Oberviechtach
15.06.2018 - 17:16 Uhr

Mehrere Varianten für Roßhaupt

Sanierung oder Neubau? Das ist die Kernfrage, wenn es um den Hochbehälter Roßhaupt der Wasserversorgung geht. Das Untersuchungsergebnis, das Diplomingenieur Harald Kienlein dem Stadtrat präsentiert, ist eine erste Entscheidungsgrundlage.

Die Kosten für die Abwasserbeseitigung und die Wasserversorgung wie hier "Am Schießanger" sind heuer die größte Position. Köppl
Die Kosten für die Abwasserbeseitigung und die Wasserversorgung wie hier "Am Schießanger" sind heuer die größte Position.

Oberviechtach. (kö) "Wir wollen nächstes Jahr einsteigen und das Ganze auch 2019 zu Ende bringen", gab Bürgermeister Heinz Weigl in der jüngsten Stadtratssitzung (wir berichteten) als zeitliche Marschroute vor. Das war allerdings vor den Haushaltsberatungen und vor der Ablehnung des Haushalts. Ob sich der Zeitplan deshalb so halten lässt, wird sich erst zeigen müssen.

Der Hochbehälter Roßhaupt ist in die Jahre gekommen und dementsprechend gibt es auch deutliche Verbrauchsspuren. Das Trinkwasserreservoir wurde vor 54 Jahren im Bereich von Standortübungsplatz/Schießanlage erbaut und fasst tausend Kubikmeter. "Es gibt deutliche Sinterspuren, die Rohrinstallation ist ebenfalls 54 Jahre alt, Armaturen sind teilweise schon getauscht und Korrosionsschäden sind unübersehbar", führte Diplomingenieur Harald Kienlein vom gleichnamigen Büro aus Buch am Erlbach aus.

Die Untersuchungen haben laut Kienlein auch Bauschäden an Wänden und der Decke ans Licht gebracht. Zu den Korrosionsschäden in der Deckenkonstruktion kommen Raumfugen in der Wasserkammer und eine verbrauchte Abdichtung und teilweise organischer Bewuchs. Dadurch bestehe die Gefahr, dass von außen Wasser in den Hochbehälter eindringt. Die Gefahr der Verkeimung ist durch eine sogenannte Schwimmleiter gegeben, die senkrecht eingebaut ist und zudem eine Absturzhöhe von fünf Metern hat. Hinzu kommen laut Kienlein Asbestzementrohre in den Wasserkammern und Türen, die nicht insektendicht sind.

"Man kann sanieren", machte Kienlein deutlich, wenn die Abdichtungen erneuert, Rostschäden beseitigt werden und die Rohrinstallation erneuert wird. Zudem sei künftig eine Luftfilteranlage erforderlich und auch das Umfeld des Hochbehälters müsste hergerichtet werden. Erste Kostenschätzungen haben einen Sanierungsaufwand von etwa 750 000 Euro netto ergeben. Darin noch nicht enthalten sind Mehrwertsteuer und Baunebenkosten.

Kienlein informierte, dass der Verbrauch (Stadt und Bundeswehr) bei 250 Kubikmeter täglich liegt und für den Hochbehälter ein Fassungsvermögen von 500 bis 600 Kubikmetern ausreichen würde statt der jetzigen tausend Kubikmeter. Auf Nachfrage gab Kienlein zu verstehen, dass bei einem Neubau pro Kubikmeter mit Kosten von rund tausend Euro zu rechnen sind.

Ein Neubau könnte am selben Grundstück erfolgen, da neben dem jetzigen Standort noch Flächen frei sind, das heißt der jetzige Hochbehälter könnte stehen bleiben bis der neue in Betrieb geht und würde dann abgebrochen. Als nächsten Schritt wird das Büro Kienlein nun eine Variantenuntersuchung Sanierung/Neubau/kleinere Kapazität vornehmen.




 
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