"Träumen, Lachen und Staunen", versprach die Circusshow der Gebrüder Franz und Timmy Barelli (bürgerlich Franz und Timmy Spindler) vom Circus Carelli. Oberviechtach gastierte. Dieser Circus besteht erst seit zwei Jahren, blickt aber auf eine lange Dynastie zurück. Auch wenn der Besucheransturm besser hätte sein können, erlebten alle die da waren, ein tolles Programm.
Hundeshow als Renner
Eine Besonderheit gab es für die Oberviechtacher Gäste, die zu einer Taufe in die Manege kommen durften. Die Zirkusfamilie präsentierte zwei Kamelbabys aus eigener Züchtung. In der Sonntagsvorstellung wurde eines der vier Wochen alten Kamele auf den Name "Ovi" getauft. Die zehnjährige Artistin Ashley, die zuvor noch mit einer Hula-Hoop-Choreographie begeistert hatte, goss Wasser über das Tier und Chef Franz Barelli gab ihm Namen. Das andere Kamel wurde bereits bei den Aufführungen in Weiden auf "Weidi" getauft. Natürlich gab es noch weitere respektvolle Darbietungen mit Kamelen, zwei bayrischen Kühen aus Bad Tölz und dem Esel Manolito. Der große Renner war die Nummer von Edi Laforte aus Frankreich, der mit seinen zwölf Hunden nicht nur die Kinder begeisterte. Sechs feurige Araberhengste führte Chef und Tiertrainer Franz Barelli vor und zeigte ihr erlerntes Können in vollendeter Schönheit. Auch die Hohe Schule der klassischen Reitkunst, die Pferdedressur mit höchsten Schwierigkeitsgraden, kam nicht zu kurz.
Luftakrobatik wurde von Sydney an den Zaubertüchern mit vollendeter Körperbeherrschung demonstriert und um Geschicklichkeit ging es bei der Jonglage. Natürlich durfte der Humor nicht fehlen, den vor allem der zweite Chef des Unternehmens, Timmy Barelli, als Clown und Comedian verbreitete. Zusammen mit seinem Bruder Franz bewies er auch Musikalität auf Trompete und Saxofon. Durch das zweieinhalbstündige Programm führte Senior John Henry Spindler, der lange Jahre seinen eigenen Zirkus Barelli geleitet hatte. Eine Zwei-Mann-Band umrahmte die Auftritte musikalisch. Bemerkenswert ist die Leistung dieser Zirkusleute, die als Musiker, Betriebsleiter, Regisseur, Zeltmeister, Chauffeur, Verladechef, Dompteur, Clown, Techniker und Mechaniker fit sein müssen. Die Liste der Aufgaben welche die zwei Chefs übernehmen, ist umfangreich und ließe sich nach Belieben ausweiten.
Leidenschaftlicher Appell
Eine Besonderheit sei laut Franz Barelli auch die artgerechte Tierhaltung. Denn es gebe außer domestizierten Kamelen („Haustiere“) keine Wildtiere. Für den Circus, der eine Jahrhunderte lange Tradition besitzt und der nicht subventioniert wird, bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer in Zukunft nicht ausbleiben. „Der Circus darf nicht aussterben. Es gibt ihn seit 400 Jahren und er gehört einfach zur Gesellschaft“, bekräftigte John Henry Spindler. Sein Appell an die Bevölkerung: „Besuchen Sie den Circus der in ihre Stadt kommt, auch wenn er noch so klein ist.“




















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