10.07.2019 - 12:37 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Konzept für Kindergarten steht

Es ist die letzte Standort-Entscheidung für den Bau der Kindertagesstätte. In nichtöffentlicher Sitzung entscheidet sich der Stadtrat für die "West-Variante" beim Freibad. Auch das Konzept von Architekt Christian Schönberger gefällt.

Die Skizze zeigt die Raumaufteilung des Kindergartens (rechts) und der Krippe (links) bei der „West-Variante“. Die 20 Stellplätze rücken bis zur bestehenden Häuserreihe, während sich südöstlich das Freibadgelände anschließt. Gegenüber der Straße liegt das neue Baugebiet „Im Wiesengrund“.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Über Monate hinweg war der geplante Neubau einer städtischen Kindertageseinrichtung der Aufreger schlechthin. Doch nur vier Zuhörer interessierte am Dienstagabend die Konzeptvorstellung und Standortfestlegung. Denn auch wenn der Standort "Freibad" klar war, gab es hier noch die Auswahl zwischen der westlichen Variante (gegenüber Baugebiet "Wiesengrund") oder östlich des Bades (zwischen Fitness-Studio und Hang zur bestehenden Bebauung). Allerdings fiel die Entscheidung aufgrund eines Grundstückserwerbs erst in der nichtöffentlichen Sitzung. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bestätigte Bürgermeister Heinz Weigl am Mittwoch, dass sich die Räte für die West-Variante und eine Holzständerbauweise ausgesprochen haben.

"Ost funktioniert nicht"

"Ich hoffe, dass wir heute zu einer Entscheidung kommen", sagte Bürgermeister Heinz Weigl zu Beginn der öffentlichen Sitzung. Denn nur so könne Architekt Christian Schönberger zügig weitermachen, damit der Bauplan in Kürze beim Landratsamt eingereicht werden kann. Schon Ende Juli wird dieser bei der Regierung der Oberpfalz vorgestellt. "Wir werden spätestens im Jahr 2021 eine Kindertagesstätte in Oberviechtach haben, welche die Stadt weiterbringt", so Weigl. Zunächst stand die Konzeptvorstellung durch Christian Schönberger auf der Tagesordnung. Vor der Sitzung hatte er mit den Stadträten den Kindergarten in Tiefenbach besichtigt, der 2014 in ähnlicher Kubatur gebaut wurde. In Oberviechtach werden die vier Gruppen (zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen) eine Hauptnutzfläche von 491 Quadratmeter zur Verfügung haben. Die Kosten belaufen sich auf rund 3,1 Millionen Euro und halten sich laut dem Bürgermeister "für beide Standorte die Waage". Unrelevant sei es auch, ob eine Massiv- oder Holzbauweise zum Tragen komme. Nachdem das Bodengutachten noch fehlt, bezeichnete Schönberger die Beträge als Schätzung. Ebenso wie Weigl favorisierte er die West-Variante. Christian Schneider monierte die wertende Darstellung, was der Planer mit der Aussage: "Die Ost-Variante funktioniert nicht", parierte. Denn dort käme die Sonne erst nachmittags um 15 Uhr bei den Gruppenräumen an. Auch die "eingezwickte Situation" spreche nicht für sich. Weiterer Nachteil sei das Gefälle von 3,50 Metern, was eine enorme Geländeauffüllung bedeuten würde, und auch den Vorteil der nahen Parkplätze nicht ausgleiche.

Die West-Variante benötigt zwar 20 neue Stellplätze für die Eltern, die dann aber nahe beim Eingang lägen. Damit müsste beim Bringen und Abholen keine Straße überquert werden. Außerdem bestehe die Möglichkeit für eine spätere Erweiterung. "Der Grünzug befindet sich in einem Wasserabflussgebiet, was beim Bau berücksichtigt wird", sagte Schönberger. Er erklärte das zur Straße vorgelagerte Gebäude (Lager), welches bei Starkregen eine Art Riegel bildet. Die Kindertagesstätte hat mit 48 auf 18 Meter ungefähr die Größe des 50-Meter-Schwimmerbeckens. "Die Anlage ist nicht ganz ohne", meinte der Architekt. So müsse aufgrund der Hang-Situation ein Teil unterkellert werden, was für Heizung und Geräte genutzt wird (nicht im Raumprogramm enthalten). Geplant ist ein kleiner Innenhof zum beidseitig lichtdurchfluteten Speisesaal (50 Quadratmeter), ein großer Elternwartebereich und ein Dachüberstand nach Süden, der die natürliche Beschattung übernimmt. "Von der Bundesstraße und der Siedlung her schaut man auf das Gründach", informierte Schönberger.

Natur und Fernblick

Die Gruppenräume liegen zum Freibad hin, während der Ruheraum zur nördlichen Obstwiese eingerichtet wird. Mit dem Erwerb dieses angrenzenden kirchlichen Grundstücks stehen rund 4000 Quadratmeter bereit. Enthalten ist eine großzügige Freifläche zum Spielen im Süd- und Nordgarten (Krippe 650 und Kindergarten 1000 Quadratmeter). Der große Außenbereich mit "so viel Natur wie möglich" ist dem BRK Schwandorf als Betreiber der Einrichtung wichtig. Das betonte Josef Schmid vom Kreisverband in der Sitzung. "Kindergarten und Freibad bleiben permanent abgetrennt", informierte Weigl, der noch feststellte, dass das Gebäude komplett auf städtischem Grund stehen werde.

Alexander Ried sprach ein Sonnenhaus-Konzept an, was laut Planer mit höheren Kosten möglich wäre. Josef Lohrer erfragte die Unterschiede der Bauweisen. "Aktuell werden etwa 80 Prozent in Holzbauweise erstellt", so der Experte. Beide Fraktionen monierten die wesentlich höhere Kostenschätzung entgegen früherer Planungen. PWG/SPD/JW-Sprecher Lohrer sprach sich eindeutig für die West-Variante aus. "Vieles spricht dafür", meinte Alexander Ried für CSU/CWG/Aktive. Allerdings könne man sich erst auf einen Standort festlegen, wenn der Preis für den teilweisen Grunderwerb bekannt sei. Und dazu war dann die nichtöffentliche Sitzung, die erst gegen 21.30 Uhr startete, notwendig. Vorher stand unter anderem noch der Sachstand zur Sanierung des Jahnstadions auf der Tagesordnung (Bericht folgt).

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.