14.09.2018 - 15:09 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Die Heimat immer im Blick

Friederike Breier lebt und arbeitet in München. Eine Ausstellung im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum Oberviechtach führt sie an ihre Wurzeln zurück. Expressive Ausdrucksformen verdeutlichen die Vorliebe zur modernen Malerei.

Rosa Schießl (von links), Arnold Kimmerl, Friederike Breier, Siegfried Bräuer und Wilfried Neuber freuen sich über die gelungene Ausstellung im Museum.
von Ludwig BergerProfil

Betrachtet man die Jahresprogramme seit der Eröffnung des Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseums im Jahr 2006, so wird man feststellen, dass Kunstausstellungen ein durchgängiges Wesensmerkmal sind. Der Vorsitzende des Museumsvereins, Altbürgermeister Wilfried Neuber, kündigte nun am 8. Marktmühltag die Werke der Künstlerin Friederike Breier an, welche unter der Überschrift "Augen-Blicke" bis zum 30. September bei freiem Eintritt besichtigt werden können.

Weichen stellen

Neuber gab seiner Freude Ausdruck, dass es diesmal eine gebürtige Oberviechtacherin ist, die ihre Bilder zur Schau stellt. Friederike Breiers Wurzeln liegen in Oberviechtach, seit vielen Jahren allerdings lebt sie mit ihrer Familie in der Landeshauptstadt München. Sie ist die Tochter der langjährigen Museumsführerin Rosa Schießl und des ehemaligen Stadtrats und Ehrenbürgers Fritz Schießl.

Vorstandskollege Siegfried Bräuer zeichnete in einem weitgespannten Streifzug den Lebensweg der Künstlerin vor, der seit dem Grund- und Realschulbesuch vom Lernen überhaupt und dem Begriff "Heimat" geprägt war. So erlernte sie in der ortsansässigen Apotheke bei Karl Foißner, dem Gründer des Heimatmuseums in Oberviechtach, den Beruf der Apothekenhelferin. Der Beichtstuhl im damaligen Heimatmuseum und die Deckenfresken in der Pfarrkirche hinterließen Spuren, die für den weiteren Werdegang Weichen stellten. Es folgte die Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin, der Besuch der Berufsoberschule und immer wieder Arbeitsphasen in der jeweils erlernten Tätigkeit, bis sie ihrer eigentlichen Berufung, dem Studium der Kunstgeschichte, der deutschen und der vergleichenden Volkskunde sowie der Bayerischen Kirchengeschichte an der Ludwig- Maximilian-Universität in München nachgehen konnte. Die Qualifikation des Kuratierens erwarb sie an der Universität der Künste in Berlin.

Seit 1985 lebt Friederike Breier in München und ist heute als freiberufliche Kunsthistorikerin tätig. Führungen durch namhafte Gemäldegalerien, z. B. die Pinakothek der Moderne sowie die Konzeption und Umsetzung von Kunstausstellungen, gehören zu ihrer aktuellen beruflichen Beschäftigung. Über diese Kunstvermittlung kam sie auch zur Malerei und 2003 gelangte sie an den Punkt, was sie als Wissenschaftlerin theoretisch durchdrungen hatte, nun konkret zu entdecken.

Wenige Schlaglichter

Im Jahr 2015 trat sie zum ersten Mal mit eigenen Werken im Atelierprojekt "Wundertüte" an die Öffentlichkeit. In all den Jahren begleitete die Künstlerin das stete Bedürfnis, an ihrem Geburtsort und bei den dort wohnenden Eltern Zeit zu verbringen. Dabei spielte die Wertschätzung der Heimat eine tragende Rolle. Hier schließt sich auch der Kreis und die Sehnsucht nach dem Ort der Kindheit und Jugend, hier ihre Arbeiten in einer Einzelausstellung zu präsentieren. "Es mag auf den ersten Blick eine kleine Ausstellung geworden sein", erklärte Bräuer. Viele Bilder standen ursprünglich zur Auswahl. Was blieb sei die Reduzierung auf das Wesentliche, auf das, was die Künstlerin Friederike Breier ausmacht, einen Menschen, der Farben und Flächen sowie deren Beziehung zueinander erkundet. Diese wenigen Schlaglichter sollten exemplarisch verdeutlichen, dass Breier expressive Ausdrucksformen bevorzugt. Farben und Flächen gilt ihr Fokus, Farben und Flächen sind es, die sie als Stilmittel einsetzt. Dabei kommt die Seite der Kunsthistorikerin durch, deren Vorliebe der modernen Malerei gilt. Großes Lob zollte der Künstlerin auch der stellvertretende Landrat Arnold Kimmerl, der in seinem Grußwort die Wichtigkeit solcher Kunstausstellungen hervorhob.

Friederike Breier (Mitte) mit ihrer Familie und Mutter Rosa Schießl vor einem großflächigen Bild der Künstlerin.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.