28.03.2019 - 11:04 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Mord auf dem Bergfest

Fabian Borkners Oberpfalz-Krimi spielt im kirchlichen Umfeld. Die erste Leiche taucht an spektakulärem Ort auf.

Krimi-Autor Fabian Borkner nahm seine Zuhörer zu den Bergfesten im Landkreis Amberg-Sulzbach mit, wo Menschen auf eine geheimnisvolle Weise zu Tode kommen.
von Georg LangProfil

Die Bratwürste auf dem Cover von Fabian Borkners Oberpfalz-Krimi „Berg, Fest, Mord“ sind nicht unbedingt authentisch für die Grillwürstl, wie sie beim Amberger Bergfest als fast sakrale Grillspezialität kredenzt werden. Das hängt zusammen mit dem Kölner Verlag, der die Oberpfalz-Krimis des Schwandorfer Autors herausbringt. „Berg, Fest, Mord“, aus dem Fabian Borkner im Pfarrheim las, kam nach dem Debüt-Roman „Kirwatanz“ im Sommer auf den Markt. Der dritte Krimi ist in Bearbeitung. Tobias Ehrenfried stellte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Tourismusvereins den Krimiautor vor, der sich aber auch als Musiker, Sänger und Unterhaltungskünstler beim Rundfunk einen Namen gemacht hat.

Alle, die zur Lesung in den etwas unterkühlten Pfarrheimsaal kamen, haben diesen Besuch wohl nicht bereut, denn an dem kleinen Tischchen auf der Bühne agierte kein Autor, sondern ein Schauspieler. Fabian Borkner setzte die szenengerechte Gestik seiner Figuren um und entwickelte eine facettenreiche Stimmenvariation bei den Dialogen. Gelegenheit dazu gab es genug, denn auf dem Schauplatz des sommerlichen Amberger Bergfestes treffen verschiedene Typen an einem Tisch zusammen: der Soldat Alfred Ingelstetter, für den der Konsum von vier Mass Bier auf dem Bergfest Normalität ist, seine Partnerin Agathe Viersen, die es aus Lübeck in die Oberpfalz verschlagen hat und bei einer Versicherung beschäftigt ist wie ihr Kollege Gerhard Leitner. Eine Rolle spielt noch ein attraktiver „Italotyp“, der sich aber ebenfalls als Oberpfälzer entpuppt. Der „südländische Charme“ dieses „gstandenen Mannsbilds“ blieb bei Agathe nicht ohne Wirkung.

Der Handlungsplot des ersten Krimischauplatzes entwickelt sich auf der Grundlage von Alfreds steigendem Bierkonsum, dessen Folgen recht authentisch geschildert werden. Alfreds Entdeckung einer Leiche beim Gang zur Toilette in der freien Natur wird zu einem besonderen Spannungselement ausgebaut. Diese Leiche verschwindet nämlich, dafür taucht eine andere als „schwarzes Bündel“ an der Orgel der Wallfahrtskirche auf.

Eine weitere Leiche gibt es beim Annabergfest in Sulzbach-Rosenberg, wo der Brauereichef Grabinger beim Bieranzapfen tot umfällt. Es stellt sich heraus, dass der Zapfhahn unter Strom stand. Die Versicherungsdetektive Agathe und Gerhard fangen schließlich an zu ermitteln und werden auch noch weitere Bergfeste im Landkreis Amberg-Sulzbach einbeziehen.

Nach der spannenden Lesung, bei der der Autor statt einem Glas Wasser ein Fuchsberger Pils neben sich stehen hat, kommt es noch zu einer launigen Unterhaltung mit dem Publikum. Fabian Borkner freut sich über die „schöne Runde“ und will nachweisen, dass der Begriff „Unterhopfung“ aus dem Lateinischen abgeleitet ist.

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