25.06.2019 - 19:48 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Gute Aussichten für Chips & Co.

Ob Pommes, Chips oder Knödel - ohne die Kartoffel geht gar nichts. Bei der Saisoneröffnung am Feld bei Oberviechtach interessierten deshalb besonders die Ernteaussichten. Zur Sprache kam auch, warum es eine stressige Woche wird.

Über eine gute Kartoffelernte 2019 freuen sich (von rechts) BBV-Geschäftsführer Alfons Wittmann, Ortsbäuerin Barbara Ruhland, Landwirt Reinhard Elsner, stellvertretende Kreisbäuerin Manuela Pronath, stellvertretender Kreisobmann Georg Lorenz, Kreisobmann Josef Irlbacher, Alfred Bauer von der Erzeugergemeinschaft Oberpfalz und stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl.
von Gertraud Portner Kontakt Profil
Kartoffelanbau:

Sieben Sorten

Die Familie Elsner in Hof baut heuer folgende Kartoffelsorten an: Valetta (festkochende Frühkartoffel); Gala (vorwiegend festkochend für Knödelteilg); Goldmarie (festkochend), Lilly´ (mehlig kochend). Als Besonderheiten gibt es die Rosa Tannenzapfen, den Klassiker Linda und erstmals die Puikula/Mandelkartoffel aus Finnland.

"Es schaut gut aus", meinte Reinhard Elsner, als er am Dienstag den Kreil durch den Ackerboden gleiten ließ und ausreichend viele Knollen der frühen Sorte "Valetta" zum Vorschein kamen. Beobachtet wurde er dabei nicht nur von BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann. Zunächst am Betrieb in Hof und anschließend am Feld fand sich eine Reihe von Gästen ein, welche BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher begrüßte. Von den rund 300 Kartoffelbauern im Landkreis werden rund 1060 Hektar (14 Hektar in Oberviechtach) angebaut. Im nassen Jahr 2017 waren die Kartoffeln teilweise zu groß, im Hitzesommer 2018 oft zu klein. Auch die Hersteller von Chips (Lorenz Neunburg) und Kartoffelteig (Burgis in Neumarkt), die für die Bauern im Landkreis die größten Abnehmer sind, stellen Anforderungen an die Knolle. "Die beiden Großabnehmer tragen dazu bei, dass sich der Kartoffelanbau bei uns gut halten kann", meinte Irlbacher und ergänzte: "Wir hoffen, dass wir den Auftrag der Gesellschaft erfüllen können und heuer eine gute Ernte einfahren."

Birgit Elsner (Dritte von links) stellt die Vermarktung in Form der 24-Stunden-Selbstbedienung vor.

Sieben Sorten

Der Endverbraucher in der Direktvermarktung fragt entweder festkochende in mittlerer Größe für den Kartoffelsalat nach oder favorisiert die mehligen für die Knödel. Reinhard Elsner baut heuer sieben Sorten auf fünf Hektar an (siehe Kasten). Beim Pressetermin stellte er seinen Familienbetrieb im Nebenerwerb (Ackerbau viehlos) näher vor. So baut er auf den insgesamt 30 Hektar auch Getreide, Mais und Erbsen an. Die Vermarktung erfolgt ab Hof als 24-Stunden-Selbstbedienung und als Lieferung für Kloßteig. Mit dem Hauptstandbein "Kartoffel" starteten die Elsners vor 35 Jahren zunächst mit Pflanzkartoffeln. Die Frühkartoffeln "Valetta" wurden vorgekeimt und am 30. März gesteckt. Ein Vlies schützte vor den Nachtfrösten. Seit etwa einer Woche sind die heiß erwarteten "Neuen" nun im Verkauf. "Die Witterung hat gepasst und so sind wir sehr, sehr früh dran", berichtete Reinhard Elsner am Feld bei der Dreifachturnhalle. Er setzt so wenig wie möglich auf Chemie und so erobert sich die Melde als sogenanntes Unkraut die Feldherrschaft. "Macht nix", meinte er lächelnd und schüttelte die Knollen vom Kraut. Mit der Krautfäule und auch mit dem sich auf dem Vormarsch befindlichen Kartoffelkäfer hat er dagegen den Kampf aufgenommen. Das seien auch die Gründe, warum es so wenig Bio-Kartoffeln gebe.

Hitze bedeutet Stress

Der Preis sei aktuell mit 1,40 Euro pro Kilogramm so hoch wie in 2018. In einigen Wochen, wenn die Schalenfestigkeit auch regional erreicht sei, werde sich ein mittleres bis unteres Niveau einpendeln. Wenn das Wetter weiterhin passt, werde eine gute Ernte erwartet. Diese Woche sei allerdings Stress für die Pflanze angesagt: "Erdäpfl mögen keine Temperaturen ab 25 Grad", erklärte der Landwirt. Zur Sprache kam auch die Situation beim Futterbau und der Rinderhaltung sowie das Kartoffelprojekt mit dem Ortenburg-Gymnasium (Bericht folgt). Wieder zurück am Hof konnten die Gäste probieren, welche leckeren Speisen mit Kartoffeln – von der Suppe bis zum Gratin – zubereitet werden können.

Wir hoffen, dass wir den Auftrag der Gesellschaft erfüllen können und heuer eine gute Ernte einfahren.

Josef Irlbacher, BBV-Kreisobmann

Josef Irlbacher, BBV-Kreisobmann

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.