Oberviechtach
16.03.2025 - 15:17 Uhr
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Mekka für Gartenliebhaber: Oberviechtacher Saatgutfestival verzeichnet große Resonanz

"Panukia" und "Teufelsohr" sind Salatsorten, die nicht jeder kennt. Beim Saatgutfestival in der Oberviechtacher Mehrzweckhalle sind weitaus mehr seltene Pflanzen im Angebot. Das findet großes Interesse.

Ob Rattenschwanzrettich, Ananastomate, Heilziest oder Nachtviole, wer das Besondere sucht, kam beim dritten Saatgutfestival voll auf seine Kosten. In Scharen strömten die Gäste in die Oberviechtacher Mehrzweckhalle, um sich über ökologisches Gärtnern zu informieren und die große Auswahl an samenfestem Saatgut zu erkunden.

"Bereits eine halbe Stunde vor der Öffnungszeit waren 120 Besucher da, um 11 Uhr waren es schon 600." Mit diesem Ansturm zeigte sich Egbert Völkl, der Ideengeber zu dem Festival, der zusammen mit der Stadt und den Goldmachern das Mega-Event organisiert hatte, mehr als zufrieden. Die über dreißig Stände mit Tomaten- und Paprikapflanzen, die für wenig Geld angeboten wurden, waren der Renner. Auch die Salatpflanzen wie der Kopfsalat "Panukia" oder das "Teufelsohr" gingen reißend weg.

Große Vielfalt

Kreisfachberaterin Heidi Schmid und Bürgermeister Rudolf Teplitzky zeigten sich bei ihrem Rundgang beeindruckt, welche gärtnerische Vielfalt hier zu sehen ist, von unterschiedlichen Chili- und Bohnensorten bis zu Pflanzen wie Kriechender Günzel, Bärlauch und weiteren Kräutern. Saatkartoffeln, deren Namen "Heiderot" und "Blaue Anneliese" Auskunft geben über deren Farbe, waren auch im Angebot. Unzählige Samentütchen mit Bohnenkernen wie "Käferbohnen", "Blaue Hilde", "Black Turtle" oder "Kirschkern-Bohnen" wechselten den Besitzer.

Neben den samenfesten Sorten, die selber nachgezogen werden können, gab es auch effektive Mikroorganismen, Naturdünger, Pflanzkohle, Getreidekörner, Gewürzmischungen, Liköre, Marmeladen und "Seed Bombs" (Erdkugeln, die mit Samen vermischt sind). Man konnte Baumscheren schleifen lassen, und die Oberviechtacher Autorin Gertraud Portner bot ihre zwei Bücher "Oberpfälzer Gartenglück" und "Gartenreise durch Niederbayern und die Oberpfalz" mit vielen anregenden Fotos von schönen Gärten an. Eine Künstlerin malte Blumen und Pflanzen auf Leinwände, eine andere hatte ihre gehäkelten Blüten an einem Strauch präsentiert.

Blümchen als Belohnung

Die Marionette "Hagebutt" schließlich spazierte mit Anna und Florian Waldherr durch die Menge und verteilte Papierblumen mit Werbung für das Festspiel. Der Naturpark Oberpfälzer Wald bot ein Saatgut-Quiz an, der Gartenbau-Kreisverband ließ Kinder unterschiedliche Samen erfühlen, wofür es beim richtigen Erkennen ein Blümchen als Belohnung gab. Infomaterial gab es vom Landesbund für Vogelschutz, der Gesellschaft für Staudenfreunde und der "Arche Noah."

In der Aula der Mittelschule informierte Günther Mittelmaier in einem Vortrag über die Aussaat alter Gemüsesorten und die Gewinnung von Samen. Katrin Schumann zeigte auf, welche sekundären Pflanzenstoffe in den alten Obst- und Gemüsesorten stecken und der Gesundheit dienen. Für die Verpflegung sorgten der Pferdesportverein mit heißen Wienern und Getränken sowie der Obst- und Gartenbauverein mit Kaffee und Kuchen. Der Riesenansturm zeigte, dass sich Oberviechtach zu einem Mekka für Gartenliebhaber entwickelt hat, die ökologisches Gärtnern schätzen.

Hintergrund:

Das dritte Saatgutfestival

  • Aussteller: gut 30 aus der Oberpfalz und Niederbayern
  • Besucher: am Vormittag bereits mehr als 600
  • Organisatoren: Stadt Oberviechtach, Verein Goldmacher, die Initiative kam von Edeltraud und Egbert Völkl
  • Angebot: seltene, samenfeste Tomaten- und Paprikasorten, Bohnenkerne, Samentütchen aller Art, nicht alltägliche Pflanzen
  • Vorträge: Anbau alter Gemüsesorten und Saatgutgewinnung; sekundäre Pflanzenstoffe in alten Obst- und Gemüsesorten
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