13.02.2020 - 10:46 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Mit Kreativität gegen das Vergessen

Es ist eine Ausstellung zur Mahnung und Warnung: In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sind jene Bilder entstanden, die im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum zu sehen sind. Lichtmalerei setzt besondere Akzente der Erinnerungskultur.

Die Schülerin Angelica Frau erklärte die Entstehung und die Intension der ausgestellten Fotografien.
von Udo WeißProfil

„Könnte die Ausstellung besser verortet werden als im Museum, dessen Aufgabe es ist, eine Erinnerungskultur aufzubauen?“, führte Siegfried Bräuer, zuständig für Museumspädagogik, in die prämierte Ausstellung „KZ-Gedenkstätte Flossenbürg – 74 Jahre nach der Befreiung. Was war? Was bleibt? Was hat das mit mir zu tun?“ ein. Auch im Namen von Anja Pongratz, Projektleiterin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule, hieß er die Gäste willkommen.

Die Anwesenheit von Studiendirektor Ludwig Pfeiffer, Leiter des Ortenburg-Gymnasiums, und Rudolf Schneider, Konrektor der Mittelschule, sowie der Lehrkräfte beider Schulen, dokumentierte die Kooperation mit dem Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum. Siegfried Bräuer betonte, dass er beim Arrangieren der Bilder „mannigfaltige Kreativität, hohe Akribie und geschulte Sensibilität“ bei den jungen Künstlern festgestellt habe. Er gratulierte den Projektleiterinnen der Wirtschaftsschule Weiden zu dem „äußerst gelungenen Werk“.

Heike Krafczyk, Medienreferentin und Lehrerin an der Gustl-Lang-Wirtschaftsschule, bezeichnete die Ausstellung als einen Baustein innerhalb der Projektwoche gegen Rassismus, die an der Eisenbarth-Schule im Stundenplan steht. Ziel sei es gewesen, damit aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen. Zusammen mit ihrer Kollegin Ursula Soderer und der Schülerin Angelica Frau ließ sie die Entstehung der Präsentation Revue passieren. So war im Geschichtsunterricht zunächst die Geschichte des Nationalsozialismus behandelt worden. Kontakte mit Überlebenden, Häftlingsbiographien und nicht zuletzt der Besuch der Gedenkstätte in Flossenbürg vermittelten die Grundlagen.

Die Schüler erstellten Ortsbeschreibungen und legten QR-Codes mit Beschreibungen der Bilder an. Auch die Nachkriegsgeschichte wurde thematisiert. Mit "Light-Painting", also Lichtmalerei, wurden mit Taschenlampen und Lichtstäben sowie langer Belichtungszeit von 20 bis 25 Sekunden bunte Bilder in den Räumen des KZ fotografiert und auf Aluplatten aufgezogen. So entstanden teilweise dunkle Motive, die durch bunte Lichtornamente eine symbolhafte Bedeutung bekamen.

„Die aktive Auseinandersetzung ist notwendig, um Mechanismen zu erkennen, die Antisemitismus begünstigen“, war eine wichtige Aussage von Heike Krafczyk. Kommentare der Schüler, die während der Projektarbeit entstanden waren, wurde auf eine Metalltafel eingraviert und sind Teil der Ausstellung. Sie zeigen die Betroffenheit der Jugendlichen auf.

Der Rundgang durch die Ausstellung im Kulturzentrum des Museums ließ auch die Besucher nicht kalt. Mit den Titeln der Bilder wie „Häftlingsbad“, „Lagertor Befreiung“, „Appellplatz Strafen“ oder „Häftlingsbaracken“, verbinden sich doch sehr düstere Seiten der Geschichte, die die Gäste sehr intensiv berührten. Zu sehen ist die Ausstellung im Museum am 14. Februar sowie von 17. bis 21. Februar, jeweils von 10 bis 12 Uhr.

Aussagen der Schüler:

„Ich verstehe nicht, wie die SS-Leute die Häftlinge im KZ so unmenschlich behandeln und privat ein normales Leben führen konnten.“

„Ich habe Angst, dass so etwas nochmal passiert.“

„So etwas wünsche ich keinem Menschen und deswegen sollten wir an diese Zeit erinnern. So etwas darf nicht mehr passieren.“

„So viele Tote. Eine schreckliche Vergangenheit.“ (weu)

Erinnerungen über die Vergangenheit schaffen Perspektiven für die Zukunft.

Lehrerin Heike Krafczyk

Als Vertreter des Museums hieß Siegfried Bräuer die für die Ausstellung verantwortlichen Lehrkräfte Ursula Soderer, Heike Krafczyk und Anja Pongratz (von links) sowie die Schülerin Angelica Frau (Dritte von links) willkommen.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.