personen für ihre erbrachten Leistungen zu würdigen.
Eintrag ins Goldene Buch
Den Anfang machte Studiendirektor a.D. Lothar Kittelberger, der für sein seelsorgerisches und pädagogisches Wirken über drei Jahrzehnte hinweg den Ehrenteller der Stadt erhielt. Er kam 1970 nach Oberviechtach und unterrichtete bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2006 als Lehrkraft für Mathematik, Physik und Religion am Ortenburg-Gymnasium. 1978 wurde er zum Priester geweiht. Kittelberger unterstützte die Armen Schulschwestern im Kindergarten, die Mallersdorfer Schwestern im Krankenhaus, war im Kuratorium der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung vertreten und ist Ensemblemitglied des Eisenbarth-Festspiels. Der Bürgermeister dankte auch dafür, dass mit dem Umzug nach Dachau die Verbindung zur Stadt und zur Seelsorgeeinheit nicht abgerissen ist.
Eine Gesellschaft lebt davon, was Menschen einbringen.
Ins Goldene Buch durfte sich anschließend auch Bernd Wetzel eintragen. Dieser leistet seit 1994 einen Großteil des ehrenamtlichen Einsatzes der Wasserwacht im Freibad. „Tendenz steigend“, bekräftigte der Bürgermeister. Im Jahr 2013 hat Bernd Wetzel von 360 Wasserwachtstunden im Freibad 157,5 Stunden übernommen. In der aktuellen Saison waren es von 577 ganze 461 Stunden Aufsicht am Beckenrand. „Herr Wetzel ist für das Freibad zu einer unentbehrlichen Hilfe geworden und aus dem Badebetrieb nicht mehr wegzudenken“, führte Weigl an und lobte dieses großartige Engagement. Mittlerweile gehöre der ehemalige Bundeswehrsoldat zu den dienstältesten „Wasserwachtlern“ im Landkreis. Max Zinnbauer aus Germering ist bereits seit Februar 2000 Inhaber des Ehrentellers. Nun erhielt er für über 30 Jahre Heimatforschung die Silberne Bürgermedaille. „Ein echter Glücksfall für die Stadt“, lobte der Bürgermeister dessen guten Kenntnisse in der Archivkunde und die unentgeltliche Arbeitsleistung bei der Sichtung und Bearbeitung von Unmengen an Oberviechtacher Material im Hauptstaatsarchiv München. Weigl nannte einige Forschungen und Publikationen, wie die eigene Reihe „Quellen und Erörterungen zur Geschichte von Oberviechtach“.
Unschätzbarer Wert
„Herr Zinnbauer hat damit einen unschätzbaren bleibenden Wert geschaffen“, betonte das Stadtoberhaupt und überreichte zur Bürgermedaille eine Urkunde und ein Eisenbarth-Elixier. .„Eine Gesellschaft lebt davon, was Menschen einbringen“, sagte stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl. Die Geehrten hätten sich in vielfältiger Weise jahrzehntelang im Ehrenamt engagiert und seien damit ein Beispiel für ihre Mitmenschen geworden. Nach dem Grußwort war dann auch die Zeit gekommen, die gute Küche der Familie Reger zu genießen.













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