„55 Jahre ausgezeichnet gehalten!“, lautete das Motto des Jubiläumskonzerts, bei dem der Kolping-Spielmannszug Oberviechtach in der Mehrzweckhalle auf die musikalischen Erfolge in den zurückliegenden Jahrzehnten blendete. Als versierte Moderatoren fungierten Alois Schneeberger und Christoph Ahlemeyer.
Bei über 60 Wertungsspielen in Konzert-, Ensemble- und Marschwertung erhielt die Kolpingformation überwiegend die höchsten Prädikate „Ausgezeichnet“ und „Hervorragend“. Dies galt auch für die „Römerfanfare“, die als „besonders erfolgreiches Stück“ den Aufbruch in den neunziger Jahren markiert. „1997 in Gerbrunn erreichten unsere Fanfaren und Schlagwerker damit einen ersten Rang mit Auszeichnung“, erinnerte Ehrenstabführer Alois Schneeberger, der von 1975 bis 2002 die musikalischen Geschicke des Vereins prägte. Im Jahr 2002 folgte Reinhard Lößl als Stabführer und musikalische Leiter nach.
Den klanggewaltigen Einstieg in das imposante Jubiläumskonzert erlebten die mehr als 200 Besucher nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Tobias Baumer mit der „Europa-Fanfare“, mit der der Spielmannszug 1981 in Cham gewaltig auftrumpfte. Dann ging es Schlag auf Schlag in der Programmabfolge: „Mars der Medici“, „Der alte Fritz“ und die „Galerie“. Letzteres wertete Alois Schneeberger als „Meilenstein“, weil hier das erzählende Element in den Vordergrund rückte. Motive wie spielende Kinder, eine Jagdszene oder den Tross eines Wanderzirkus erlebten die Zuhörer bei der einfühlsamen musikalischen Umsetzung durch die Spielleute.
Preis für Nachwuchsarbeit
Bevor es in die Pause ging durfte sich der Nachwuchs über eine Auszeichnung der „Nordbayerischen Bläserjugend“ freuen. Thomas Freimuth und Dominic Johanni überreichten den Junior Award, mit dem innovative und engagierte Nachwuchsarbeit von Musikvereinen gewürdigt wird. Seit 2018 gibt es neben dem regulären Spielmannszug auch ein Nachwuchsensemble, das unter der Leitung von Judith Schneeberger steht. Bei der Deutschen Meisterschaft 2025 in Ulm erlangten auch diese jungen Musiker einen Meistertitel mit der Interpretation von Christoph Ahlemeyers „Serengeti“. Faszinierend, wie hier die aufgehende Sonne, der Zug der Herde zur Wasserstelle und dann der plötzliche Angriff von Löwen musikalisch vermittelt wurde.
Ebenfalls von Christoph Ahlemeyer stammte „Aurum Mysticum“, mit dem das heimatbezogene Motiv der goldgierigen Venediger ebenfalls im Vorjahr in Ulm besonders gut ankam.
Dass nicht nur das Gesamtensemble, sondern auch kleine Spielgruppen erfolgreich sein können, wurde mit den „Trommlerfreuden“ eindrucksvoll vorgeführt, als nach der „Kurpfälzer Jagdgeschichte“ die jungen Trommler des Spielmannszugs unmittelbar vor den Zuhörerreihen Aufstellung bezogen und ihr stark rhythmisiertes Werk unter der Leitung von Jonah Gitter überzeugend präsentierten.
"Eysenbarth" zum Abschluss
Nach der Klangreise „Travelling through the Balkans“ (Dr. Christian Bäuml), das ebenfalls zu den Ulmer Erfolgsstücken gehörte, kam zum Abschluss Christoph Ahlemeyers „Eysenbarth“ zur Aufführung. Auf musikalisch beeindruckende Weise setzten die Fanfaren, Flöten, Trommler und Schlagwerk die Motive Wochenmarkt, Gaukler, Heilszene und Krieg in dieser thematisch heimatbezogenen Komposition musikalisch um.
Ohne Zugaben wurde das Jubiläumsensemble nach frenetischem Beifall nicht entlassen. Beim Radetzky-Marsch durfte das Publikum nach Aufforderung von Stabführer Reinhard Lößl selbst den Takt mit angeben.

















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