27.11.2020 - 12:15 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Lerncoach gibt Eisenbarth-Schülern Tipps

Der „Lernunterhalter und Pädagogik-Entertainer“ Franz Probst war zu Gast in der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule und stellte die Grundprinzipien für effektives Lernen vor. Selbst James Bond kam bei dem Auftritt zum Einsatz.

Am Ende seines Vortrags griff Franz Probst in seine Zauberkiste und plötzlich schlugen Flammen aus einem Buch.
von Alois KöpplProfil

"Eigentlich ist es egal", sagte Lerncoach Franz Probst, "welches Unterrichtsfach oder welcher Lernstoff gerade ansteht. Es ist immer das gleiche Prinzip. Auf dem Weg zum Supergedächtnis werden immer Eselsbrücken benötigt. Ein vernetztes Wissen wird einfach besser abgespeichert", so der Fachmann. Der als Gymnasiallehrer ausgebildete Franz Probst, vielen Kindern auch bekannt als Zauberclown Fabellini bekannt, stellte in seinem Lernprojekt an der Eisenbarth-Mittelschule die Grundprinzipien für effektives Lernen vor. Seine wirkungsvollen Gedächtnistechniken würzte er mit einem gehörigen Schuss Humor und Magie. Das war eine willkommene Abwechslung im Corona-Alltag der Fünftklässler. Im Gepäck hatte der Lerncoach eine einfache, aber äußerst effektive Gebrauchsanweisung für das Gehirn, das er als "größten Computer des Universums" bezeichnete.

Viele lernen "halbhirnig"

Mithilfe eines Modells zeigte er den Kids zunächst den Aufbau des menschlichen Gehirns, das aus einer linken und rechten Gehirnhälfte besteht. Leider würden beide Hälften nicht immer zusammen arbeiten, so wie beide Beine beim Laufen automatisch zusammenarbeiten. Deshalb "lernen Schüler oftmals nur halbhirnig", erklärte Probst. Das sei genauso wenig produktiv wie auf einem Bein zu hüpfen und führe schnell zu Frust und Misserfolg. "Der Gedächtnisturbo zündet am besten dadurch, dass man Lerninhalte mit ungewöhnlichen und seltsamen Bildern kombiniert", so der Referent. "Denn dann werden sie im wahrsten Sinne des Wortes 'merkwürdig' ".

Dabei sei es völlig egal, ob es sich um allgemeine Fakten, nüchterne und langweilige Zahlen oder um Vokabeln einer Fremdsprache handle. Zu einer schnellen und sicheren Verbesserung der Rechtschreibung führe die sogenannte Bildwörtertechnik. "Das Wort Stuhlwird von Schülern zum Beispiel oft ohne h geschriebe", sagte der Lerncoach. Wenn man sich aber vorstelle, dass der kleine Buchstabe h wie ein Stuhl aussieht, führe dies zu einer Vernetzung beider Gehirnhälften und einer schnelleren Abspeicherung im Langzeitgedächtnis. Bei Merkversen stellten die Schüler wenig später schließlich fest: "Ein Reim ist wie ein Gedächtnisleim."

James Bond als Vokabelhilfe

Als besonders amüsant und spannend empfanden die Fünftklässler die "Geschichtentechnik" beim Vokabellernen. So könne zum Beispiel das englische Wort to bond/ deutsch: fesseln dadurch schneller abgespeichert werden, indem man sich vorstellt, wie James Bond eine Person an einen Stuhl fesselt, damit diese nicht vor ihm weglaufen kann. Völlig überrascht waren die Schüler deshalb, als sie auf diese Weise in nur drei Minuten zwölf Vokabeln aus sechs verschiedenen Sprachen lernten.

Als weitere Turbo-Methode präsentierte Probst die "Loci-Technik". Dabei werden die zu lernenden Begriffe durch eine bildliche Vorstellung mit den einzelnen Orten einer bekannten Wegstrecke oder mit den Körperteilen am eigenen Körper verbunden. Natürlich durfte "Zauberer Fabellini", als der Franz Probst auch unterwegs ist, das Klassenzimmer nicht verlassen, ohne in seine Zauberkiste gegriffen zu haben. Als spektakulärer Abschluss schlugen Flammen aus einem Buch.

Als Zauberclown war Franz Probst schon in der ganzen Oberpfalz unterwegs

 

 

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