Oberviechtach
05.08.2019 - 08:08 Uhr

Hektarweise Sonne im Anflug

Die Solarpaneele im Industriegebiet an der B 22 bei Oberviechtach bekommen Gesellschaft. Wenige Kilometer weiter ist ein neuer Solarpark geplant, der die aktuellen Sonnenstrom-Lieferanten mächtig übertrumpfen könnte.

Bislang gibt es im Raum Oberviechtach nur einen Solarpark (Bild) mit einer Nennleistung von 1,3 Megawatt. Wenn der neue Park realisiert wird, kommen 7 Megawatt dazu. Bild: Portner
Bislang gibt es im Raum Oberviechtach nur einen Solarpark (Bild) mit einer Nennleistung von 1,3 Megawatt. Wenn der neue Park realisiert wird, kommen 7 Megawatt dazu.

Der jetzt geplante Solarpark im Norden von Oberviechtach existiert bislang allerdings nur auf dem Papier. Über die frühzeitige Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung sind die Unterlagen aktuell im Rathaus einsehbar. Für diesen Solarpark hat die Energiebauern GmbH landwirtschaftliche Flächen anvisiert, die in der Nähe des Ortsteils Schlüsselhof liegen. Die Areale befinden sich rechts und links der Kreisstraße SAD 44, die von Oberviechtach nach Wildeppenried führt. Zum Teil grenzt das Gelände an eine Schießanlage der Bundeswehr.

11 Hektar, 7 Megawatt

Insgesamt 11 Hektar plant die Energiebauern GmbH, für die Stromerzeugung mit Sonne von einem Landwirt zu pachten. Die Nennleistung des Solarparks ist auf 7 Megawatt veranschlagt und liegt damit deutlich höher als die der bestehenden Anlage im Industriegebiet an der B 22. Dort ist 2010 ein Solarpark mit 1,3 Megawatt in Betrieb gegangen. Doch eine Expansion dieser Anlage in Richtung Hof hatte der Stadtrat vor einem Jahr abgelehnt. "Man hat sich da schon Gedanken gemacht, aber nur so konnte man sich die Option auf eine Erweiterung des Gewerbegebiet für Betriebe offenhalten", begründet Bauamtsleiter Andreas Mandl das Veto und die Konzentration auf andere Alternativen.

"Besser auf Dach"

Auch der nun geplante Solarpark ist im Stadtrat nicht unumstritten. "Die Solaranlagen sollten besser aufs Dach", so der Tenor im Gremium, wo man laut Mandl die ganze Sache sehr kontrovers diskutiert hat.

Die Oberviechtacher Anlage ist nicht das erste Projekt der Energiebauern GmbH im Landkreis Schwandorf. Im Dezember 2017 ging im Schwandorfer Ortsteil Fronberg ein Solarpark mit einer Leistung von rund 10 Megawatt in Betrieb, die GmbH aus Sielenbach hatte dafür die schlüsselfertige Umsetzung, Projektfinanzierung sowie die technische und kaufmännische Betriebsführung übernommen. Schon ein paar Schritte weiter als in Oberviechtach ist ein ebenfalls von den Energiebauern anvisiertes Projekt in Neunburg. Im Juni, nur ein Jahr nach Aufstellungsbeschluss, hat dort der Stadtrat einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan als Satzung beschlossen.

Aktuell liegen die Unterlagen für diesen Solarpark in der Nähe des Gewerbe- und Industriegebiets "Am Galgenberg/In der Seugen" zur Genehmigung beim Landratsamt. 2020 soll das 9 Hektar große Sondergebiet mit Photovoltaik bestückt werden, anvisierte Nennleistung 7,5 Megawatt. "Der Solarpark wird von Ausgleichsflächen umgeben, und auch innerhalb der umzäunten Anlage wird zur Artenvielfalt durch extensive Beweidung beigetragen", verspricht das Unternehmen. Trotzdem stieß das Projekt zur Gewinnung regenerativer Energie in Neunburg auf ein geteiltes Echo. Der Grund: Flächenfraß.

In Oberviechtach gab es bei der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung bislang keine Einwendungen. Das Gelände liegt zwar im Wasserschutzgebiet. "Da die Module aufgeständert und nicht allzu tief verankert werden, dürfte das aber kein Hindernis sein", meint Bauamtsleiter Mandl. Und der nächste Antrag für einen weiteren Solarpark steht schon vor der Tür, "frisch eingetroffen und noch gar nicht bearbeitet".

Info:

Energiebauern GmbH

Bei der Energiebauern GmbH aus Sielenbach handelt es sich um ein Familienunternehmen. Firmengründer ist Sepp Bichler, der sich bereits seit 1978 mit intensiv Sonnenenergie beschäftigt und inzwischen auch seine beiden Söhne Martin und Florian in den Betrieb eingebunden hat. Die erste Photovoltaik-Anlage wurde 1993 erstellt, inzwischen verweist das Unternehmen stolz auf "164 144 Kilowatt Erfahrung" und ist längst auch im Ausland (Schwerpunkt Spanien und Italien) aktiv. "Mein Ziel war es immer, mehr Energie zu erzeugen als ich verbrauche" beschreibt der Geschäftsführer Sepp Bichler sein Engagement auf dem Energiesektor. Inzwischen realisiert sein Unternehmen auch Projekte mit Windkraft . (bl)

 
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