05.12.2019 - 12:12 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Den Idealen Adolph Kolpings verpflichtet

Das 70-jährige Bestehen der Kolpingsfamilie Oberviechtach prägt die Feierlichkeiten zum Kolping-Gedenktag. "Unzählig viel Gutes", so Pfarrer Alfons Kaufmann, sei in dieser Zeit geleistet worden. Treue Mitglieder rücken in den Fokus.

Bezirksvorsitzender Willibald Nesner, Präses Florian Fronhöfer, Vorsitzender Thomas Schwingl (von rechts) und seine Stellvertreterin Birgitt Elsner (links) würdigten das jahrelange Engagement mehrerer Mitglieder.
von Josef NiederaltProfil

In einem langen Kirchenzug waren die Mitglieder unter den Klängen des Spielmannszuges zur Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer marschiert. Die Spielleute gestalteten auch den Gottesdienst. In seiner Einführung entschuldigte der örtliche Präses, Kaplan Florian Frohnhöfer, zunächst den erkrankten Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt. Er ging auf die Gründung der Gemeinschaft vor 70 Jahren ein, als acht junge Männer unter der Führung von Josef Schlagenhaufer dem Vorbild des seligen Adolph Kolping folgten.

Nach Betrachtungen zum gerade begonnenen Advent, ging Stadtpfarrer Alfons Kaufmann auf das Wirken von Adolph Kolping ein. Dieser habe sich als Lebensaufgabe den Handwerksgesellen angenommen, die in prekären sozialen Verhältnissen lebten. "Er hat damit erkannt, was Gott von ihm will." Kolping sei es ein Herzensanliegen gewesen, diesen ausgegrenzten Menschen wieder ihre Würde zu geben. Durch sein Leben und seinen Glauben habe Adolph Kolping gezeigt, dass "es möglich ist, Gott in dieser Welt ankommen zu lassen". Und weiter: „Wenn wir heute 70 Jahre Kolpingfamilie feiern, dann tun wir das in dankbarer Rückschau, was durch unsere KF unzählig viel Gutes für unsere Pfarrei und für viele, viele Menschen geleistet wurde“.

In den Fürbitten wurde namentlich an die im zurückliegenden Jahr verstorbenen Mitglieder gedacht. Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde das Lied "Vater Kolping" angestimmt. Die KF-Mitglieder blieben danach in den Kirchenbänken sitzen, und Vorsitzender Thomas Schwingl stellte das Kolping-Zitat "Anfangen ist oft das Schwerste, treu bleiben aber das Beste!“ an den Beginn seines Rückblicks.

Am 30. November 1949 wurde die Kolpingsfamilie Oberviechtach von Josef Schlagenhaufer gegründet. Nach leidvollen Erfahrungen aus Nationalsozialismus, Zweitem Weltkrieg und russischer Kriegsgefangenschaft, wollte er zur Neubelebung christlicher Werte im Alltag beitragen. Er konnte Georg Baumer, Konrad Fleckenstein, Hans Meller, Albert Pickl, Robert Pickl, Max Pösl und Fritz Roßmann für Kolping begeistern und als Männer der ersten Stunde gewinnen. Bald gehörte die KF Oberviechtach zu einem festen Bestandteil im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt.

Schwingl nannte einige Punkte aus der Vereinsgeschichte wie das Entstehen der Theatergruppe (1951), die Gründung einer Fanfarengruppe (1961) als Keimzelle des Spielmannszug, und einer Tischtennisabteilung (1965). Seit 1971 werden Altkleidersammlungen organisiert, und 1976 begannen die regelmäßigen Wallfahrten auf den Fahrenberg. Auch das Aufstellen des Fronleichnamsaltars und die tatkräftige Unterstützung bei kirchlichen Festen gehören zu den Aktivitäten. „Das alles kann nur gelingen, wenn engagierte Menschen für die Ideale Kolpings eintreten und bereit sind, mit anzupacken“, sagte Schwingl, der den KF-Vorsitz heuer von Michael Herzog übernommen hatte.

Bezirksvorsitzender Willibald Nesner gratulierte der Kolpingsfamilie Oberviechtach, der auch er angehört habe. Mit eindrucksvollen Worten bedankte er sich für ihre Arbeit und wünschte eine gute Zukunft. Die Feier klang mit einem Mittagessen im Gasthof Pösl aus.

Im Zeichen der Kolping-Fahne und des Bildnisses von Gründer Adolph Kolping wurde der Gedenktag gefeiert.
Ehrungen und Neumitglieder:

Vorsitzender Thomas Schwingl ehrte verdiente Mitglieder.

Rosemarie Bauer: Seit 45 Jahren ist sie Mitglied in der KF. Sie war jahrzehntelang Schauspielerin auf der KF-Bühne und gehörte 21 Jahre der Vorstandschaft an.

Michael Herzog: Er trat der KF 1975 bei und erlernte beim Spielmannszug Fanfare. Seit 1981 arbeitet er aktiv in der Vorstandschaft, zunächst als Leiter „Junge Erwachsene“. Er war von 1989 bis 1992 Stellvertreter und anschließend bis April 2019 erster Vorsitzender. Für 38 Jahre Vorstandsarbeit, davon 27 Jahre als Vorsitzender, dankte ihm Schwingl mit einem Präsent. Eine Ehrung durch den Diözesanverband werde noch nachgeholt. Thomas Schwingl dankte seinem Vorgänger in der Führungsposition. Dieser ist nach wie vor in der Vorstandschaft tätig und sei ihm mit seiner Erfahrung "eine große Hilfe und ein Ratgeber“.

Auch treue Mitglieder wurden geehrt – 50 Jahre: Karl Bauer, Peter Kraus, Arnold Pickl, Ludwig Schießl, Günther Tauer und Lorenz Winklmann; 40 Jahre: Rosemarie Ferstl, Pfarrer Berthold Helgert; 25 Jahre: Johann Markl junior, Annemarie Ruhland, Johann Winter.

Neuaufnahmen: Beim Kolping-Gedenktag wurden die Familien Niebauer und Teplitzky in den Kreis der KF aufgenommen. Damit ist der Verein um insgesamt neun Mitglieder angewachsen. (nid)

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