18.07.2019 - 10:14 Uhr
OberviechtachOberpfalz

"Grün" für neue Ampelregelung

Seit knapp vier Jahren regelt eine Ampelanlage den Verkehr an der Kreuzung beim "Haus der Stiftung". Das Thema taugt noch immer für den Stammtisch und auch im Stadtrat werden die Betriebszeiten wieder einmal diskutiert.

Sicherheit geht vor. Auch wenn am neuralgischen Kreuzungspunkt der Staatsstraße mit den Einfahrten in die Nunzenrieder Straße, Bahnhofsstraße und Bezirksamtstraße nicht viel los ist, heißt es warten, bis die Ampel grünes Licht gibt. Im Stadtrat wurde eine Änderung der Betriebszeit diskutiert.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Unter der Gesamtleitung des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach erfolgte im Jahr 2015 der Umbau des Kreuzungsbereiches an der Staatsstraße 2159 mit der Einmündung in die Bezirksamtsstraße und die Nunzenrieder Straße und die Einfahrt zur Einbahnstraße "Bahnhofstraße". Bei der Inbetriebnahme wurde den Bürgern eine moderne, intelligente Lichtsignalanlage versprochen, die den Verkehrsfluss beschleunigen soll. Doch wie bei vielen Dingen gab und gibt es unterschiedliche Meinungen.

Verkürzte Variante

Während viele froh darüber sind, den Kreuzungsbereich als Autofahrer oder Fußgänger sicher überqueren zu können, regen sich andere über Wartezeiten auf. Diese nerven vor allem zu Zeiten, an denen wenig los ist und man bei freier Bahn ausgebremst wird. Das war auch der Grund, warum nach einer Diskussion im Stadtrat ab Januar 2019 eine verkürzte Betriebszeit eingeführt wurde. Seither regelt die Lichtanlage den Verkehr von Montag bis Freitag, 6 bis 19.30 Uhr, am Samstag von 6 bis 13 Uhr und am Sonntag von 8 bis 12 Uhr. Die beiden Fußgängerampeln (Amtsgericht und Metzgerei Meindl) sind auf Anforderung rund um die Uhr in Betrieb. Die gesicherten Querungsstellen enthalten Boden-Indikatoren für Menschen mit Sehbehinderung und abgesenkte Bordsteine für Rollator- und Rollstuhlfahrer.

In der jüngsten Stadtratssitzung informierte Bürgermeister Heinz Weigl über ein Zusammentreffen mit Henner Wasmuth, dem Leiter des Staatlichen Bauamtes. Dabei wurde auch über eine Veränderung der Ampelregelung gesprochen. Denn viele ältere Leute würden mit der Blinkanlage (in der Zeit, in welcher die Ampel außer Betrieb ist) nicht klar kommen. "Es gab schon einen Unfall und etliche Beinahe-Unfälle", berichtete Weigl. Der Vorschlag von Bürgermeister, Verwaltung und Polizei lautete deshalb, die Betriebszeiten wieder auf die ursprüngliche Form zurückzusetzen. Dies würde bedeuten, dass die Ampel am Samstag erst um 20 Uhr abschaltet.

Alexander Ried, Sprecher der CSU/CWG/Aktive-Fraktion sprach sich für die verkürzte, aktuell praktizierte Form aus, da am Samstagnachmittag in Oberviechtach wenig los sei. "Einzelne Teilnehmer im Straßenverkehr sind immer überfordert", so Ried. Er verwies darauf, dass beim Ampel-Aus die Vorfahrtsregelung gilt. Josef Lohrer (PWG/SPD/JW-Fraktion) favorisierte dagegen die alte Regelung: "Diese vermindert das Risiko auch zu verkehrsarmen Zeiten." Nachdem das Blinklicht Verunsicherungen auslöse, sollte dieses eventuell ganz abgeschaltet werden. "Das kann man sicher machen", meinte Stadtrat Josef Herdegen. Der Bürgermeister wird dies mit dem Staatlichen Bauamt abklären. Weigl machte noch Werbung für den Beschlussvorschlag, die ursprüngliche Regelung wieder einzuführen: "Wir wollten durch die Ampel mehr Sicherheit für die Fußgänger. Die eineinhalb Minuten Zeit hat ein Autofahrer doch immer." Außerdem schalte die Ampel sofort auf Grün, wenn man der alleinige Verkehrsteilnehmer im Bereich sei. Mit 10:5 Stimmen wurde der Vorschlag abgelehnt. Das bedeutet, dass die neuen, verkürzten Betriebszeiten weiterhin gelten.

Nur noch ein Parkausweis

Der folgende Tagesordnungspunkt befasste sich mit der Straßenverkehrsordnung und lautete: "Änderung der Parkausweis-Regelung für Bewohner im Innenstadtbereich". Die Thematik sei auf Anregung der Polizeiinspektion aufgenommen worden, nachdem die Regelung aktuell "manchmal diffus" sei. Der Vorschlag: Pro Hausbesitzer wird nur ein Ausweis ausgegeben, wenn kein Stellplatz auf dem eigenen Grundstück möglich ist. Mieter können keinen Parkausweis beantragen. "Wir wollen das Wohnen in der Altstadt nicht verschlechtern. Wo ist das Problem?", führte Alexander Ried an. "Wenn jeder zwei Scheine hat, dann reichen die Parkplätze in der Innenstadt nicht aus", erklärte Weigl. Und auch Josef Lohrer meinte: "Der Vorschlag der Verwaltung ist zwingend notwendig, um eine klare Regelung zu haben." Laut Bürgermeister könnten damit 22 Parkausweise von der Stadt ausgestellt werden. "Als Betroffener in der Altstadt sehe ich kein Parkplatzproblem und auch keinen Grund, etwas zu ändern", führte Christian Schneider an. Es gehe um Fälle, wo tagsüber die Plätze für Kunden weggeparkt werden, so der Bürgermeister. Sein Appell: "Wir brauchen eine klare Linie." Mit 8:7 Stimmen wurde die Neuregelung für die Anwohner-Parkscheine beschlossen.

Weigl berichtete noch von der Begehung zusammen mit der Polizei und dem Behinderten-Beauftragten. Dabei sei es auch um erforderliche Nachzeichnungen und kleine Veränderungen beim bestehenden Parkangebot gegangen. Zusätzlich wird ein Behinderten-Parkplatz vor der ehemaligen Apotheke am Marktplatz eingerichtet. Wegfallen werden zwei Parkplätze in der Karfreitaggasse (gegenüber Fotostudio Kraus), da diese die Rettungsdienst-Einfahrt und Müllabfuhr beengen.

Ampelregelung:

Montag bis Freitag

Die Ampelanlage ist von 6 bis 19.30 Uhr geschaltet. Wochenende

Samstag: 6 bis 13 Uhr; Sonntag: 8 bis 12 Uhr. Fußgängerampel

Die beiden Fußgängerampeln (Amtsgericht und Metzgerei Meindl) sind auf Anforderung rund um die Uhr in Betrieb.

Nicht mehr da: Die zwei Parkplätze am unteren Ende der Karfreitaggasse (links, gegenüber Foto Kraus) wurden dauerhaft gestrichen. Der Grund dafür ist die zu enge Rettungsdienst-Einfahrt.
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