Zwölf Spielmannszüge und Musik-Corps entsandten ihre besten Musikerinnen und Musiker, die als Nordbayerisches Spielleuteorchester ein fulminantes Konzert in der Mehrzweckhalle boten. Der Oberviechtacher Christoph Ahlemeyer ist seit 2008 der musikalische Leiter dieser Formation. Er freute sich zusammen mit dem Kolping-Spielmannszug als Veranstalter, dass über 200 Gäste der Einladung zu „Klang der Zeit“ gefolgt waren.
Mit den festlichen Bläserklängen der Reiterfanfaren des böhmischen Barockkomponisten Jan Dismas Zelenka offenbarten die 60 Spielleute zum Auftakt die Klangvielfalt ihres Orchesters. Waren beim Werk „Barocco“ Fanfaren und Schlagwerk dominierend, so traten bei der folgenden Ouvertüre zu Mozarts „Zauberflöte“ die Spielmannsflöten in den Vordergrund. Die Kontraste von laut und leise, von kraftvollen Ausbrüchen und feinsten musikalischen Bewegungen spielten die Musiker in Christoph Ahlemeyers Bearbeitung der „Zauberflöte“ virtuos aus.
Musikalisches Märchen
Bei Ahlemeyers Eigenkomposition „Der steinerne Drache“ führte anschließend der Ehrenstabführer Alois Schneeberger in die Uraufführung dieses Werks ein. Der Titel bezieht sich auf die Chinesische Mauer, die in einer Komposition mit vier Bildern auf raffinierte Weise musikalisch umgesetzt wurde. Ein martialisches Trommelsolo beschloss Ahlemeyers Hommage an das unvergängliche machtvolle Bauwerk. Mit dem musikalischen Märchen „Der Wassergeist und das Irrlicht“ erlebte das Publikum ebenfalls eine Uraufführung des Oberpfälzer Komponisten Christian Bäuml, der in der thematisierten Sagenwelt die Kraft der Liebe und die Macht der Musik entfaltete. Als phänomenal überraschte hierbei das instrumental erzeugte sprudelnde Wasser.
Mit dem schwungvollen Konzertmarsch „Mit neuem Mut“ ging es in die Pause, bevor im zweiten Teil des Konzertabends die Verbandsjugend des Nordbayerischen Musikbunds mit mehreren Stücken ihren Auftritt hatte. „Powwow-Projektorchester“ nennt sich dieses Jugendensemble, in dem viele Oberviechtacher Mädchen und Jungen mitwirkten. „Habana“ und „Spirit of mother earth“ waren kritische Stücke der Nachwuchs-Spielleute. Nach Carl Orffs klanggewaltigem „Gassenhauer“ standen Brand, Pest und Hexenverfolgung im Mittelpunkt bei Markus Heiders Szenen einer Stadt, die vom Spielleuteorchester höchst eindrucksvoll auf die Bühne gebracht wurden. Die gelungene Uraufführung erinnerte an Ereignisse, die die Geschichte vieler Städte Europas geprägt haben.
85 Musiker beim Schlussstück
Das Schlussstück „Marsch des Soldaten Robert Bruce“ zielte auf die Werte Freiheit und Unabhängigkeit. Christoph Ahlemeyer schlug in seinem Kommentar den Bogen zum Panzergrenadierbataillon 122, das künftig an der Ostgrenze der Nato in Litauen diese Werte verteidigt. Der „Yorkscher Marsch“ von Ludwig van Beethoven und „Bella Ciao“ bildeten schließlich die Zugaben. Beim Schlussstück standen zusammen mit dem Jugendorchester 85 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne. Ihre virtuose Spielfreude steckte auch das Publikum an, das begeistert in „Bella Ciao“ einstimmte.















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