29.07.2021 - 15:34 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Krankenhaus Oberviechtach: Mit Neubau neue Perspektiven

Chefarzt Christian Glöckner ist zuversichtlich: Mit dem vom Freistaat geförderten Ersatzneubau der Asklepios-Klinik Oberviechtach wird sich auch ein Personalproblem lösen: Seit Januar ist er auf der Suche nach einem Facharzt.

Die Asklepios-Klinik Oberviechtach hat sich in den vergangenen elf Jahren viel Vertrauen erarbeitet. Der ärztliche Direktor Dr. Christian Glöckner bezeichnet das ländliche Krankenhaus als Bindeglied zwischen Hausarzt und Spezialklinik.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Im Jahr 2010 übernahm Asklepios das Kreiskrankenhaus Oberviechtach vom Landkreis Schwandorf. Trotz anfänglicher Bedenken der Bevölkerung hat sich die Klinik in den vergangenen elf Jahren Vertrauen aufgebaut. Am 21. Juli hat nun der Freistaat Bayern den Oberviechtacher Ersatzneubau mit 22,06 Millionen Euro in das Krankenhausbauprogramm 2023 (wir berichteten) aufgenommen.

„Es ist ein eindeutiges Signal des Freistaats für den Standort Oberviechtach. Besser kann man es nicht untermauern, “, sagt Chefarzt Dr. Christian Glöckner eine Woche später. Und Klinikmanagerin Jana Silvie Humrich ergänzt: „Es haben Gerüchte gebrodelt, wie es mit dem Krankenhaus weitergeht. Doch der Standort ist sicher und das hat eventuell auch einen positiven Effekt auf die Bewerbersituation.“ Das schon länger vereinbarte Pressegespräch mit der Oberpfalz-Medien-Redaktion hatte eigentlich einen kleinen „Hilferuf“ als Hintergrund: Die Oberviechtacher Klinik ist seit sieben Monaten auf der Suche nach einem Facharzt für Innere Medizin.

Facharzt gesucht

Christian Glöckner, der seit 2013 im Hause ist und ab 2016 als Leitender Arzt Verantwortung übernimmt, sieht den Grund für mangelnde Bewerbungen in der ländlichen Lage des Hauses. Doch er stellt klar: „Aber hier ist es sehr schön und wir haben eine gute Stimmung im Team.“ Glöckner führt die Vorteile des kleinen, familiären Hauses an. Der Arzt habe mehr Einblick in alle Bereiche, „da er an der Behandlung des Patienten in Gänze beteiligt ist“. Der ärztliche Direktor ergänzt: „Wer Spaß daran hat, Medizin im ursprünglichen Sinn zu machen, ist bei uns richtig.“ Die breit aufgestellte Innere Medizin beinhalte nahezu alle internistischen Krankheitsbilder, samt nicht-invasiver Kardiologie inklusive Herzschrittmacher-Implantation und Nachsorge. Junge Kollegen stünden bei der Einarbeitung, „nicht wie anderswo üblich“ in der Warteschlange. „Jeder bekommt von mir beigebracht, was er will“, so der Chefarzt, der vor der Corona-Pandemie auch Brunch-Fortbildungen angeboten hat.

Wie Jana Silvie Humrich anführt, ist der Ersatzneubau im Krankenhauspark in gleicher Flucht wie der Altbau geplant. Die 180 Betten auf sechs Stationen gehören schon lange der Vergangenheit an. Aktuell sieht der Krankenhausbettenplan 35 Plätze vor, inclusive der vier sogenannten Intermediate-Care-Betten (IMC-Betten) für Patienten, die zwar keine Intensivstation benötigen, aber doch etwas mehr als die Pflege auf der Normalstation. Dabei soll es auch im Neubau (Erdgeschoss plus Untergeschoss für Technik usw.), bei den Abteilungen Chirurgie und Innere Medizin samt Operationssaal bleiben. Wie die Klinikmanagerin betont, werde auch an der Zentralen Notaufnahme („24 Stunden täglich und sieben Tage die Woche“) nicht gerüttelt. „Über die Anzahl der Patienten müssen wir uns nicht beschweren“, ergänzt der Leitende Arzt. Diese kämen für eine ambulante oder stationäre Versorgung bis aus Eslarn, Tiefenbach sowie Neunburg vorm Wald und damit aus drei Landkreisen.

Fit für die Zukunft machen

„Wir können 80 Prozent selber im Haus behandeln“, stellt der ärztliche Direktor fest. Er bezeichnet das Krankenhaus Oberviechtach als Bindeglied zwischen Hausärzten und Spezialklinik: „Wir wissen, was wir machen können und wo unsere Grenzen sind.“ Nicht nur das Gebäude aus den 1970er-Jahren ist nicht mehr zeitgemäß, auch Abläufe und Dokumentation verändern sich. „Neben der Ambulantisierung ist die Digitalisierung das zweite große Zukunftsthema“, sagt Klinikmanagerin Humrich und zählt bereits angestoßene Umstellungen, wie die digitale Patientenakte auf. „Wir bauen das Krankenhaus für 2050“, betont der Chefarzt im Hinblick auf die Ausstattung. Es gebe auch nur noch Ein- und Zweibettzimmer (teils mit Schleuse).

Der ärztliche Direktor ist zuversichtlich, dass die Neubaupläne – die Fertigstellung ist für das Jahr 2025 geplant – die Suche nach Verstärkung für das Oberviechtacher Ärzteteam beschleunigen. „Wir bieten auch Teilzeit an und berücksichtigen Wünsche hinsichtlich der Arbeitszeit“, zeigt sich Dr. Christian Glöckner „für alles offen“.

Freistaat Bayern fördert Neubau der Asklepios-Klinik Oberviechtach

Oberviechtach
Der Ersatzneubau soll gegenüber des Altbaus in gleicher Flucht im Krankenhauspark entstehen. Der Spielplatz ist nicht betroffen.
Asklepios-Klinik Oberviechtach:

Asklepios-Klinik Oberviechtach

  • Im Jahr 2010 Übernahme der Kliniken des Landkreises (Oberviechtach, Schwandorf, Burglengenfeld) durch den Asklepios-Konzern.
  • Abteilungen im Krankenhaus Oberviechtach: Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie, Innere Medizin, Anästhesie.
  • Reduzierung auf 35 Betten im Erdgeschoss; 2019 Antrag auf Bedarfsfeststellung.
  • Im Januar 2021 wird der Investitionsförderantrag eingereicht; am 21. Juli meldet die Staatsregierung, dass der Ersatzneubau der Asklepios-Klinik Oberviechtach mit 22,06 Millionen Euro im Bauprogramm 2023 vorgesehen ist.
  • Der Neubau (2500 Quadratmeter Fläche, 35 Betten) soll bis zum Jahr 2025 gegenüber des Altbaus im Krankenhauspark an der Teunzer Straße entstehen.
  • Zehn Vollzeit-Arztstellen inclusive der Assistenzärzte. Seit Januar 2021 wird ein Facharzt für Innere Medizin gesucht.

„Neben der Ambulantisierung ist die Digitalisierung das zweite große Zukunftsthema.“

Jana Silvie Humrich, Klinikmanagerin

Jana Silvie Humrich, Klinikmanagerin

„Wir bieten auch Teilzeit an und berücksichtigen Wünsche hinsichtlich der Arbeitszeit.“

Chefarzt Dr. Christian Glöckner

Chefarzt Dr. Christian Glöckner

 

 

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