29.06.2020 - 15:51 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Generationenhaus in Oberviechtach: Erst Vision, jetzt angesagter Treff

Zwei Männer hatten einen Traum: Michael Welnhofer und Wilfried Neuber wollten ein Haus für die Jugend, für Senioren, kurz: für die ganze Bevölkerung bauen. Der Traum wurde vor fünf Jahren in Oberviechtach wahr.

Ob Vortrag, Musik, Gesang oder Grillfest, das Ü50-Café ist in den vergangenen fünf Jahren zu einer überaus beliebten Einrichtung im Mehrgenerationentreff geworden.
von Udo WeißProfil

Das Mehrgenerationenhaus feiert das Fünfjährige. Die Väter des Projektes erinnern sich an die Anfänge des Mammutprojektes.

„Es war ursprünglich nur eine Vision, aber die Vision ist nun wahr“, sagte der Präsident der Garde „Grün-Weiß“ beim Festakt zur Einweihung des Mehrgenerationentreffs (MGT) vor fünf Jahren. Die Kosten und die riesige Zahl der ehrenamtlichen Arbeitsstunden sind gut angelegt, war der Tenor der Gäste bei der Feier. Warum Präsident Welnhofer mit seiner Mannschaft diese „Herkulesaufgabe“ auf sich nahm, beschrieb er damals so: „Wir brauchen unbedingt ein gemeinsames Haus für unsere Jugend, bei der wir in den letzten Jahren einen unwahrscheinlichen Zulauf erlebten.“ Auch für die Bevölkerung und vor allem die Senioren wollte man, weil es so etwas noch nicht gab, ein gesellschaftliches und kulturelles Zentrum schaffen.

Die Einweihung vor fünf Jahren

Zusammen mit AWO-Vorsitzendem und Altbürgermeister Wilfried Neuber bewies Welnhofer einen „langen Atem“, ließ sich auch von den teilweise negativen Stimmen nicht abschrecken und schuf gemeinsam mit der Planungshilfe von Architekt Christian Schönberger das beeindruckende Haus, das aus dem sozialen und kulturellen Leben der Stadt Oberviechtach nicht mehr wegzudenken ist. Auch wenn das Projekt in der Bevölkerung und im Stadtrat anfangs kontrovers diskutiert wurde, standen am Ende doch die meisten dahinter.

So schlug die Stadt den Standort vor, der genügend Parkplätze garantiert, und stellte ihn dem Verein zur Verfügung. Mit Eigenmitteln, Zuschuss der Stadt, einer guten LAG-Förderung, einer Kreditaufnahme sowie Geld- und Sachspenden und der Zuwendung der Wohlfahrtslotterie „Glücksspirale“ konnte das Werk finanziert werden. Entscheidend für die Realisierung war natürlich die Zahl von 4500 Arbeitsstunden an Eigenleistungen, die von einer meist fünfköpfigen Gruppe, angeführt von Präsident Welnhofer und seiner Stellvertreterin Marion Dietz, erledigt wurden. Zwischen dem Betonieren von Fundamenten im Juli 2014 und dem ersten Tanztraining am 29. Juni 2015 im neuen Heim lagen nicht mal zwölf Monate, und die ersten Krabbelstunden der Mutter-Kind-Gruppen gab es schon am 22. Juni 2015.

Bei der feierlichen Einweihung mit den Geistlichen und einer großen Zahl an Ehrengästen am 2. Oktober 2015 sagte der AWO-Landesvorsitzende Professor Thomas Bayer: „Wo gibt es denn noch einmal so ein Gespann wie in Oberviechtach mit Michael Welnhofer (AWO Jugendwerk) und Wilfried Neuber (AWO Vorsitzender). Hier zeigt sich, was entsteht, wenn eine Idee hartnäckig verfolgt wird.“

„Das Jahr 2015 wird in die Jahreschronik der AWO eingehen“, betonte Wilfried Neuber damals, „unser langgehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen.“ Seit fünf Jahren ist nun der Mehrgenerationentreff einerseits das Zuhause und Übungsstätte der Garde „Grün Weiß“, anderseits monatlicher Treffpunkt der Generation Ü-50 sowie Raum für weitere sportliche, kulturelle und lehrreiche Aktivitäten.

Hintergrund:

Das Angebot des Mehrgenerationenhauses

Das Haus steht als Sportstätte für die 120 Tänzerinnen ebenso zur Verfügung wie für Tagungen und Fortbildungen sowie für die Kleinkinder – und Seniorenarbeit. Mit dem großen und kleinen Saal, modernen Sanitäranlagen und Platz zum Lagern gibt es dem Jugendwerk eine Heimat. Neben den örtlichen Turnhallen ist Platz für Training und Übung, aber auch für Versammlungen und Feierlichkeiten. Die AWO-Spielkiste und die Mutter-Kind Gruppen sowie das Kleinkinderturnen unter Leitung von Vizepräsidentin Marion Dietz fanden hier ebenfalls ein Zuhause.

Zu einer Erfolgsgeschichte wurde das monatliche Ü50-Kaffee, das von Juane Demleitner und ihrem Team geführt wird. Zwischen 30 und 80 Personen finden sich jeweils am ersten Mittwoch des Monats im kleinen Saal ein, um Gemeinschaft zu erleben. Interessante Vorträge über Gesundheit, Ernährung, seniorengerechtes Wohnen sowie Rententipps werden angeboten. Auch Gesundheitssport, Musik- und Spaßveranstaltungen sowie Grillfeste, Weihnachts-, Familien- und Faschingsfeiern gehören zum Programm. Beliebt sind die zweimal jährlich stattfindenden Mädchenflohmärkte. Das Haus steht jedem Verein Oberviechtachs und der Umgebung zur Verfügung. Externe Trainer und Referenten nützen das Gebäude für Ballettunterricht, Yoga und Gesundheitssport.

Auch wenn es im Haus coronabedingt etwas ruhiger zugeht: Das Training der Garde hat unter gewissen Auflagen schon wieder begonnen. Das dritte Sandradlfest, das für Juli geplant war, wird je nach Entwicklung vorerst auf den Herbst verschoben.(weu)

Stolz präsentierte die Vorstandschaft der AWO-Tanzgruppe Grün-Weiß bei der Jahreshauptversammlung 2015 ihr neues Mehrgenerationenhaus. Über 4500 Arbeitsstunden lagen hinter ihnen.
Im November 2015 feierten die Grün-Weißen ihren ersten Ehrenabend im eigenen Heim.
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