(kö) Am Dienstag wurde die Kontrollstelle an der B 22 in Oberviechtach an der Ostmarkstraße vor der Eigelsberger Straße in Fahrtrichtung Oberviechtach aufgebaut. Die vier Meter hohen blauen Kontrollsäulen sind Teil der technischen Vorbereitung auf die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen zum 1. Juli. Rund 600 Kontrollsäulen werden auf den Bundesstraßen überprüfen, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichten.
Die neuen stationären Kontrolleinrichtungen ergänzen laut einer Pressemitteilung von "Toll Collect" die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr auf den Bundesstraßen. Im Gegensatz zu den Autobahnen werden auf Bundesstraßen keine über die kompletten Fahrbahnen reichende Kontrollbrücken aufgebaut. Die Kontrollsäulen basieren aber auf einem ähnlichen Funktionsprinzip (siehe Info-Kasten).
"Toll Collect" stimmte mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) die Standorte ab, prüfte, ob Strom- und Telekommunikationsanbindungen verfügbar sind und reichte die Standortplanungen zur Zustimmung bei den zuständigen Kommunen ein. Nach der Errichtung wird die notwendige Hardware installiert und an die zentralen Rechensysteme angeschlossen.
Daten wieder gelöscht
Für die Erfassung von Fahrzeugen durch die Kontrollsäule hat der Gesetzgeber mit dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) strenge Vorgaben erlassen. Wie bereits auf den Autobahnen werden ausschließlich Daten von mautpflichtigen Kraftfahrzeugen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, bei denen der Verdacht auf einen Mautverstoß besteht, an ein Kontrollzentrum weitergeleitet und nach Abschluss des Verfahrens gelöscht. Hat der Kunde die Maut ordnungsgemäß bezahlt, werden die Daten sofort noch in der Kontrollsäule gelöscht.
Die Kontrollsäulen überprüfen ausschließlich, ob mautpflichtige Kraftfahrzeuge ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Maut korrekt bezahlen. Verkehrsteilnehmer können die Kontrollsäulen von "Blitzersäulen" für die Geschwindigkeitsüberwachung dadurch unterscheiden, dass sie nicht nur blau lackiert, sondern auch fast vier Meter hoch sind. Mautpflicht besteht derzeit in Deutschland auf Autobahnen und ausgewählten Bundesstraßen für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Ab dem 1. Juli werden auch knapp 40 000 Kilometer Bundesstraßen mautpflichtig. Damit vergrößert sich das mautpflichtige Straßennetz auf 52 000 Kilometer. Es wird geschätzt, dass von der Ausweitung des Streckennetzes für das Mautsystem etwa 30.000 Unternehmen betroffen sein werden. Ziel ist es, bis zur Jahresmitte möglichst viele der voraussichtlich 140 000 zusätzlichen Fahrzeuge für das automatischen Mautverfahren vorzubereiten.
Zwei Möglichkeiten
Es bietet zwei Möglichkeiten, die Maut zu entrichten: Automatisch während der Fahrt durch ein eingebautes Fahrzeuggerät, die On-Bord-Unit (OBU) oder manuell vor Fahrtantritt online über PC, Smartphone, Tablett oder an einem Mautstellen-Terminal. Weitere Informationen gibt es unter www.toll-collect.de
Die Kontrollsäulen werden seitlich neben der Fahrbahn aufgestellt. Beim Vorbeifahren eines Fahrzeuges kontrollieren die Säulen, ob dieses mautpflichtig ist. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollstelle, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Das Fahrzeuggerät sendet die durch den Fahrer eingestellten sowie die auf der On-Board Unit gespeicherten Daten an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten sind das Unternehmen und der Fahrer verantwortlich. Hat der Fahrer die Achszahl richtig eingestellt und überprüft, ob die On-Board Unit funktionsbereit ist, werden die Bilddaten verworfen. (kö)













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.